Synergetische Innenweltreisen zum Thema emotionale Verletzungen durch Erziehung, Prägung und innere Familienstrukturen (7 Sessions)
a) Kindheit, Erziehung, Prägung
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Martha Gumhold: Ferngesteuert - Gott Vater (Adoption)
Die Klientin ist kurz nach ihrer Geburt zur Adoption freigegeben worden. Ihre
leiblichen Eltern hat sie nie kennengelernt. Sie leidet an Verspannungen, besonders
im Nacken, an Magenproblemen und an Krämpfen in den Beinen. Seit Jahren
lebt sie in einer unglücklichen Beziehung, kann sich aber auch nicht zu
einer Trennung entschließen. Als Hauptthema zeigt sich in dieser Sitzung
die Unfähigkeit der Klientin eine eigene Entscheidung zu treffen. Jeder
Weg, den sie wählen könnte, scheint der falsche zu sein und ihr Unglück
nur zu bestätigen und zu wiederholen. Nachdem sie sich längere Zeit
mit einer ferngesteuerten Puppe in ihrer Innenwelt auseinandergesetzt hat, begegnet
ihr plötzlich Gott Vater. Ihr inneres Bild von Gott Vater ist das eines
strafendens und richtenden alten Mannes, der ihr plötzlich das Gefühl
vermittelt, ihr leiblicher Vater zu sein. Von ihm bekommt sie nur moralische
Wertvostellungen geliefert, die ihr keine wirkliche Orientierung geben. Diese
Sitzung dient dazu, sich intensiv mit diesem Bild von Gott, sowie mit dem inneren
Bild ihres Vaters, den sie in der Realität ja gar nicht kennt, auseinanderzusetzen,
um eine eigene innnere und vor allen Dingen wertfreie Orientierung zu bekommen.
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Paul Abegg: Selbstwert
Die 45-jährige Klientin hat berufliche Probleme. Es fällt ihr sehr
schwer, sich abzugrenzen oder sich gegen die anderen Mitarbeiter zu wehren.
Immer wieder läßt sie sich herum kommandieren oder übernimmt
Tätigkeiten, die eigentlich gar nicht zu ihrem Aufgabengebiet gehören.
In dieser Sitzung arbeitet sie intensiv mit ihrem Selbstwertgefühl und
der Angst, dass etwas Schlimmes auf sie zukommen könnte. Diese Angst ist
an Todesangst gekoppelt und führt die Klientin in den Mutterleib zurück.
Dort erlebt sie noch einmal ganz intensiv, wie sie von ihrer Mutter bei der
Geburt festgehalten wird, weil diese Angst vor dem Leben hat, Angst es mit dem
Kind nicht zu schaffen. Die Klientin verspürt durch die Angst der Mutter
eine Enge in der Brust, die sie aus den Situationen in ihrer Firma sehr gut
kennt. Sie folgt nun ihrem spontanen Impuls, befreit sich schreiend und um sich
schlagend aus dem zu engen Mutterleib und geht endlich richtig ins Leben. Dort
wird sie sofort mit dem nächsten Thema konfrontiert, nämlich, dass
sie nach der Geburt 4 Wochen lang alleine im Krankenhaus bleiben mußte,
weil sie zuviel Fruchtwasser geschluckt hatte. In den inneren Bilden kann die
Klientin nun wahrnehmen, wie dort ihr tiefes Gefühl Die Welt ist
so groß und ich bin so klein. entstanden ist. Ein weiteres wichtiges
Thema hängt mit der Verantwortung zusammen, die die Klientin übernommen
hat, ständige Harmonie zwischen den Eltern zu erzeugen, bzw. aufrecht zu
erhalten. Sie spürt, wie sehr sie sich ein Leben lang damit überfordert
und diese Grundhaltung auch in andere Beziehungen mit hineingenommen hat. Die
Klientin kann nun diese Last an ihre Eltern zurückgeben, sie spürt
wie sehr sie davon - im wahrsten Sinne des Wortes die Nase voll hat.
Am Ende der Sitzung darf die Klientin zum ersten Mal Kind sein und die Mama
kommt von sich aus freudig auf sie zu. Die Klientin wird endlich gesehen und
akzeptiert, so wie sie ist. Die Folge davon ist lebendiger Selbstausdruck, den
sie in der nächsten Zeit in ihrer Firma bei ihren Mitarbeitern ausprobieren
und trainieren darf.
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Josef Gerold: Lebendigkeit
Die Klientin erweckt in dieser Synergetik Therapie Einzelsitzung ihre Lebendigkeit
wieder zum Leben, welche von den Eltern in einen Sack gesteckt, geschlagen und
letztlich sogar geköpft worden war. Zu Beginn der Sitzung reitet die Klientin
mit einem Kamel durch die Wüste, als plötzlich mitten in der Wüste
ein Bunker mit einer Öffnung auftaucht. Die Tür trägt die Aufschrift
Angst und führt die Klientin in die Tiefe. In einem kreisrunden
Raum wartet bereits eine Spinne, die die Klientin weiterführen möchte.
Plötzlich steht die Klientin vor einem aufgespießten Kopf. Sie erkennt,
dass dies einmal ihre Lebendigkeit gewesen sein muß. Im Anschluß
nimmt sie in Form von Phantasiebildern ganz intensiv wahr, wie die Lebendigkeit
von ihren Eltern getötet wurde. Immer wieder stellt sie ihre Eltern fassungslos
zur Rede: Das war ja ein Mordversuch! Das war ja Mord! Die Klientin erkennt
plötzlich auch den Zusammenhang zu ihrer Gallenblase, die vor einigen Jahren
operativ entfernt werden mußte. Sie spürt plötzlich ganz deutlich,
dass sie selbst mit ihrer nie ausgedrückten Wut die Gallenblase zerstört
hat. Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, die gesamte Wut und Trauer zum Ausdruck
zu bringen. Am Ende der Sitzung wird die Lebendigkeit wieder lebendig und kann
von der Klientin in den Körper aufgenommen und ins Gefühl intergriert
werden.
b) Inneres Kind
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Ingeborg Schach: Kraft und Lebendigkeit (Inneres Kind)
Die Klientin erlebt zu Beginn dieser Sitzung ihre innere Schwere und Erstarrung
- alles ist dunkel und sie ist nur halb dabei, wie sie sagt. Dadurch nimmt sie
in ihrer Innenwelt auch alles nur sehr undeutlich wahr - ohne konkreten Bezug
zu sich selbst. Die Konsequenz davon kennt sie auch aus ihrem wirklichen Leben
- sie zieht sich einfach aus allem raus. Durch die wertfreie Spiegelung der
inneren Struktur durch die Therapeutin, ohne auf die Inhalte einzugehen, wird
der Klientin ihre innere Ohnmachtsstruktur plötzlich bewußt und eine
starke Traurigkeit steigt hoch. Plötzlich werden nun auch die Bilder deutlicher,
als sich das innere Kind zeigt, welches sich total in sich selbst zurückgezogen
hat. Nach einer sehr behutsamen und liebevollen Kontaktaufnahme ist das innere
Kind bereit, der Klientin zu zeigen, wo diese Struktur entstanden ist. Die Klientin
landet am Sterbebett ihrer Oma. Damals wurde sie von den Eltern ins Bett geschickt
und durfte nicht dabei sein. Dies wurde zum tief verinnerlichten Muster der
Klientin: Ich darf am Wesentlichen nicht teilnehmen. Ich kann nichts tun.
Im Laufe des inneren Prozesses entscheidet sich die Klientin schließlich
dafür, einfach mal ihren inneren Impulsen zu folgen und sie rennt zur Oma
ans Sterbebett. Nun kann sie endlich richtig Abschied nehmen. Als Abschiedsgeschenk
erhält sie von ihrer Oma deren Stock, mit dem diese immer sehr bestimmt
auf den Boden klopfte, um ihrem Willen Ausdruck zu verleihen. Auf symbolische
Art und Weise bekommt somit die Klientin von ihrer Oma zwei Qualitätten
geschenkt: Zum einen, Forderungen zu stellen und denen Nachdruck zu verleihen
- und zum anderen hilft der Stock auch beim Sich-Wehren und Schlagen. Die Botschaft
der Oma lautet: Du sollst dich nicht mehr klein machen, sondern dich aufrichten.
Am Ende der Sitzung fühlt die Klientin sich nicht mehr so abgetrennt, ganz
besonders dadurch dass sie sich in diesem inneren Prozess zum ersten Mal nicht
mehr von ihren Handlungsimpulsen abgetrennt hat. Sie beginnt der Botschaft ihrer
Oma zu folgen.
c) Familienstrukturen - Inneres Familienstellen
- Günther Neumann: Mutterliebe
(Loslösung von der Mutter)
Die 46-jährige Klientin hat Abnabelungsprobleme von ihrer Mutter, sowie
finanzielle Schwierigkeiten. Im ersten Teil der Sitzung bearbeitet sie ihr Autoritätsproblem,
welches in der Schule entstanden ist, als eine Lehrerin eine Behauptung aufstellte,
die nicht der Wahrheit entsprach. Die Klientin konnte sich damals nicht wehren
und reagiert noch heute, wie in der damaligen Situation mit Magen- und Kopfschmerzen,
sowie dem Gefühl, kein Wort mehr über die Lippen zu bringen, wenn
sie einer Autoritätsperson gegenübersteht. In der Sitzung geht sie
noch einmal zurück in dieSchulsituation und setzt sich nun intensiv mit
ihrer Lehrerin auseinander. Nach erfolgreicher Klärung nimmt die Klientin
die Lehrerin mit in ihr heutiges Leben. Gestärkt geht sie nun zur Bank,
um mit dem zuständigen Bankangestellten die Frage nach einem Kredit zu
klären. Sie erhält zwar einen Kredit, aber nur in sehr begrenzter
Höhe. Die Klientin nimmt wahr, dass der Bankangestellte in den inneren
Bildern Angst hat, die Klientin könne nicht mit viel Geld umgehen. Dies
spiegelt natürlich ihre eigene Angst wieder. Zugleich spürt sie, wie
sie mit ihrem Gegenüber durch Angst verbunden ist, nicht durch Freude,
wie sie es gerne hätte. Und das kennt sie sehr gut aus ihrem Leben - immer
über Angst mit anderen verbunden zu sein. Die Klientin fragt sich schließlich,
wo dieses Muster entstanden ist. Sie landet bei ihrer Mutter, deren schweres
Päckchen sie bis heute tragen soll. Und hier ist sie nun auch wieder bei
ihren Abnabelungsschwierigkeiten angelangt: Erst nach einer langen und intensiven
inneren Konfrontation ist die Mutter endlich bereit, ihr Schicksalpäckchen
selbst zu tragen und die Klientin endlich loszulassen. Mit anderen Worten könnte
man auch sagen ... ist die Klientin endlich bereit, ihrer Mutter ihr Schicksalpäckchen
zu überlassen und ohne Angst ihren eignen Weg zu gehen.
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Petra Hartmann: Allein-sein
Die Klientin bearbeitet in dieser Sitzung ihr inneres Problem des Loslassens
und des Allein-seins. Wann immer eine, und sei es auch noch so kurze Trennung
von ihrer Familie ansteht, bekommt die Klientin Druck von den Familienmitgliedern,
weil diese sie nicht gehen lassen, nicht loslassen wollen. Die Klientin deckt
eine sehr klare Verbindung zu ihrer Kindheit auf und dem Grundgefühl, die
Mutter nicht alleine lassen zu dürfen, weil diese sich sonst einsam fühlt.
Der noch tiefere Hintergrund ist die unglückliche Ehe ihrer Eltern, die
aber zusammen bleiben müssen, weil man das so macht. Die Klientin
spürt sehr viel Langeweile, Energielosigkeit und Druck in ihrer Herkunfstfamilie
und auch in dieser Sitzung, was sich natürlich spiegelt. Niemand macht
einen Schritt, weder nach vorne, noch zurück. Alle haben Angst vor dem
Alleine-sein: Die gleichen Muster sind in der Gegenwartsfamilie der Klientin
zu finden und ganz besonders deutlich jetzt, da es darum geht, ihre eigene Tochter
loszulassen. Die Klientin arbeitet in ihrer Innenwelt mit all diesen Mustern,
bringt sie untereinander in Verbindung und stellt so Rückkoppelungen her.
Dadurch wird ein synergetischer Prozess ausgelöst, verbunden mit der Bereitschaft
der Klientin, das Allein-sein endlich anzunehmen. Am Ende der Sitzung wird die
Klientin in ihren inneren Bildern von ihrer Mutter losgelassen und kann schließlich
auch ihr eigenes Kind ziehen lassen.
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Marliese Näf: Zukunftsangst - Neuanfang
Die Klientin hat in der vorhergehenden Sitzung ihre Vergangenheit (in Form der
Menschen, die ihr wehgetan haben) symbolisch begraben. Trotzdem fällt es
ihr schwer, ihr Leben neu zu gestalten. Um die noch vorhandenen Blockaden herauszufinden,
geht sie in ihren inneren Bildern in eine große Stadt - symbolisch stellt
dies einen ersten Schritt in ihr neues Leben dar. Sofort taucht ein Monster
auf, welches für die Angst vor der Zukunft steht, die Angst, dass die Vergangenheit
sie wieder einholt und wieder nach unten zieht - dorthin wo all die anderen
begraben liegen. Nach einer intensiven Konfrontation mit diesem Monster, verwandelt
es sich in ein kleines, intelligentes Menschenkind mit einem großen Kopf
und einer sehr ausgeprägten Wahrnehmung. Die Klientin kann sich mit dem
Gedanken anfreunden, dieses Wesen mit in ihr neues Leben zu nehmen, wird aber
sogleich mit einem ihr sehr bekannten Schamgefühl konfrontiert. Es tauchen
Szenen aus ihrer Kindheit auf, in denen ihr Vater die Erfolge der Klientin immer
solange mit Alkohol begoß, bis sie sich von Erfolgen in Blamagen verwandelten.
Wie Schuppen fällt es der Klientin plötzlich von den Augen, dass sie
deshalb immer kurz vor ihren Zielen umgekehrt ist, um der Blamage durch den
Vater, wenn er ihre Siege mit ihr feierte zu vermeiden. Die Klientin
entscheidet ganz klar, dass sie dieses Muster nicht mehr länger leben will.
Endlich will sie ihre Ziele klar verfolgen und die Siege dann auch richtig feiern
können. Es folgt eine intensive innere Auseinandersetzung mit dem Vater
und deren Eltern, sodass es am Ende der Sitzung nicht mehr notwendig oder wichtig
ist, die Erinnerungen und das Bild ihres Vaters zu begraben. Die Klientin kann
ihn und alle gemeinsamen Erfahrungen nun integrieren und mit in ihr neues Leben
nehmen. Sie nimmt wahr, wie sie jetzt die Fähigkeit hat, innerlich ihre
Zukunft ganz frei zu kreiieren: Ich darf mir das Beste vom Besten nehmen!.
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