9. Sitzung: Grenzen setzen
Wieder steigt die K. über die Treppe ein und öffnet eine Tür und steht plötzlich vor ihrer Tante. Sie sieht sich auf einer Feier bei Verwandten und nimmt sich gegenüber ihrer Schwester als zweite Wahl wahr. Der Onkel bestätigt, daß er die Schwester lieber mag. Die K. hat sich immer Nischen gesucht. T: „Bleib mal bei dir. Wie ist es für dich, wenn du dir diese Nische suchst. Reicht dir das? K: „Nein. Das ist wie "nur noch eine begrenzte Auswahl zu haben". Daß ich das machen muß, egal ob ich das andere haben möchte oder nicht“. T: „Wie ist das für dich?“ K: „Da fühle ich mich voll eingeengt. Das merk ich gerade im Magen, daß das da so angespannt ist. Als würde ich den Abfall bekommen. Er sagt, das hast du dir doch selbst gewählt. Ich sage zu ihm aber nur weil du immer die Leute so danach mißt was sie leisten. Wäre das nicht so, hätte ich auch ein Wahlrecht. Aber so hab ich kein Wahlrecht. Weil ich weiß, daß ich nur gemocht werde, wenn ich Leistung bringe“. T: „Ist deine Mutter noch dabei?“ K: „Nein, aber ich kann sie ja mal holen. Ja sie ist jetzt da.“ T: „Schau mal ob du ihr das auch sagen möchtest“. K: „Meinen Vater möchte ich das sagen. Ich hol den mal......“Ich werde immer nur gemocht von dir, wenn ich Leistung erbringe“. Er sagt "ja“, sonst bist du auch nicht nützlich". Daraufhin fühlt sich ihr Herz ganz schwarz an. Sie zeigt es dem Vater, den das nicht beeindruckt. Sie fühlt sich unbeachtet. Sie hatte immer ein schlechtes Gewissen, wenn sie im Wochenendhaus mal nicht gearbeitet hat, sondern sich eine Pause gegönnt hat (hier wird das Muster der Eßattacken deutlich, sie gönnt sich nur zum Essen Pausen). Im weiteren Verlauf versucht sich die Klientin gegen den Vater zu wehren, der ihr mit Liebesentzug droht. Die Mutter ist zunächst auch schwach, unter Hinzunahme der Erwachsenen, die wütend wird, sagt die K: „Gönne deinen Kindern mal was. Die H. ist zehn Jahre und du willst daß sie hier jedes Wochenende mit durchschuftet. Das ist dein Ding was da läuft. Du willst dieses Haus bauen. Dann mach das zu deiner Sache ,aber hör auf die anderen da alle mit reinzuziehen. Wenn du das machen willst, dann mach das, aber dann mach das in so einer Art und Weise, daß du dich da nicht überforderst. Aber laß die anderen dabei raus. Er sagt ich baue das Haus auch für euch. Die kleine H. sagt, ich will das nicht haben. Ich find's in F. (Wohnort der Klientin) wunderschön. Meine Mutter sagt ich brauche das auch nicht so groß. Ich hätte mir ein kleineres Haus gewünscht. Was wolltest du so ein großes Haus ?
Wo ist eigentlich schon wieder die M. (Schwester der Klientin) ? Sie ist nie da. Jetzt komm mal her und sag was dazu. Was hältst du davon M. (Schwester der Klientin)? Mir ist das egal, sagt sie“. Da die Hauptenergie auf dem Vateranteil lastet, fragt die T: „Wenn du willst, kannst du deinen Vater fragen, für was ihm das Haus wichtig ist“. K: „Für was ist dir das Haus wichtig? Ich möchte auch wer sein, sagt er, ich möchte auch ein Haus haben, weil jeder der ein Haus hat, ist auch wer. Der ist nämlich Kapitalist, und ich möchte auch ein Kapitalist sein. Ich möchte auch ein Statussymbol haben. Aber ich kann mir das halt nicht leisten, wie euer Onkel, der bei der Bank arbeitet. Ich bin halt nur ein armer Handwerker. Und deswegen muß ich das Haus mit meinen eigenen Händen bauen und deswegen müßt ihr mir dabei helfen“. T: „Ist das so, daß er mit diesem Haus beweisen will, daß er auch jemand ist?“ K: „Ja, daß er es geschafft hat“. T: „Spüre mal, ist das das gleiche wie bei der kleinen H., die vorhin auch gesagt hat, daß sie gar nicht so an das rankommt bei dem Onkel, daß sie da auch immer Leistung bringen muß?“ K:“ Ich glaube ja“. T: „Fühle mal ob das so ist“. K: „Ja, das ist so“. T: „Guck mal ob die kleine H. zum Papa gehen und sagen kann „Ich kenne das auch, sich nichts wert fühlen“ (Verbindung herstellen). K: „Ich kenne das auch, Papa. Der wird ganz weich auf einmal und nimmt die kleine H. auf den Arm hoch. Er hat sie immer noch auf dem Arm. Sie umarmen sich und sind beide ein wenig traurig. Trauern in dem Gefühl, daß beide was machen, um anerkannt zu werden. Die M. (Schwester der Klientin) und die Mama kommen auch noch hinzu. Sind auch alle ein wenig traurig. Wir stehen alle inmitten der Backsteine und bilden einen Kreis. (Musik wird zum Ankern eingespielt). K: „Meine Mutter hat eine Idee: Sie sagt, kommt, laßt und hier alles liegen- und stehenlassen und zum See fahren. Wir sind alle davon ganz begeistert. Auch mein Vater. Einfach alles liegen- und stehenlassen und zum See fahren. Wir gehen in die Hütte runter, packen die Badesachen, Picknickkorb. Alle sind auf einmal ganz heiter. Mein Vater sieht viel jünger aus, meine Mutter auch“. T: „Seid ihr schon an dem See?“ K: „Noch nicht. Wir sind noch im Auto. Jetzt kommen wir an den See. Da sind riesige Libellen. Der See sieht total schön aus. Der ist ganz grün“ (Musik wird zum Ankern eingespielt). K: „Wir springen alle in den See rein“. T: „Was ist das für ein Gefühl jetzt?“ K: „Nur das Hier und Jetzt, das kühle Naß, frei zu sein“. T: „Nimm das mal tief in dir auf, das Gefühl frei zu sein, im Hier und Jetzt einfach frei zu sein“ (Musik wird zum Ankern eingespielt). Danach nimmt die K. ihr inneres Kind als schelmisch wahr und ihr Vater schaut sie bewundernd an. Sie fühlt sich nun geachtet und respektiert. Auch auf Nachfrage der T., wie sich die K. gegenüber ihrer Schwester fühlt, ist die Struktur gekippt, die K. fühlt sich gleichwertig und hat nicht das Gefühl, ihr würde etwas weggenommen. In diesem Gefühl sieht sie wieder die Sonnenblume, die sie bereits vor dem Therapieverlauf wahrgenommen hatte. Damals stand die Sonnenblume auf einem Feld, das mit Wasser durchtränkt war und die Blume sich nicht davor schützen konnte. K: „Sie hat einen ziemlich großen Kopf. Sie sieht so reif aus. Das braune in der Blume ist ganz braun. Und dann ist sie ganz groß gewachsen. Und der Stengel........der ist ziemlich kräftig und auch grün. Wenn ich jetzt näher ran gehe......der sieht grün und saftig aus“. T: „Wo steht sie?“ K: „Sie steht wo der Wald beginnt. Da wo der See ist“. T: „Schau mal wenn jetzt Wind aufkommt, was mit der Blume dann passiert?“ K: „Sie schwankt so gefährlich, daß ich denk die bricht ab“ T: „Sie bricht ab? (Wind wird mittels CD eingespielt, um zu überprüfen, ob die Struktur stabil ist). K: „Nein, aber ich habe Angst, sie könnte abbrechen. Ich habe Angst, daß der Kopf zu schwer ist. Der Kopf wackelt im Wind. Aber der Stamm bricht nicht. Die steht immer noch da. Der Kopf geht so nach unten im Wind. Und sie bricht nicht ab“. T: „Also wiegt sie sich im Wind?“ K: „Ja“. T: „Schau mal was passiert wenn Gewitter auftaucht“ (Gewitter wird eingespielt, um zu überprüfen, ob dieses Bild stabil ist). K: „Die Blätter gehen so nach unten, der Kopf auch. Sie freut sich über das Wasser“. T: „Schau mal ob du die Wurzeln wahrnehmen kannst oder kannst du die sehen?“ K: „Ja ich sehe sie, aber ich nehme sie noch nicht wahr. Das ist so eine Knolle. Die Wurzeln sind beige bis mittelbraun. Sie sehen ziemlich dick aus. Da ist auch Erde dran“. T: „Wachsen sie tief in den Boden oder in die Breite?“ K: „Sie wachsen nicht senkrecht runter, sondern schräg runter, nicht in einem 90 Grad Winkel sondern so im 45 Grad Winkel nach unten. Die Erde sieht ganz dunkel aus. So wie Mutterboden.
Einige gehen ziemlich weit runter. Andere sind kleiner, die oberhalb der Knolle sind“. T: „Wie nimmst du diese Blume wahr, stehst du vor ihr?“ K: „Ich hab so den Querschnitt in den Boden gesehen, ich hab in den Boden geguckt. Wenn ich so außen vor ihr stehe, dann ist sie größer als ich“. T: „Wenn du willst kannst du sie auch mal fragen wofür sie steht“. K: „Wofür stehst du? Sie sagt, sie steht für meine Heilung oder Genesung. Und zeigt die Kraft die ich in mir habe. Da, wo ich bin, momentan. Ich rieche gerade Blumen. Das ist ja witzig“. T:“ Guck mal ob sie eine Botschaft für dich hat“. K: „Hast du eine Botschaft für mich? Sie sagt, ohne Freiräume können keine Wurzeln gedeihen und nicht wachsen. Dann hält man Gewitter und dem Regen und dem Wind nicht stand. Das wirft einen sonst um. Daß Freiräume ganz wichtig sind“. T: „So was wie auftanken?“ K: „Ja“. T: „Kannst du das so annehmen was sie sagt?“ K: „Ja“. T: „Schau mal, wenn es ganz viel geregnet hat......steht sie auf einer Wiese oder steht sie auf der Erde?“ K: „ja“. T: „Schau mal was passiert wenn die Erde richtig von Wasser durchtränkt ist, wie es der Blume dann geht. Ab und zu gibt es ja so was in der Natur (Test, diese Blume hatte die Klientin bereits in einer früheren Sitzung vor dem Therapieverlauf, in der die Blume ertränkt wurde, in der 3. Sitzung war sie ganz klein und brauchte noch Schutz, in der 7. Sitzung wuchs die Pflanze, wurde kräftiger und bekam eine Blüte. Mit dem Grenzen setzen veränderte sich die Pflanze und in der 9. Sitzung und enthält die Botschaft, daß sie für die Heilung der Klientin steht). K: „Sie nimmt kein Wasser mehr auf“. T: „Schau mal wie sie aussieht. Oder hat sie sich dadurch verändert?“ K: „Die gelben Blütenblätter sind zerzaust. Das Braun erscheint viel größer, auch ein paar Blätter sind zerrupft. Der Stamm ist weiter grün“. T: „Wenn du willst kann du auch mal reinschlüpfen in die Sonnenblume, um zu schauen wie's ihr geht. Vielleicht hast du auch eine andere Idee“. K: “Ich bin schon innen drin. Da kommt immer noch Licht rein. Innen der Stiel ist gelblicher geworden“. T: „Spüre mal, ob es ihr noch gut geht oder ob sie was braucht, oder ob sie es alleine schaffen kann“. K: „Ihr geht es gut“. T: „Ja, dann geh noch mal eine Woche weiter und schau mal wie sie jetzt aussieht“ (testen, ob das Gefühl Bestand hat). K: „Sie sieht verjüngter aus. Das Braune sieht nicht nur braun aus, sondern flauschig. Die gelben Blüten sind noch dran und wedeln so im Wind. Der Stiel ist grün. Die Blätter sind dunkelgrün. Kräftiger Stamm“. T: „Wenn du all dies jetzt so wahrnimmst, was macht das mit dir, wenn sie für dich für Heilung steht?“ K: „Es fühlt sich nach so einer Vorfreude und Zuversicht an“. T: „Schau mal ob du ihr noch was sagen willst oder ob du dich von ihr verabschieden kannst. Vielleicht möchtest du sie auch fragen, ob sie einen Platz in dir hat. Einen Teil, der Heilung bedarf, oder dem Heilung widerfährt“. K: „Hast du einen Platz in mir, dem Heilung widerfährt, oder bedarf? Sie hüpft in meinen Magen. Das fühlt sich ganz witzig an. Halb Blume halb Mensch. Sie ist halt auch größer als ich“. (Klientin lacht). T: „O.k. Gibt es bei der Blume noch was zu tun oder schau ob du dich von ihr verabschieden kannst“. K: „Ja kann ich“. T: „Dann schau mal, ob du noch mal zurückgehen kannst in die Situation, als du bei deinem Onkel warst. Wie ist es jetzt? Die M. (Schwester der Klientin) ist da, deine Eltern, die 10 jährige H......guck mal wie es jetzt ist“. K: „Ich liege da jetzt auch gerade auf einem Sofa mit meiner Schwester. Mein Onkel sitzt da und guckt uns an und freut sich. Meine Eltern sitzen in einem Sessel. Meine Mutter sitzt auf meines Vaters Schoß. Ich hab auch das Gefühl, daß mein Onkel uns beiden, der M. (Schwester der Klientin) und mir Beachtung schenkt. Daß er uns beide beachtet. Daß er die M. (Schwester der Klientin) nicht so hervorhebt, was sie für eine tolle ist. Ich mag die M. (Schwester der Klientin) auch gerade sehr. Mit ihr auf dem Sofa zu liegen ist schön“. T: „Ja, fühle das mal“ (Musik wird zum Ankern eingespielt). K: „Wir liegen immer noch auf dem Sofa“. T: „Hast du noch eine Idee was du tun möchtest? Oder gibt es noch irgend etwas was du in dieser Situation sagen möchtest? Oder kannst de es so stehen lassen?“ K: „Ich kann das so stehen lassen“. T: „Okay, verabschiede dich von ihnen und schau mal mit diesem neuen Gefühl, diese Überforderungen kennst du ja, guck mal in der jüngsten Vergangenheit, was es da gab. Und was du tun kannst, um dir mehr Freiraum zu verschaffen“ (Ebenenwechsel). Die K. sieht sich bei einer Theaterprobe, in der sie mit einer Musikgruppe arbeitet. Hier spürt sie, daß die Regisseurin immer mehr Zeit braucht und sie sich zunächst nicht durchsetzen kann, weil sie glaubt, dem nicht gerecht geworden zu sein. Die T. regt an, die Eltern hinter sich zu stellen.
T: „Dann bleibe noch mal in der Situation, "dieses Gefühl ihr nicht gerecht worden zu sein". Guck mal wie es ist wenn deine Eltern hinter dir stehen. Deine Mutter steht auf deiner linken Seite und legt Ihre linke Hand auf deine linke Schulter und dein Vater steht auf der rechten Seite und legt seine rechte Hand auf deine rechte Schulter. Spüre mal wie sich das anfühlt“. K: „Ich kann ihr jetzt getrost absagen“: T: „Wie fühlt sich das körperlich an?“ K: „Ich werde größer, meine Schultern werden breiter, ich habe mehr Selbstvertrauen. Mehr Mut“. T: „Spüre das mal“ (Musik wird zum Ankern eingespielt). Die gleiche Szene wiederholt sich. Die Regisseurin überzieht die Zeit, T. regt an, sich dieser Situation zu nähern. K: „K: Nein, ich möchte, daß wir jetzt sofort aufhören. Sie sagt das findest sie nicht gut. Sie würde das jetzt gerne noch im Kasten haben. Nächstes Mal dauert das dann länger. Ich erwidere, daß ich schon eine halbe Stunde auf die Uhr schaue, und daß sie oder die Assistenz das auch hätten sehen können und schon was sagen können, daß wir zum Abschluß kommen, und nicht wartet bis ich dann was sage. Und das finde ich nicht in Ordnung. Deswegen möchte ich jetzt daß wir da aufhören und das nächste Mal kannst du ja überlegen wie du das anders gestaltest. Wenn du an einer Szene arbeitest und merkst die Zeit wird knapp, daß du mich dann vorher fragst oder ansprichst, aber nicht gar nicht reagierst. Sie willigt ein und das verdutzt mich voll“. T: „Was machst du jetzt?“ K: „Ich stehe auf und gehe. Und hab ein gutes Gefühl dabei. Ich befürchte keine Konsequenzen“. T: „Wie fühlt sich das an?“ K: „Es fühlt sich sehr selbstbewußt an und es hat so eine Spur von: Mir war was wichtig, und das hab ich gesagt. Es fühlt sich wichtig und aufrecht an“. T: „Fühle das mal“ .... (Musik wird zum Ankern eingespielt). T: „Dann geh noch mal einige Zeit weiter in eine nächste Probe“. K: „Es ist kurz vor Ablauf der Probe. Wir sind mitten dabei eine Szene zu üben. Die Assistenz macht R. aufmerksam, daß die Probe gleich abläuft. Sie fragt, ob wir die Probe verlängern können. Ich habe nichts dagegen. Für eine halbe Stunde ist das kein Problem“. T: „Schau mal du hast einen Tag hinter dir, bei der nächsten Probe, bei der du schon viel hinter dir hast und freust dich auf das Ende der Probe und hoffst das sie es fertig kriegt. Schau mal was jetzt ist. Ob sie pünktlich fertig wird....“ K: „Es ist wieder das gleiche. Die Assistenz macht sie darauf aufmerksam, daß die Probe gleich abläuft. Sie fragt, ob wir verlängern können. Ich sag: nein tut mir leid, heute geht das nicht. Dann müssen wir das nächste Mal machen. Sie ist ein bißchen genervt. Sagt das sie das halt nicht so genau planen kann, daß immer was dazwischen kommt. Ich sage dann soll sie weniger planen. Dann hat sie noch mal einen Puffer. Ich sage ihr auch daß wir musikalisch ziemlich gut vorbereitet sind und daß es eigentlich machbar wäre, so habe ich den Eindruck. Sie sagt dann muß sie noch mehr mit den Schauspielern üben. Ich sage ja. Gib den Schauspielern mehr Puffer. Das mußt du sehen. Ich möchte jetzt gehen“. T: „Genau. Es ist nicht dein Job. Ist es o.k. wenn du jetzt gehst oder hast du noch ein schlechtes Gewissen?“ K. spürt einen verachtenden Blick des Ehemanns der Regisseurin. T. schlägt vor, die Eltern dabei sein zu lassen. In diesem Moment kann sie zu sich stehen. K: „Meine Mutter steht links, mein Vater steht rechts. Also ich sag: Ich möchte gehen, ich möchte die Probe hier beenden und ich würde mich freuen, wenn du es das nächste Mal so gestaltest, daß wir rechtzeitig fertig werden oder noch einen Puffer haben“. T: „Guck mal wie du es formulierst. Du sagtest "ich würde mich freuen". Du läßt ihr eine Wahl, merkst du das?“ K: Nein. Also ich formuliere es noch mal. Ich will daß wir die Probe jetzt beenden. Und ich möchte das bei der nächsten Probe....“ T: „Werde mal ganz konkret sag mal in welcher Zeit“. K: „Ich möchte daß die nächste Probe innerhalb des Probetermins abgeschlossen wird, beendet wird von dir. Die R. sagt äh.....ja“. T: „Wie fühlt sich das an?“ K: „Gut. Ich fühle mich auch nicht als Spielverderber“. T: „O.k. Geh noch mal in eine Probe“. K: „Die ist kurz vor zehn fertig“. T: „Nimm mal wahr H., wenn du ganz konkret sagst wie du es haben willst, dann ist alles o.k. Solange du den Leuten eine Wahl läßt, scheint es nicht so wichtig zu sein das einzuhalten“. K: „Mit der Wahl lassen....das find ich gut. Das werde ich mitnehmen. Das ist ein Lernbeispiel, zu fordern.“ Die K. spürt die neu gewonnene Qualität der Klarheit in den Schultern und im Magen. Auch der Mann zeigt ihr gegenüber Achtung. T: „Guck mal ob du jetzt was anderes machen willst, mit der Erfahrung von vorhin, wenn du diese Qualität der Klarheit mit hineinnimmst“. K: „Ich geh zu R. und sag ihr ich möchte sie kurz unter vier Augen sprechen.
Ich sag ihr: Ich möchte, daß du einen Abschluß machst, eine Rede hältst wie du die Vorstellungen empfunden hast und daß wir noch eine Flasche Sekt aufmachen, und daß du noch eine Abschlußrede hältst. Das find ich wichtig. Sie sagt das ist eine gute Idee. Und wir gehen noch mal zu den Tischen zurück. Sie sagt noch mal daß es eine schwierige Produktion war und daß es jetzt fertig ist. Daß es trotz der ganzen Schwierigkeiten gut geklappt hat, daß wir gut zusammen gehalten haben und bedankt sich noch mal bei uns allen und sie sagt daß wir noch eine Flasche Sekt trinken, und dann an den Abbau denken“. T: „Als du das ausgesprochen hast, was hast du da gefühlt?“ K: „Es hat für mich einen Abschluß. Daß ich realisiere, daß es keine Vorstellungen mehr gibt. Ich denke aber schon an den Abbau und ich werde da nicht mit dabei sein, weil ich noch auf eine Party gehe. Ich gehe zu R. (Ehemann der Regisseurin) und sag ihm, daß ich heute Abend nicht mit beim Abbau helfen werde, sondern erst morgen und gleich nach diesem Glas Sekt gehen werde. Er sagt ja, es sind ja auch genug da. R. willigt ein, Klientin kann sich mit gutem Gefühl verabschieden und geht auf die Party und feiert. Das ist auch das Abschlußbild.