Praxislizenz
Gabriele Oberbauer
- Teil 2
3. Sitzung:
Protokoll vom 21. März 2002 Manuela Thema: Geburt Tod Geburt
Über den Entspannungstext "Reise
zum Kristall" kommt die Klientin in die nachfolgende Ausgangssituation:
Kl. Ich bin in einem Kristall, zuerst
war es hell und jetzt ist es wieder dunkel, als die Musik ausging.
Th. Du kannst ja mal den Kristall fragen, wieso es jetzt dunkel ist.
Kl. Kristall, warum wird es dunkel, wenn die Musik ausgeht?
Ich hab nicht das Gefühl, das da noch ein Kristall ist.
Th. Frag mal
Kl. Wo bin ich jetzt?
Kommt nichts.
Th. Wie fühlst du dich?
Kl. Ruhig, warm, angenehm.
Th. Ist es noch dunkel?
Kl. Ja.
Th. Schau mal, ob du vielleicht irgendwo eine Fackel oder Kerze oder einen Lichtschalter
findest.
Kl. Ich hab jetzt eine Kerze. Schaut aus wie ein Burgkeller.
Th. Hat der dicke Mauern?
Kl. Ein altes Gewölbe.
Th. Dann sprich es mal an, was das jetzt mit dir zu tun hat.
Kl. Hallo Gewölbe, was hast du mit mir zu tun?
Da kommt, es ist mein stabiler Unterbau.
Th. Aha, was will er dir sagen?
Kl. Was willst du mir jetzt sagen? ...
Jetzt verwischt es und ich krieg Kopfschmerzen. Kopf warum schmerzt du jetzt?
Ohren warum pfeift ihr jetzt?
Da kommen die drei Affen nichts hören, nichts sehen, nichts sprechen.
Dieses "nichts hören, nichts sehen, nichts sprechen" zeigt sich
sofort im Körper
Th. Willst du sie mal ansprechen?
Kl. Was habt ihr denn jetzt mit mir zu tun? Hallo Affen?
Ich will irgendwas nicht hören, sehen und sprechen.
Th. Du kannst dir ja erst mal einen Affen herholen und direkt mit ihm in Kontakt
gehen.
Kl. Die hauen ab.
Th. Wenn du willst, kannst du es einfordern.
Der Klientin sollte gezeigt werden, dass es an ihr liegt, ob sie jetzt genauer
hier hinschauen möchte.
Kl. Affe, der mit dem "nicht hören" , komm her und zeig mir,
um was es hier geht.
Th. Kommt er?
Kl. Es ist alles verschwommen.
Th. Sags dem verschwommenen Bild.
Kl. (sagt es dem Bild ... kommt nichts, aber der Körper wird ganz komisch)
Th. Ja, was passiert?
Kl. Als ob die linke Seite viel größer wird und Gänsehaut
Th. Die linke Seite ist größer als die rechte. Das Verschobene hattest
du doch schon mal (in einer anderen Sitzung).
Kl. Ja, da war das anders herum.
Th. Ja, dann schau, was dir jetzt die linkes Seite sagen will.
Kl. Linke Seite, was willst du mir sagen?
Kopf kannst du mir helfen, wenn du schon drückst?
Th. Sagt er etwas?
Kl. Nee.
Th. Die Affen verschwinden, das Bild verschwimmt ..., weist du was da los ist?
Kl. Es ist alles unklar, es sind auch keine Gedanken da, nichts ...
Th. Kennst du das aus deinem Leben, das alles so unklar ist?
Wechsel von der Symbol- auf die Realitätsebene
Kl. So nicht, es ist nicht unklar im Kopf, es ist einfach nichts.
Th. Es ist ein neues Gefühl, das du nicht kennst?
Kl. Ich hab immer Gedanken, Ideen. Das die manchmal im Nichts enden, ja. Aber
so?
Th. Es ist also neu?
Kl. Ja, irgendwie ist es anders.
Th. Vielleicht kann sich der Druck im Kopf mal als Symbol zeigen?
Kl. Affe, der mit dem "nicht hören", komm her und zeig mir, um
was es hier geht.
............... Ich höre eine Kirchglocke ..........
Kirchenglocke, was hast du jetzt mit mir zu tun? Die läutet jetzt einfach.
Th. Weißt du, was sie sagen möchte?
Kirchenglocke eingespielt, um mehr Realität zu erwirken
Kl. Die läutet was ein.
Th. Schau doch mal, was sie einläutet.
Kl. Augen, ihr brennt jetzt so. ............. Könnt ihr mir zeigen, was
eingeläutet wird?
Ein Beispiel dafür, wie Gehirn und Körper zusammenhängen
Da kommt eine alte Kirche mit einem Gewölbe dazu
Das Gewölbe war ne Gruft.
Kl. Eine Gruft?
Th. Ja, jetzt hab ich es erkannt, dass es eine Gruft war.
Kl. Verbirgt sich was in der Gruft? Gruft ist ein Symbol für Tod. Einläuten
ist ein Symbol für Leben. Die gehören zusammen.
Th. Ja, kannst du damit was anfangen?
Kl. Ja schon, aber für mich jetzt nicht. Augen, was heißt das jetzt
für mich? Dass mein Unterbau eine Gruft ist? ... Nee, im Unterbau liegen
viele Dinge, die gestorben sind.
Th. Kann dir der mal zeigen, was gestorben ist?
Kl. Was ist denn da gestorben oder was liegt da jetzt? Da kommt ein Sarg, da
steht Leidenschaft drauf.
Th. Sarg und Leidenschaft, weißt du was das bedeutet?
Kl. Ja, im Moment würde ich sagen, Leidenschaft ist gestorben.
Th. Sagt das der Kopf oder das Gefühl?
Kl. Da steht noch einer mit Vertrauen.
Th. Ein Sarg?
Kl. Ja.
Th. Ist also auch verstorben?
Kl. Einheit das sind noch zwei.
Th. Ja schau mal, was da drauf steht.
Kl. Liebe und Hingabe
Th. Es sind bis jetzt anscheinend 5 Särge. Schau dir mal die fünf
Särge an, was alles tot ist. ... Willst du mal einen aufmachen und genauer
reinschauen? Oder was kommt dir für ein Impuls?
Eine kurzer Hinweis, damit sie einen Überblick bekommt
Kl. (zögert) weiß nicht so recht.
Th. Wir können ja mal die Glocke, die für Leben steht, gegenüber
stellen. ....... Wie fühlt sich das an?
Kl. Ja, aber es funktioniert erst, wenn ich reingeschaut hab
Th. Ja, in welchen könntest du reinschauen oder gibt es vielleicht eine
andere Möglichkeit da näher hinzukommen?
Kl. Als Thema kommt als erstes Liebe.
Th. Sprich sie mal an
Kl. Hallo Liebe, was willst du mir zeigen? Warum liegst du in meinem Sarg? In
meinem Unterkörper? Jetzt wird der Unterkörper riesig schwer.
Th. Sag es ihm.
Kl. Unterkörper, du wirst jetzt ganz schön schwer. Liebe kann doch
nicht so schwer sein.
Th. Was hats denn so schwer gemacht diese Liebe?
Kl. Liebe, was hat dich denn so schwer gemacht? ... da ist so ein Gedanke, Liebe
ist eh sinnlos.
Mustersatz
Th. Wo hat sich denn der Gedanke, dass Liebe sinnlos ist, gebildet?
Kl. Da bin ich Säugling, ahh, das hatte ich schon mal.
Klientin hatte dieses Thema schon bei einer anderem Synergetik Therapeuten bearbeitet.
Auf der Säuglingsstation. Ich lieg im Glaskasten, dann bringen sie dich
zur Mutter und immer, wenn du dich grad dran gewöhnt hast, zerren sie dich
wieder weg und bringen dich in den Glaskasten. Der riecht nach Desinfektionsmittel,
ist grell, viel Kindergeschrei, ich schrei auch, keiner kommt.
(Babyschreien)
Th. Keiner hört dich, was macht das mit dir? Sind da Gefühle dabei?
Kl. Das letzte mal hat mich das fertig gemacht. Es ist so, warum ist das so?
Th. Und jetzt?
Kl. Ist so ein Unverständnis. Warum ist das so?
Th. Frag, wieso das jetzt wieder auftaucht?
Kl. (frägt nach)
Ja, weil meine Frage war, wo das entstanden ist, dass Liebe eh sinnlos ist.
Th. Ja.
Kl. Also Liebe zu mir ist sinnlos.
Th. Es ist damals so entstanden. Du bist ja als Baby ausgeliefert?
Noch mal das bewusst machen und spüren lassen
Kl. Ja, aber hundertprozentig.
Th. Genau, du kannst nichts tun, liegst da drinnen.
Kl. Kannst nicht weggehen und auch die Liebe zu dir ist auch nicht möglich.
Kalte Atmosphäre
Th. Ja, du liegst in dem Glaskasten, Kinder schreien
Kl. Ja, die Energie ist schlecht, weil alle ein schlechtes Gefühl haben.
Th. Spürst du sie jetzt die schlechte Energie?
Kl. Ja, als ob man in einem Raum kommt und da ist eine gespannte Atmosphäre,
so niederdrückend.
Th. Ja, spür mal, wie dich das niederdrückt.
Kl. Ja, es drückt. Nicht wie letztes mal diese Ohnmacht und Wut und dieser
Hass auf die Schwestern
Es zeigt sich, dass bereits ein Teil der Energie in der früheren Sitzung
abgeflossen ist.
Th. Aber niederdrückend
Kl. Ja niederdrückend - alle denken so - und alle fühlen wir das auch.
Vielleicht sind wir als Baby noch mehr verbunden.
Th. Schau mal, ob es so ist.
Kl. Irgendwie ja, wir kommunizieren.
Th. Dann lass es mal da sein, wie ihr miteinander kommuniziert.
Kl. Komisch, es geht über Farben.
Th. Ja, lass es da sein. Was passiert über Farben?
Kl. Es ist zwischen uns, wie ein Regenbogen, aber mit dunklen, frustigen Farben.
Die neuen Babys bringen helle Farben mit rein, aber sie sind dann relativ schnell
auch von den dunklen ......
Th. Also erst sind sie hell und dann geht die Energie von den anderen über
ist das so ?
Kl. Ja, der ganze Raum ist zwar mit Neonröhren hell, aber an sich ist er
dunkel und hat was Erdrückendes.
Th. Ja sags ihm. Dunkel, erdrückend.
Kl. Raum, du bist dunkel und erdrückend und du machst uns nieder, nimmst
uns Hoffnung, Vertrauen. Hier kann man sich auch nicht richtig hingeben. Bei
dem Dunkeln gehst du ja kaputt.
Hier zeigt sich, wie früh die Muster in ihr bereits entstanden sind
Th. Genau. Da ist auch keine Einheit, oder?
Kl. Wir versuchen das irgendwie, so als Selbsterhaltungstrieb.
Th. Aber ihr spürt es nicht.
Kl. Nein, irgendwie waren wir ja vorher mehr oder weniger geboren und plötzlich
liegen wir in so einem Glaskasten.
Th. Und vorher bei dem Geborgenen war Vertrauen und Hingabe da.
Damit der Klientin der Unterschied klar wird. Sollte da noch was hängen
bzw. Energie darauf sein, müsste man auch noch in den Mutterleib gehen.
Kl. Ja, und Liebe.
Th. Und Leidenschaft?
Frage wegen ihrer inneren Frau, mit der sie ja Schwierigkeiten hat
Kl. Ja, ... im Bauch ist viel Vertrauen, Liebe, Geborgenheit, Leidenschaft und
Freude.
Th. Ja, spürst du das auch alles in dir? Diese Liebe, Freude, Vertrauen,
Geborgenheit. ...
Wie ist es mit Einheit?
Kl. Ja, im Bauch der Mutter ist alles da. ... Ein bisschen Angst hat die Mutter,
aber das stört mich nicht. Beweglichkeit ist auch da.
Th. Spür es mal, all die schönen Eigenschaften im Mutterleib
Spüren ist deshalb hier auch wichtig, um festzustellen, ob hier im Mutterleib
noch Gefühle da waren
Kl. Ist schwierig, ich spür es nur in den Händen ... die werden ganz
warm und wohlig. Ich nehme es wahr, aber ich kann es sonst nicht spüren
Sie hat sich also offensichtlich in dem Glaskasten von den Gefühlen abgeschnitten
Th. Kannst du als große Manuela in dieses Gefühl mal hineingehen?
Kl. Schwierig, bestimmte Körperteile wollen nicht mitgehen.
Th. Welche Körperteile gehen nicht mit?
Kl. Der Oberkörper geht, der Kopf geht nicht und der Unterkörper geht
nicht.
Th. Ja im Unterkörper ist da ja alles tot?
Kl. Ja.
Th. Da ist alles begraben. Du kannst deinem Unterkörper fragen, was er
davon hält, wenn ihr ihn ins Leben bringt-
Kl. Also ich würde schon ganz viel davon halten, wenn wir den jetzt wieder
ins Leben rufen.
Th. Okay, schau mal was er davon hält.
Kl. Was hältst du davon.
Ups, da kommt der Fels in der Brandung
"Fels in der Brandung und Gruft" zeigen die festen Strukturen
Th. Lass ihn da sein, was will er dir sagen. Hat er Angst, was aufgeben zu müssen?
Kl. Ja, das ist das Fundament, mein fester Stand.
Th. Müsstest du denn deinen festen Stand aufgeben oder könntest die
das vielleicht transformieren
Testfrage, um festzustellen, ob bzw. wie viel Energie noch auf dem Thema ist.
Kl. Also, Fels oder Unterkörper, das heißt ja nicht, wenn wir die
Dinge zum Leben erwecken, dass wir unseren festen Stand verlieren. Das möchte
ich auch nicht. Es ist wichtig mit den Füßen auf der Erde zu sein.
Th. Genau und man kann auch Stand haben, wenn man beweglich ist.
Kl. Wir können auch die Erdverbundenheit haben und trotzdem beweglich sein.
Th. Was meint er dazu?
Kl. Er ist nicht dagegen, aber er ist so ... hmm
Th. Und was sagt das Herz und der Oberkörper dazu? Vielleicht kann der
Oberkörper dem Unterkörper helfen.
Kl. Da melden sich die Augen.
Th. Ja, der Kopf wollte ja auch nicht mitmachen.
Kl. Ja Augen, was spricht den dagegen, dass der Oberkörper dem Unterkörper
hilft ... die Augen sind sauer, ihnen hilft auch niemand.
Th. Ach so.
Kl. Augen mit Bockigsein kommen wir auch nicht weiter. Der Oberkörper hilft
euch vielleicht auch. Also Kopf, mir ist noch nicht so klar, was ihr für
Hilfe braucht. Können wir nicht erst dem Unterkörper helfen und dann
Euch. Offensichtlich ist das nicht dasselbe, wenn ihr Hilfe braucht.
Th. Ja, gut.
Kl. Der Magen meldet sich und sagt, das ist eine gute Idee.
Th. Ja der Magen, der ist die Mitte.
Kl. Kopf ist das okay? ...
Oder Kopf, willst du zuerst drankommen.
Nee, es ist dann okay, wenn wir dich später machen. Ja.
Th. Okay, was willst du jetzt tun?
Kl. Wieder zum Unterteil. Jetzt sind da die Schienbeine, jeweils ein Sarg, dann
die Oberschenkel und einer liegt quer drüber.
Th. Genau die fünf Särge. Was machst du damit?
Kl. Da stehen Wörter drauf.
Th. Wo steht denn was?
Kl. Oben quer liegt die Leidenschaft, linker Oberschenkel liegt die Liebe, da
drunter die Hingabe, auf der rechten Seite ist der Oberschenkel das Vertrauen
und Unterschenkel weiß ich nicht. Die Seite fühlt sich wieder schief
an.
Th. Ist die linke Seite wieder größer?
Kl. Ja, sie ist schief ... geht nicht mehr.
Th. Ja irgendwie sind deine Särge ja als Baby gleich nach der Geburt entstanden.
Nimm deine Särge und geh mal dahin, wo sie entstanden sind.
Zurück zur Ursache
Kl. Ja, die passen gut da rein in diese Gruft.
Th. Hmm, du könntest ihnen ja mal sagen: "Ich komm auf die Welt und
schon wird alles begraben."
Kl. Das ist ja der Hammer. Das ist wie ne Gruft und wir liegen da drinnen wie
in kleinen Särgen.
Th. Ja, spür das mal.
Um sie noch tiefer in den Prozess zu bringen.
Kl. Ab und zu kommt einer gucken, ohne Zuwendung, Emotion, nichts
Th. Da ist nichts?
Kl. Nichts, das ist ja sinnlos, dass man den ganzen Stress der Geburt mitgemacht
hat.
Th. Ja, sags denen.
Kl. Ja, das haben wir alle gemeinschaftlich beschlossen, dass das hier sinnlos
ist. Alle Babys.
Auch zeigt sich wieder, dass "alles ist sinnlos auch bereits hier
entstanden ist
Th. Alle Babys?
Kl. Ja.
Th. Geburt, sinnlos, Sarg, Gruft
Kl. Das ist echt sinnlos, selbst wenn wir wollen.
Th. Jetzt könnt ihr auch nicht mehr sterben
Kl. Ich wollt ja schon beider Geburt sterben
Th. Hats dir da schon gereicht?
Kl. Das war stressig, aber da haben die mich zurückgeholt, um mich in diesen
Glaskasten zu legen. Ist das sinnlos ...
Th. Spür das mal, eigentlich willst du gar nicht heraus, alles sinnlos
und dann stecken sie dich auch noch in den Glaskasten.
Voll ins Gefühl gehen, damit sie richtig spürt. Was da abgelaufen
ist, damit die Bilder schnell ins Kippen kommen können
Kl. Ist ja wirklich mittelmäßig.
Th. Wo spürst du das in deinem Körper, wie sinnlos alles ist?
Kl. Des is nix.
Th. Ja, Liebe ist sinnlos, Liebe zu mir ist sinnlos
Kl. Ja, und der Körper ist halt nix.
Th. Eben das ist nix.
Kl. Nix Aufregendes, in die eine und in die andere Richtung. Nix einfach nix.
Th. Ja, jetzt bist du da und jetzt ist alles sinnlos.
Kl. Und die Särge sind da.
Th. Ja, die schleppst du mit, seit deiner Geburt. Spür das mal. Leben,
du kommst gerade auf die Welt und gleich ist der Tod auch wieder dabei.
provoziert
Kl. Aber Tod, du bist doch da, um Platz zu schaffen für neues Leben und
nicht um Leben zu blockieren. Da läuft was falsch.
Th. Ja.
Kl. Die Dinge sollen richtig sterben, damit sie neugeboren werden können.
Aber da müssen sie verschwinden, damit Platz für Neues da ist. Für
Liebe und solche Sachen. Aber scheintod ist man nicht richtig lebendig. Also,
das macht keinen Sinn. Der Tod muss dem Leben wieder Platz machen und das Leben
muss dem Tod Platz machen, aber sie dürfen sich nicht gegenseitig blockieren.
Und das tun wir hier und das schon ziemlich lange. Das macht nicht Sinn, weder
für den Tod noch für das Leben. Geschweige denn zu mir.
Th. Ja.
Kl. Jetzt steht da der Tod und das Leben.
Th. Wie schauen die aus?
Kl. (lacht)
Das Leben ist weiß, der Tod ist schwarz.
Th. Aha.
Kl. Der Tod ist freundlich, sieht nicht grausam aus. Sie sind beide freundlich.
Th. Was willst du tun?
Kl. So Tod und Leben, seht ihr jetzt, dass das nicht so sinnvoll ist, wie das
hier so läuft. Ja, das sehen sie auch. Könnt ihr mir sagen, was besser
ist? Lassen wir die Dinge sterben oder lassen wir sie leben? Oder sollen neue
Dinge leben?
Die diskutieren jetzt.
Th. Über was?
Kl. Was günstiger ist. Ob sterben lassen und neu leben oder ob sie die
Dinge wieder leben lassen.
Th. Ja, verstehst du was sie sagen?
Kl. Von den Wörtern schon, mir ist der Unterschied nicht klar.
Th. Was sagen sie?
Kl. Tod und Leben, was ist der Unterschied, wenn wir die wieder aufleben lassen
oder wenn neues Leben erweckt wird? ... Die wissen nicht, wie sie mir das sagen
sollen.
Th. Wissen die denn überhaupt was sie wollen?
Kl. Die haben sich nicht entschieden, was besser ist.
Th. Da kommt bei mir so ein Impuls. Vielleicht kann man das, was in den Särgen
ist, auferstehen lässt?
Kl. Ja, das ist die eine Möglichkeit. Wiederbeleben oder Auferstehen.
Th. Fühl doch mal rein, was für dich richtig ist.
Kl. Also ich tendiere dazu, sterben lassen und neu ...
Th. Wie machst du das?
Kl. Die Särge richtig tot und weg. Ich schau mal, was die sagen. ... Die
denken auch, das ist besser. Ich hab genügend Kraft, auch dass das neue
Leben aufersteht.
Th. Ja schau mal, vielleicht helfen die dir ja auch?
Kl. Das ist jetzt ein Ritual. Das ist der Hammer
Th. Lass das Ritual da sein.
Kl. Die bauen ein Gerüst aus Holz. Ich glaub die Indianer machen das so.
Auf das Gerüst werden Särge nebeneinander aufgestellt. Da drunter
geht da so ein Schamane. Andere bringen Holz und der Schamane geht da immer
unten durch und macht Sprüche in alle Himmelsrichtungen. Er singt dabei,
brubbelt singend in sich hinein - Nord Süd, Ost, West. Er freut sich, macht
das Feuer an und freut sich total.
Feuergeräusche eingespielt
Das Ritual zieht sich noch über längere Zeit hin. Die Bilder verändern
sich aber allmählich in dieser Zeit
Hände hoch, zwischen Rauch und Himmel kommt jetzt Verbindung, oben ist
jetzt der Tod und nimmt in Empfang und bei dem Schamanen steht das Leben. Die
freuen sich jetzt alle. Der Schamane sagt, ich soll den Tod willkommen heißen.
Th. Ja.
Kl. Der Schamane ist nett.
Th. Ja, er hilft dir auch dich von deinen Särgen zu befreien.
Kl. Ja, es ist ein schönes Bild, nicht traurig.
Th. Ja, spürst du das auch so?
Kl. Ja, ich werde gleich viel leichter.
Th. Ja, spür die Leichtigkeit
längere Pause, um richt spüren zu lassen
Feuer brennt immer noch.
Kl. (seufzt)
Th. Was passiert jetzt?
Kl. Meine beiden Hälften sind jetzt gleich groß und jetzt ist das
Leben gekommen und hat an die Stellen fünf Babys gesetzt und die krabbeln
an mich ran. (Klientin lacht)
Th. Ja, spür das mal.
Kl. Die sind klein, wie richtige Babys, aber die krabbeln so auf meinen Bauch,
Oberschenkeln, Schienbein rum. (Klientin lacht und freut sich sichtlich)
Th. Stehen die Babys fürs neue Leben?
Kl. Ja, aber die halten sich jetzt nicht mehr an die Särge-Ordnung. Die
krabbeln am ganzen Körper rum.
Th. Spür das mal, es geht über den ganzen Körper, da gibt es
dann keine Ordnung mehr, wo was hingehört.
Kurzer Hinweis um den Unterschied zu vorher zu zeigen
Kl. Nee, die sind ziemlich neugierig. Jetzt bin ich wieder in der Kirche. Das
ist jetzt wie ne Taufe.
Die Rückkopplung kommt von alleine zu den Anfangsbildern
Th. Werden die Babys jetzt getauft?
Kl. (lacht)
Ja, nicht so christlich, aber vom Ritual her ähnlich. Das eine heißt
Liebe und Einheit und Vertrauen, Leidenschaft und Hingabe.
Th. Ja, schön. Wer tauft die?
Kl. Das passiert einfach so, da sind Helfer, Begleiter. Die sind mir total vertraut.
Th. Sags ihnen.
Kl. Ihr seid mir total vertraut und ich fühl mich hier wohl und geborgen
und die Babys auch. Sind das jetzt meine Babys?
Th. Schau mal.
Kl. Irgendwie hab ich Vertauen euch auch mal meine Babys in die Arme zu geben.
Th. Wie ist das, wenn du denen die Babys gibst? Wie bei einer Taufe?
Kl. Ja, das ist so bei einer Taufe, da gibt man die Babys her, aber es sind
trotzdem meine Babys.
Th. Ja, fünf Babys.
Kl. (beide lachen)
Ganz schön viel. Die kann man nicht auf einmal halten.
Th. Probiers mal.
Kl. Doch, die sind ja nicht so groß. Die kann man alle auf einmal in den
Arm nehmen.
Th. Sie haben ja tolle Eigenschaften und ein tolles Ritual
Kirchenglocke eingespielt um
a) festzustellen wie es sich jetzt anfühlt und
b) die Realität mehr zu untermauern
Kl. Stimmt, das passt jetzt auch wieder zu dem Anfangsbild.
Th. Ja, die Glocken standen doch für Leben
Kl. Ja, die läuten was ein. Jetzt gehen wir da raus in das Glockengeläut
(Klientin lacht, freut sich)
Th. Richtig festlich. Was läuten die denn ein vielleicht, ein neues Leben
ein?
Kl. Ja, es ist so richtig in den Körper integriert.
Th. Ja, spür mal wie das Neue in den Körper integriert ist.
Kl. Es ist als ob das jetzt fließt oder so.
Th. Ja, wo spürst du es im Körper?
Kl. Überall, außer im Kopf.
Th. Ja, die Babys sind auch im Unterleib. Spür jetzt einfach mal das Fließen
im Körper.
Kl. (Klientin beschreibt jetzt genau wie und wo es im Körper überall
fließt)
zum festen verankern ist es gut, sich die Situation - über das Gefühl
beschreiben zu lassen
Th. Vielleicht willst du mal den Kopf dazu fragen, was er von dem Neuen hält.
Kopf mit reingebracht, da sie da nichts spürte
Kl. Es macht ihn neidisch.
Th. Möchte er auch dabei sein?
Kl. Das ist aber nicht schön von dir Kopf. Doch er ist neidisch, er möchte
beleidigt sein.
Th. Frag mal, ob da ein extra Thema ist oder ob du das jetzt mit erarbeiten
kannst.
Kl. Das ist eine größere Sache, also ein extra Thema.
Th. Okay, triff mit ihm eine Vereinbarung, dass du ihn ein anderes mal bearbeiten
wirst. Vielleicht schon in der nächsten Sitzung.
Kl. Ich versteh, dass du neidisch bist und ich verspreche dir, dass wir uns
in der nächsten Sitzung gemeinsam damit beschäftigen auch dich in
die Einheit mit reinzubekommen, dass auch alles in die fließen kann.
Th. Was meint er dazu?
Kl. Er ist einverstanden.
Th. Dann geh doch nochmal zum Körper und spür nach, was da jetzt so
neues ist.
Bewußt jetzt nochmal ins Körpergefühl gehen, um das neue Gefühl
im Körper zu spüren und um zu sehen ob ev. noch etwas offen ist.
Kl. Da meldet sich jetzt das Herz.
Th. Frag das Herz.
Kl. Da gibt es jetzt ganz schöne Spannungen.
Th. Was meint das Herz damit?
Kl. Wenn sich die fünf nicht gleichzeitig entwickeln, wird es spannend.
Ja Herz, kannst du mir dabei helfen?
Th. (beide lachen)
Die groß zu bringen?
Kl. Die groß zu bringen, gleichberechtigt zu behandeln, usw. Herz, das
wär gut, wenn du mir dabei hilfst, weil soviel Übung hab ich da nicht.
Ja das kriegen wir schon hin, sagt das Herz und freut sich.
Th. Was meinen die Babys dazu?
Kl. Es wird mehr oder weniger allein funktionieren. Ich werde nur an der einen
oder anderen Stelle überrascht sein.
Th. Entwickeln lassen ...
Geh doch mal in die Säuglingsstation, was da jetzt los ist.
Kl. Ich geh da jetzt gleich zur Mutter. Ich war da schon drinnen, aber ich bin
jetzt eins von den hellen Kindern, deshalb zieht es mich sofort zur Mutter.
Th. Du läßt dich nicht mehr anstecken?
Kl. Ja, so.
Th. Nimm das wahr und bleib bei deiner Mutter und spür das mal, wie du
bei deiner Mutter mit den hellen Farben bist.
Kl. Herz, warum stichst du jetzt? Irgendwas passt nicht an dem Bild.
Th. Frag das Herz.
Kl. Herz, was passt an dem Bild jetzt nicht? Etwas zerrt an uns beiden.
Th. Das soll sich mal in ein Bild umsetzen.
Kl. Wie ne Kraft von außen, wie ein Reisenmonster.
Th. Lass es da sein.
Kl. Es ist stink sauer, weil ich nicht gestorben bin und dann soll ich wenigstens
halb sterben und das klappt jetzt auch nicht. Und da ist es stink sauer.
Th. Was ist das jetzt noch für ein Teil in dir? Was macht der mit dir?
Kl. Es sagt immer du darfst die Kraft nicht entwickeln.
Th. Wer sagt das? Wo ist der Satz her?
Kl. Der kommt von außen, von dem Monster
Th. Willst du dir das gefallen lassen von dem Monster? Das hindert dich jetzt
an deiner Entwicklung mit den Babys.
provoziert
Kl. Ich glaub, das muss ich verkloppen.
Th. Das glaub ich auch, das will dich am Leben behindern
Kl. Und meine Mutter auch.
Prozessmusik um den Prozess zu unterstützen
(schimpft und haut mit Unterstützung der Therapeutin, schreit unter anderem
"Ich will leben!". Nach mehreren Minuten schlagen und verschnaufen
sagt die Klientin)
Jetzt passt das Bild. Meine Mama sitzt in einem Sessel am Fenster, der Papa
ist auch dabei und hat die Mama im Arm und eine Hand auf meinem Bauch. Und die
Mama hat mich in dem anderen Arm und spielt mit meinen Fingern. Die Sonne scheint,
schöne Musik im Hintergrund, schöne Atmosphäre. So passt es .
Th. Was sind da jetzt für Gefühle bei dir?
Kl. Wärme, Geborgenheit, sich fallen lassen, Hingabe, Leidenschaft, 100%
Vertrauen.
Th. 100% Vertauen?
Kl. Ja, da lässt dich fallen, ich bin einfach da. Auch eine Einheit Blumen,
Vögel, Vogelgezwitscher, Bank, Mama, Papa.
Th. Ja, spür die Einheit mal.
Kl. Liebe, einfach nur so ohne geben und nehmen. Wärme, Sonne
Musik mit Vogelgezwitscher dazu eingespielt, um alles noch mal richtig im Körper
spüren zu lassen und zu verankern.
Nach dem Spüren lassen, Rückkoppelung zum Kristall, alle Bilder sind
jetzt rund.
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