Praxislizenz Renate Eymann


Klientin:
42 Jahre alt. Brustkrebs auf der linken Seite (nach Dr. Hamer – Mutter-Kind-Konfilkt), der Knoten wurde operativ entfernt.
Die Untersuchung ergab, daß der Knoten bösartig ist, drauf hin bekommt die Klientin einen neuen Termin zu einer weiteren Operation. Es soll an der Brust selbst nachoperiert werden und die Lymphknoten sollen gleichzeitig entfernt werden. In diesem Stadium erfährt die Klientin über eine Freundin von der Synergetik-Therapie. Eine Probesitzung soll ihr bei der Entscheidungsfindung helfen. Sie hat ein 1 1/2 Jahre altes Kind und ist alleinerziehend.

Probesitzung:
Ein Gang mit 3 Türen taucht auf, 2 links, 1 rechts. Sie entscheidet sich für die erste Tür links. Diese Tür geht nach außen auf und es ist dunkel. Sie macht Licht und findet sich in einem muffigen Keller aus Mauerwerk wieder. Der Fußboden ist aus Stein. 1 Kartoffelkiste befindet sich dort. Der Keller erinnert sie an den Keller ihrer Tante, bei der sie seit ca. 3 Wochen wohnt.
Die Klientin hat einen sehr guten Zugang zu ihren Innenwelt und geht mit allem ohne Scheu oder Hemmung in Kontakt.
Th: Ich habe da einen Vorschlag, du kannst die Tante mal dazu holen oder du kannst jetzt einfach mal in das Haus zu deiner Tante gehen. Guck mal was du machen möchtest und wie du in Kontakt gehst mit der Tante. (Y-Fragen für freilaufende Innenweltreise, der Klientin wird damit die Möglichkeit gegeben, selbst zu entscheiden)

Kli: Ich hol sie runter.
Th: Du kannst ihr ja mal den Keller zeigen. Du kannst ihr auch einfach mal sagen, daß es für dich ok ist, daß du bei ihr wohnst. Es geht darum, in der Innenwelt mit den Figuren in Kontakt zu gehen, sie direkt anzusprechen. (Erklärung wie die Synergetik-Therapie arbeitet)
Kli: Ja, ich bin froh, daß ich jetzt hier wohnen kann.
Th: Reagiert sie irgendwie darauf?
Kli: Ja, das glaube ich, sagt sie.
Th: Hast du ein gutes Verhältnis mit deiner Tante?
Kli: Ja, aber es gibt viele Dinge, die mich unheimlich stören.
Th: Du kannst ja jetzt in deiner Innenwelt , wenn du möchtest, ihr das sagen, was dich stört. Es ist ja deine Innenwelt.
Kli: Ja, klar, ich möchte ihr zum Beispiel sagen, daß es mir nicht paßt, daß sie 10 Mal am Tag rauf und runter springt. Also sie betritt meine Wohnung, als ob es ihre Wohnung wäre.
Th: Ah, ja. Sag's ihr jetzt, sag's ihr direkt. Sag Tante .... (Durch direkte Ansprache, geht der Klient in die Konfrontation mit dem Energiebild Tante)
Kli: (unterbricht mich) Genau, das ist meine Wohnung und ich möchte nicht, daß du da dauernd rein und raus latscht, wie's dir paßt.
Th: genau, ganz genau.
Kli: und ich möchte auch nicht, daß du ständig zu den Leuten sagst, komm ich zeig euch mal die Wohnung da oben. Das geht niemand was an. Das ist meine Wohnung. (lauter)
Th: Jawohl, super, ganz toll. Wie reagiert jetzt deine Tante in der Innenwelt auf das? (Durch Bestätigung und Ermunterung den Prozeß unterstützen)
Kli: Die sagt, was du immer hast. Da ist doch nichts dabei. Das ist mir egal, aber ich möchte das nicht. (energisch)
Th: Ganz genau, ja wunderbar, sag Ihr daß du das nicht möchtest.
Kli: Das möchte ich nicht, ich will das einfach nicht und wenn ich weggehe und ich schließ meine Tür da oben zu und ich komm, da sind alle Türen sperrangelweit offen, dann stinkt mir das. (lauter)
Th: Ja, ganz genau.
Kli: Zumal ich hab keine Eingangstür, keine richtige und da kann jeder durch die Wohnung latschen, das kann doch nicht sein (ärgerlich).
Th: Ja, ja.
Kli: Ich bin doch im Haus, sagt sie dann. Du hörst ja nicht einmal (wird lauter in der Stimme) wenn ich bei dir an der Wohnungstür vorbeilaufe. Also hörst du doch auch nicht, wer bei mir da oben rumläuft.
Th: Ja, ja.
Kli: Also, ich will das einfach nicht. Du hast die Wohnung abgeschlossen zu lassen.
Th: Jawohl, genau. Das ist dein Bereich. Kann sie das irgendwie einsehen?
Kli: Jetzt ist sie beleidigt (wird in der Stimme leiser, energielos)
Th: Was macht das mit dir, wenn sie beleidigt ist? (Letzten Impuls aufgreifen um den Prozeß in Gang zu halten)
Kli: Naja, ein schlechtes Gewissen. Vor allem, sie paßt auch ziemlich viel auf meinen kleinen Sohn auf. Ich brauch sie ja.
Th: Spür mal hin, ist es für dich trotzdem in Ordnung, daß sie in deine Privatsphäre (Klientin unterbricht mich)
Kli: Nein, das ist einfach nicht in Ordnung. Ich will meine Privatsphäre.
Th: Ja, genau.
Kli: Ich will auch nicht, daß sie jeden Tag meinen Briefkasten leert. Ich kann meinen Briefkasten selbst leeren.
Th: Ja, genau, du kannst ihr auch sagen, daß es wichtig ist für dich, und daß du es anerkennst, daß sie sich um deinen Sohn kümmert und daß sie da ist für dich (unterbricht mich)
Kli: Ja, ich finde es auch ganz toll, daß ich jetzt auch nicht mehr allein wohnen muß mit meinem kleinen Sohn, und daß jemand im Haus ist, und ich finde es auch richtig schön, daß sie sich unser angenommen hat, und, aber ich kann es nicht brauchen, daß sie überhaupt nicht akzeptiert, daß ich jetzt auch meine Privatsphäre hab.
Th: Du kannst sie ja mal fragen, ob es für sie einen Grund gibt, weshalb sie das nicht respektieren kann. Guck mal, ob du eine Antwort bekommst.
Kli: Ja, das ist ihr Haus.
Th: Ah, ja. Bezahlst du ihr Miete?
Kli: Ich bezahl ihr keine Miete, aber ich hab den ganzen Anbau bezahlt. Also ich habe jetzt da angebaut an ihrem Haus.
Th: Also, du hast jetzt einen Anteil an ihrem Haus?
Kli: Ja, das gehört mir später mal. Wenn sie gestorben ist, gehört mir das Haus. Und ich bezahl diesen Anbau. Also, ich wohn da nicht umsonst. Sie hat ja dafür auch ein neues Zimmer bekommen. Aber sie tut so, sie sagt "ich hab angebaut". Sie sagt, "ich hab angebaut", die kapiert gar nicht, daß ich (betont) angebaut hab, daß ich das bezahle.
Th: Sprich sie direkt an, in deiner Innenwelt. Sag es ihr direkt. Sag, Tante, ich hab den Anbau bezahlt. Sag ihr das was du ihr sagen möchtest mit deinen eigenen Worten. (Einfordern der direkten Ansprache, nur dadurch findet die Auseinandersetzung statt und das Energiebild Tante kann sich verändern)
Kli: Ich hab den Anbau bezahlt. Ich zahle dafür, daß ich hier wohne. Ich wohn hier nicht umsonst. (lauter)
Th: Ja, ganz genau.
Kli: Ich zahl eine Menge Geld. Ich weiß, du hast zwar auch einen kleinen Teil dazu beigetragen, aber den größten Teil zahle ich. Ich zahl für den Anbau soviel, da hätte ich mir irgendwo anders eigentlich eine schöne Eigentumswohnung kaufen können.
Th: Wie reagiert sie drauf?
Kli: Ja, das weiß ich schon (etwas ärgerlich) sagt sie dann.
Th: Wie ist das für dich, wenn sie das so sagt?
Kli: Das heißt soviel, ach sei doch ruhig, was sprichst denn du immer. Das zeigt mir, daß sie mal wieder überhaupt nicht kapiert, worum es geht. Daß ich im Prinzip an eine Wand hin rede, weil sie genau in 5 Minuten genau wieder das selbe macht und absolut nichts versteht.
Th: Du wohnst bei ihr, sie weiß ja um deinen Zustand, sie weiß um dein Befinden, berührt sie das irgendwie, frag sie doch mal.
Kli: Ja, das macht ihr zu schaffen. Ja, das berührt sie und sie weint und sie ist sehr traurig.
Th: Spür mal hin, was es mit dir macht, wenn sie so drüber hinweg geht über deine Privatsphäre.
Kli: Daß ich gar niemand bin, ich bin gar niemand, ich bin gar nicht wichtig. Ich bin, ah ja, so von Gottes Gnaden aufgenommen. (Muster: Ich bin nicht wichtig – Selbstwert, zeigt sich als fraktaler Ausdruck)
Th: Sag ihr das mal in deiner Innenwelt, jetzt, direkt. Sag, so Tante, so fühl ich mich, zeig ihr mal deine Gefühle.
Kli: Ja, genau, ich fühl mich so als ob du so gnädig warst und mich jetzt von der Straße aufgelesen hast, und ich dir jetzt ewig dankbar sein muß, wie gut du zu mir bist. Dabei bestimmst du über mich (ärgerlich). Du sagst auf einmal, ich hab jetzt dir am Freitagabend die Haare einzudrehen. Und das ist klar, daß das jetzt die andere Person, die das früher gemacht hat jetzt nicht mehr macht. Das mach jetzt ich, weil ich ja jetzt hier im Haus wohne. Und du bestimmst auch die Uhrzeit, wann ich dir die Haare eindrehen muß, und sogar wie ich dir jeden einzelnen Wickel reindrehen muß. Ich dreh dir die Haare ein, und ich dreh dir die so ein, wie ich das für richtig halte. (ärgerlich)
Th: Wie reagiert sie da jetzt drauf?
Kli: Ja. dann mach halt.
Die Tante reagiert trotzig und die Klientin wirkt eher resigniert. Da es sich um die Probesession handelt, auf Grund der die Klientin entscheidet, wie sie mit ihrer Krankeit weiter verfährt, erkläre ich ihr, daß es sich um ihre Innenwelt-Tante , das abgespeicherte Energiebild davon, handelt, und sie in ihr so wirkt. Dies schwächt sie und macht ihr Schuldgefühle. Sie klärt daraufhin das Zusammenleben im gemeinsamen Haus. Die Tante und sie sind mit der Lösung einverstanden. Ich lasse die Klientin noch klären, ob die Tante irgendwie mit ihrem Krebs in Verbindung steht, was jedoch nicht der Fall ist. Die Klientin testet die neuen Vereinbarungen mit der Tante, und ob sie sich daran hält. Ich bitte sie abschließend noch nachzuspüren, ob das Thema Tante damit für heute ok ist. Für die Klientin ist das Thema Tante für heute erledigt.
Die Klientin erklärt, daß es ihr übel wird. Als sie mit der Übelkeit in Kontakt geht, stellt sich heraus, daß es ihr jeden Tag übel ist. Gleich morgens beim Aufstehen ist ihr übel. Sie geht in diese Situation, kommt aber nicht weiter, daraufhin schlage ich ihr vor einen Boten vorbei zu schicken, der ihr weiterhelfen könnte was es mit der Übelkeit auf sich hat. Der Bote hat auch keine Informationen zur Übelkeit. Zögerlich kommt jetzt die Aussage, daß die Übelkeit mit ihrem kleinen Sohn zu tun haben könnte. Sie bekommt auf die Frage von ihrem Sohn keine eindeutige Antwort. Sie denkt, daß er schon ein bisschen damit zu tun hat. Es fällt ihr sehr schwer, das auszusprechen, daß ihr Sohn damit zu tun hat. Sie fängt an zu weinen. Ich fordere sie auf, allen Schmerz auszudrücken, dabei kommt die tiefe Erkenntnis
Kli: (weint) daß ich jeden Tag aufstehen muß, wegen dem Kind. Eigentlich will ich gar nicht mehr aufstehen und ich muß, wegen dem Kind jeden Tag aufstehen. (weint bitterlich)
Th: Ja, ja.
Kli: Er zwingt mich dazu (weint), er zwingt mich dazu, daß ich jeden Tag aufstehen muß.
Th: Ja, ja, es ist alles in Ordnung.
Kli: Eigentlich will ich gar nicht mehr aufstehen (weint). Ich hab keinen Spaß mehr am Leben, aber ich muß aufstehen. (Fraktal das mit dem Krebs in Verbindung steht. Mutter-Kind-Konflikt wird hier zum ersten Mal deutlich)
Th: Ja. Schluck es nicht runter, schau, all die Jahre schluckst du es schon runter, schluckst es in dich rein.
Kli: Früher bin ich immer so gern aufgestanden, aber jetzt stehe ich nicht mehr gern auf.
Th: Jetzt machst du es aus Pflichtgefühl und Verantwortungsgefühl deinem Sohn gegenüber?
Kli: Genau, aber ich liebe meinen Sohn.
Th: Ja, natürlich, ganz klar, logisch. Dann sag's ihm.
Kli: Ich lieb dich über alles. Du bist so ein wundervolles Kind, das ich so liebe und trotzdem, trotzdem möchte ich lieber (Pause)
Th: Nicht mehr aufstehen?
Kli: Lieber sterben (weint ganz bitterlich).
(Der Klientin wird bewußt, daß sie nicht mehr leben will. Dies ist eine sehr tiefgreifende und schmerzliche Erkenntnis. Und daß Sie selbst diese Entscheidung getroffen hat. Hier genau hat sie die Entscheidung zum Sterben getroffen. Es ist wichtig, die damit in Verbindung stehenden festgehaltenen Emotionen abfließen zu lassen)
Th: Ja, laß alles dasein, es ist alles in Ordnung, laß es raus, laß es raus. Guck mal wie lange du den Schmerz schon zurück hältst, guck mal wie lange du den schon in dir trägst. Ja, genau. Du machst das ganz toll. (Klientin weint ganz bitterlich) Und nie darfst du diesen Schmerz zeigen, immer mußt du dich unter Kontrolle halten, immer mußt du dich kontrollieren.
Kli: Laßt mich halt gehen (weint)
Th: Wie reagiert dein Sohn darauf, wenn er das so sieht, wie du leidest.
Kli: Er läßt mich los. (weint)
Th: Ist es so etwas, wie daß er dich versteht?
Kli: Ja. (weint) Es tut mir so weh, daß er mich los läßt, der Arme. Ich kann ihn nicht verlassen. Ich will ihn nicht verlassen.
Th: Ja, ja, sag's ihm direkt.
Kli: Ich will dich nicht verlassen. Ich will bei dir bleiben, ich will sehen wie du zur Schule gehst, wenn du groß bist. Aber ohne Lebensfreude, das paßt ja gar nicht, das geht doch nicht. Wie soll ich das denn schaffen? (weint) Ich schaff das doch nicht. (Mustersatz: Ich schaff das doch nicht)
Th: Magst du mal gucken, wo dieser tiefe Schmerz herkommt?
Kli: Ja. (energisch)
Th: Wo kommt dieser tiefe Schmerz her?
Kli: Ich weiß nicht wo ich suchen soll.
Th: Frag deinen Schmerz, er soll dir eine Situation zeigen, wo er entstanden ist. Das kann ein Bild sein, das kann ein Wort sein, das da jetzt kommt. Guck mal was kommt oder was geht.
Kli: Das war an dem Tag, wo ich gehört habe, daß mein Lebensgefährte gestorben ist.
Th: Geh mal in diese Situation, geh da mal hin.
Kli: Es war so schrecklich, oh je war das schrecklich (weint). Ich lieg im Bett und krieg einen Anruf, er sei tot (weint) und ich hab ein Kind, wo ich gar nicht wollte, wo ich nur gekriegt hab für ihn. (weint) Oh, Gott weil das so endet. (Hier zeigt sich erneut der Mutter-Kind-Konflikt)
Th: Ja, laß all deinen Schmerz da sein.
Kli: Ich bin so wütend auf den. Der hat mich sitzen lassen.
(Unterstützung durch Prozeßmusik Vangalis und lauterer Stimme der Therapeutin))
Th: Oh, ja. Du kannst ihn jetzt in deiner Innenwelt herholen. Der existiert in dir, der ist als Bild in dir da. Du kannst es jetzt mit ihm klären.
Kli: Du bist ja so ein blöder Hund.
Th: Ja, sag's ihm, drück alles aus.
Kli: Erst machst du mir das Kind, ohne mich zu fragen und jetzt verpißt du dich einfach und läßt mich sitzen mit dem Kind und mit der ganzen Scheiße am Hals. (weint)
Th: Ja, genau.
Kli: Ist das schrecklich.
Th: Ja, super, du machst das ganz toll. (Ermunterung die unterdrückte Wut auszudrücken. Die mit dem Energiebild in Zusammenhang stehende aufgestaute Energie in Kontakt mit dem verursachenden Energiebild abfließen lassen.)
Kli: Wo soll denn das hinführen, was soll ich denn jetzt machen. (Immer noch unter Tränen) Mein Leben, ich hab so für dich, für dich tun wollen, ich wollte, daß wir zwei das Kind groß ziehen. Du weißt genau, daß ich mit dem Kind nicht spielen kann und auch nicht will. Ich will das nicht, das hab ich schon immer gesagt. Ich wollte 10 Jahre kein Kind. Jetzt hast du eins und jetzt gehst du. Bist du eigentlich noch ganz dicht oder was?
Th: Ja, genau, ganz toll machst du das. Halt nichts zurück, laß es raus.
Kli: Es ist unglaublich, es ist unglaublich, was du dir erlaubst. Es ist einfach der Gipfel. Ich bin so wütend auf dich. Ich bin so stinkig.
Th: Ja, drück's aus, sags ihm jetzt in deiner Innenwelt.
Kli: Und du, mein Leben ist jetzt einfach zu Ende. Du bringst es fertig, daß du stirbst und mich genauso einsperrst, wie wenn du lebst. Du hast mir deinen Nachkommen eingepflanzt damit der genauso gut auf mich aufpaßt wie du immer auf mich aufgepaßt hast.
Th: Ja, genau.
Kli: Im Gegenteil, der paßt noch viel besser auf, weil der ist so unschuldig und braucht sich nicht einmal zu verteidigen, weil er mich einsperrt. Du hast mir nie gegönnt, daß ich auch nur ein Stück für mich selber mache. Nicht ein Stück.
Th: Ja, genau.
Kli: Ich konnte noch nicht einmal zum Klassentreffen gehen (weint), ohne daß du Theater gemacht hast.
Th: Ja, super machst du das, toll, sag ihm alles, alles raus jetzt. (Musik Prozeßarbeit Vangalis Nr. 18) Schau mal wie lange du das alles schon in dich reinfrißt. Ja, genau, drück es jetzt aus, sag's ihm.
Kli: (weint ganz bitterlich) Und jetzt hast du mir deinen Sprößling eingepflanzt, damit du abtreten kannst und ich einen neuen Wächter habe. Genau so ist es doch.
Th: Ja, ja.
Kli: (weint) Und ich sitz doch tatsächlich Tag für Tag daheim und hab ein schlechtes Gewissen, auch, wenn ich den bloß eine Stunde bei jemanden abliefere. Oh, was denkst du eigentlich, wie lange das ein Mensch aushalten kann. (weint)
Th: Ja, genau.
Kli: Ich jedenfalls kann das nicht mehr aushalten, ich will es auch nicht mehr aushalten.
Th: Ja, sag's ihm noch mal. Ich will das nicht mehr aushalten.
Kli: Ich will's nicht mehr.
Th: Ja, genau, drück's aus.
Kli: Ich habe so die Schnauze voll (weint bitterlich), der Kleine kann nichts dafür. Du bist echt ein Schwein, du benutzt den Kleinen für deine Zwecke.
Th: Ja, super, toll.
Kli: Und der muß jetzt unter so einer Mutter leiden. Der Arme, der kann sich ja nur noch nach außen orientieren (weint). Der kann gar nicht mehr mit mir rechnen. Einerseits will ich es auch gar nicht mehr, andererseits will ich es doch wieder. Ich will meinen Kleinen behalten. Ich lieb ihn doch. Ich lieb ihn doch wirklich. Es ist das goldigste Kind, das es gibt.
Aber trotzdem ist es ein Monster, das mich einsperrt. (weint) Ihr sperrt mich einfach ein. Ich wäre gern einfach wieder fröhlich, richtig fröhlich. Einfach raus, einfach das Leben genießen, in vollen Zügen, aber, aber immer ist mir schlecht. Immer geht's mir schlecht. Immer bin ich krank. Ich will nicht mehr krank sein. Ich will das nicht. Ich brauch das auch nicht.
Th: Du kannst das noch viel besser und lauter sagen. Ich will das nicht, ich brauch das nicht mehr. (Verstärkung durch Wiederholung, um zu testen ob sie wirklich nicht mehr krank sein will)
Kli: Ich will nicht mehr krank sein.
Th: Ja, genau, drück es aus, super.
Kli: Ich will daß es mir nicht mehr übel ist.
Th: Sag, was du möchtest.
Kli: Ich will wieder gesund sein.
Th: Wiederhole das nochmal.
Kli: Ich will gesund sein.
Th: Sag's lauter, das hat niemand richtig gehört, sag's lauter. (Durch wiederholen und lauter sagen die neue Entscheidung verstärken)
Kli: Ich will gesund sein, einfach gesund sein (lauter)
Th: super.
Kli: Ich hab keine Lust mehr, es ist zum Kotzen, einfach, genau zum Kotzen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Th: Super, ganz toll machst du das. Wie reagiert er jetzt darauf?
Kli: Er grinst blöd.
Th: Er grinst blöd? Wie ist das für dich, wenn der blöd grinst?
Kli: Du hast gar keinen Grund so blöd zu grinsen. Vermoder doch in deinem Grab. Von mir aus kannst du vermodern und verstinken. Ich besuch dich nicht, ich komm nicht. Ich besuch dich nicht. Aber jetzt kann ich dir sagen, wenn du nicht wenigstens als Schutzengel auf deinen Sohn aufpaßt. Ich schwör's dir, irgendwann find ich dich und irgendwann rechne ich mir dir ab.
Th: Du hast ihn in deiner Innenwelt schon gefunden, du kannst es ihm hier sagen. Und du kannst hier in deiner Innenwelt mit ihm abrechnen, so wie du willst, du kannst ihm alles zurückgeben. Du kannst mit ihm abrechnen, er ist jetzt da.
Kli: Ich möchte einfach. Am liebsten wäre mir, du wärst nie in aufgetaucht in meinem Leben.
Th: Hat er was mit deinem Krebs zu tun, magst du ihn mal fragen, soll mit dem Kopf nicken oder schütteln.
Kli: Was hast du mit meinem Krebs zu tun? Er sagt nein, du mußt doch mein Kind groß ziehen, du kannst doch nicht. Ich hab nichts mit deinem Krebs zu tun.
Th: Ah, ja.
Kli: Mit dem hab ich selber zu tun. Ich weiß, daß ich mit dem ja selber zu tun habe, weil ich ja gar nicht mehr will (wütend). Ich will ja gar nicht mehr. Ich weiß, ich will mich aus der Verantwortung stehlen. Ich will (weint). Ich kenn mich doch. (Die Klientin erkennt, daß sie den Krebs selbst verursacht hat, weil sie den Entschluß gefaßt hat, nicht mehr leben zu wollen.)
Kli: Ich will abhauen und auf diesem Weg ist es legitim (weint). Jetzt kann ich einfach gehen, ohne daß ich (weint) ohne, daß ich, da werde ich auch noch bemitleidet wenn ich jetzt gehe. Ich kann ja nichts dafür. Ich hab ja Krebs. Aber ich weiß ja, daß ich was dafür kann und das macht's mir nicht leichter.
Th: Ja, mh, super ganz toll. Er steht in keiner Verbindung mit deinem Krebs?
Kli: Nein, soweit laß ich mich, obwohl indirekt doch. Ich hab mich ja dazu bringen lassen, zu dem Ganzen. Er ist nicht allein schuld.
Th: Wie reagiert er jetzt, wenn er das sieht , wie du leidest in deiner Innenwelt. Es geht ja um das abgespeicherte Bild, das du hast. Wie reagiert er jetzt drauf. Macht ihn das betroffen oder was ist da? Geh mal näher und guck ihm in die Augen.
Kli: Das macht ihn nicht betroffen, das ist ihm grad egal.
Th: Wie ist das für dich, daß es ihm egal ist?
Kli: Das macht mich noch wütender.
Th: Oh, genau, ja sag ihm, daß dich sein Verhalten wütend macht.
Kli: Ich find das einfach zum Kotzen, das Verhalten. Hey, du bist doch echt das Letzte.
Th: Guck mal, was willst du mit dem machen in deiner Innenwelt?
Kli: Ich möchte gar nicht mehr mit ihm sprechen. Ich möchte einfach gar nichts mehr zu dem sagen.
(Prozeßmusik Vangalis Nr. 18 wird eingespielt, um den Prozeß zu unterstützen)
Th: Spür aber, wenn du ihn jetzt in deiner Innenwelt wegschickst, der kommt dann irgendwann wieder. Spür, ob du mit ihm alles geklärt hast, ob für dich mit ihm alles klar bist.
Kli: Ja, das war das wichtigste. Wichtig war ihm zu sagen, daß er mich hat sitzen lassen mit dem Kind.
Th: Du kannst jetzt, wenn du so das Gefühl hast, für heute ist das so in Ordnung, aber unterschwellig ist doch noch was mit ihm irgendwann zu klären, dann könntest du mit ihm jetzt eine Vereinbarung treffen. Du kannst jetzt zu ihm sagen, das was mir heute wichtig war, das bin ich alles losgeworden, aber ich spür da steht noch was anderes mit dir an, das ich mit dir klären will, und ich komme irgendwann zurück und kläre das mit dir. Du könntest da jetzt eine Vereinbarung treffen, wenn du das möchtest.
Kli: Es kann gut sein, daß mir dazu noch was einfällt und das kläre ich dann schon mit dir. Bei Gelegenheit schmier ich dir das auf's Butterbrot.
Th: Du spürst auch von der Energie her, da steckt noch was, da hängt noch was. Da ist noch Wut und Ärger dahinter.
Kli: Ja natürlich, so wie der sich die ganzen Jahre verhalten hat, war immer nur er wichtig. Ich war eigentlich nur 1 Jahr wichtig, in der Zeit als ich schwanger war. Ansonsten war ich für ihn eigentlich nur der Laufbursche und hab mich dazu machen lassen. Aber wehe dem, ich hab das zu dem gesagt, aber wehe ich hab das zu dir gesagt, daß ich dein Laufbursche bin, was hast du dann gemacht? Dann warst du beleidigt und hast unsere Beziehung in Frage gestellt und hast so getan, als ob du mich zu irgendwas zwingen würdest. Als ob alles meine Schuld wäre. Du hast nie auch nur für 1 Sekunde die Schuld für irgendwas auf dich genommen. Ich war die Schuldige von der ersten Sekunde an.
Th: Ja, genau, jawohl, laß alles dasein. Alles was du heute rausläßt bleibt hier.
Kli: Alles hast du mir vermiest. Alles. Du hast immer für mich geantwortet, wenn ich was gefragt worden bin. Du hast immer für mich geredet, nur du warst wichtig, ich war niemand. (Vangalis Nr. 18 wird eingespielt um den Prozeß zu unterstützen))
Du hast dein eigenes Leben gelebt und ich hab bloß immer dagehockt und auf dich gewartet. Du blödes Arschloch.
Th: Genau, wunderbar.
Kli: Und zur Krönung hast du noch gedacht, ja jetzt warte nur, jetzt sperre ich dich vollends ein. Du blöder Hund du blöder. So jetzt bist du auf einmal nicht mehr der große Macker. Bist zu blöd zum Skifahren und hast es nicht mal zugegeben. Konntest keine Sekunde auf den Ski stehen und hast behauptet du seist früher Ski gefahren. Daß ich nicht lache. Alles konntest du besser, alles, alles. NIchts gab's, was du nicht konntest. Aber das ist mir egal. Du hättest mich beinahe das Leben gekostet. Du Idiot. Ich hätte mich beinahe umgebracht für dich im wahrsten Sinne des Wortes. Und ich weiß auch noch nicht wie ich da davon komme, aber ich weiß eines, ich komme davon, das ist sicher. Ich komm ganz sicher davon (sehr energisch) schon um dir eins auszuwischen und dann leb ich mein Leben. Und dann mach ich mir das schön, auch mit Kind. Ja, das mach ich. (Hier zeigt sich, daß auch noch ein recht großer Lebenwille in Ihr steckt)
Th: Jawohl, ganz genau.
Kli: Ich find jemand und ich hab dann gar kein schlechtes Gewissen, wenn ich ihn abgebe. Jawohl, das tu ich. (sehr energisch) Ich geb ihn ab.
Th: Ja, genau.
Kli: Ich geb ihn ab und laß jemand anders auf ihn aufpassen und dann geh ich nämlich fort. Jawohl und irgendwann und das ist dann die Krönung da such ich mir nämlich einen anderen Mann. So. Und dann kannst du blöd gucken.
Th: Super, toll.
Kli: Und das ist mir grad egal, ob dir das paßt oder nicht (sehr energisch). Im Gegenteil, wenn es dir nicht paßt, ist mir das noch lieber.
Th: Jawohl, super.
Kli: So, damit du es weißt.
Th: Toll, super, du machst das ganz toll.
Kli: Ja, der macht mich so wütend.
Th: Ja, genau, das ist toll und das ist gut. Laß die Wut raus.
Kli: Der macht mich so wütend. Der hat mich so wütend gemacht und ich durfte nie was sagen.
Th: Toll, und jetzt sagst du's.
Kli: Und jetzt sag ich's ihm und ich mach's auch so.
Th: Super, genau. Die ganze Wut die du da in dich rein gefressen hast, die macht dich letztlich krank.
Kli: Ja, genau und jetzt meinst du wohl, daß deine Familie ein Auge auf mich hat, aber die können nicht so den Daumen drauf haben wie du dir das vorstellst. Die kommen nur dann zu mir, wenn ich's erlaube. Wenn ich das will.
Th: Ganz genau. Du bist der Chef.
Kli: Ja und jetzt darf deine Schwester mal ein bisschen was für mich tun, die darf jetzt auf meinen Sohn aufpassen. Jawohl, das wird jetzt als nächstes passieren, du wirst schon sehen.
Th: Genau, prima.
Kli: Und dann wirst du gucken. Jetzt guckt er aber blöd.
Th: Sag's ihm direkt
Kli: Jetzt guckst du aber blöd. Was guckst du denn jetzt so blöd (schadenfroh). Was hast du gedacht, hast du gedacht, ich mach so weiter oder was? (Das Energiebild von Ihrem verstorbenen Lebensgefährten verändert sich dadurch, daß Sie es mit Ihrer Wut konfrontiert und zum Ausdruck bringt. Die aufgestaute Energie kann in Verbindung mit dem verursachenden Energiebild abfließen.)
Th: Ja, genau, der verändert sich in deiner Innenwelt, bemerkst du das?
Kli: Ja, der guckt ganz blöd, das ist mal ganz was neues und die Sprache hat es dir auch verschlagen. Das ist ja aber wunderschön mal zur Abwechslung.
Th: Ja, wie fühlst du dich dabei?
Kli: Ich fühl mich wunderbar.
Th: Sag's ihm.
Kli: Ich fühl mich wunderbar, weißt du, mir geht es jetzt richtig gut, daß es dir schlecht geht. Jetzt ist es mir nämlich lang genug schlecht gegangen.
Th: Ja, ganz genau.
Kli: Jetzt hab ich nämlich keinen Bock mehr. Ich hab keinen Bock mehr. Ich will nicht mehr, daß mir's morgens schlecht ist. Ich will nicht, daß ich morgens den Hintern nicht hoch kriege. Daß ich jedesmal so zusammenzucke, wenn mein Sohn morgens aufwacht und seinen ersten Schrei tut.
Die Klientin fühlt sich jeden Tag schlecht beim Aufstehen. Schon 1 Stunde vorher weiß sie, daß sie sich nicht den ganzen Tag mit ihrem Sohn beschäftigen kann. Sie denkt jeden Morgen, wenn ich nur schon den Tag hinter mich gebracht hätte. Sie kommt gar nicht zur Ruhe, sie wollte immer die Übermutter sein. Sie klärt mit ihrem Sohn, ob es für ihn in Ordnung ist, wenn sie ihn ab und zu bei der Tante oder Freundin läßt. Er ist damit einverstanden. Das ist für sie eine große Erleichterung. Sie ist nur besorgt, was ihre Mitmenschen dazu sagen. (Sie lebt auf dem Land). Sie klärt das mit ihren Mitmenschen in der Innenwelt. Dabei erzählt die Klientin, daß Sie ihren großen Sohn bei seinem Vater gelassen hat. (Hier ist ein weiteres Fraktal des Mutter-Kind-Konflikes.)
Nach ihrer Scheidung hat sie ihn zurückgelassen, weil er bei seinem Vater besser versorgt war als bei ihr. Enorme Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen belasten sie noch immer. Für sie ist es nicht akzeptabel, daß man sein Kind einfach zurück läßt. Im weiteren Verlauf der Sitzung stellt sich heraus, daß auch sie sich nicht akzeptieren kann und sich für nichts wert hält.
Sie ist unehelich geboren, und damit ist sie automatisch das Schwarze Schaf in der Familie.
Sie erzählt, daß sie deshalb nicht mit anderen Kindern spielen durfte und das habe sie als Kind überhaupt nicht verstehen können. Ich mache ihr den Vorschlag mal in solch eine Kindersituation zu gehen.
Kli: Meine Mama hat gesagt ich darf nicht mit dir spielen.
Th: Laß mal die Mama dasein von dem Kind, das jetzt vor dir steht.
Kli: Wieso darf die jetzt nicht mit mir spielen? Was ist jetzt da das Problem? Ja, da kann man sich ja denken, was du mal für eine wirst, wenn deine Mutter schon nicht verheiratet ist und ein Kind kriegt.
Th: Wie ist das für dich?
Kli: Du bist, du bist ein Schandfleck. Du bist nichts wert. Du bist einfach schlecht. Du bist einfach schlecht.
Th: Wie ist das für dich, wenn die Mutter sagt, daß du schlecht bist?
Kli: Da wehrt sich alles in mir, ich bin nicht schlecht. Ich bin ganz. Ich bin ein ganz normales Kind, ich wohne einfach nur bei meinen Großeltern. Ich wohne nicht bei meiner Mutter, und ansonsten ist bei mir nichts anders als bei anderen. Was kann ich denn für meine Mutter?
Th: Ja, genau. Wie reagiert die Frau?
Kli: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben, stelle ich fest. Immer habe ich das Gefühl, daß die Leute mich ablehnen, daß ich nicht willkommen bin.
Th: Sag das mal, wie du dich fühlst, sag das mal der Frau.
Kli: Überall bin ich unerwünscht. Immer denke ich, ich bin lästig. Immer denke ich, ich gehe den Leuten auf den Wecker. Dabei ist es eigentlich gar nicht so.
Der Klientin wird deutlich, daß sie sich oft abgelehnt fühlt, selbst in Situationen, in denen es gar nicht angebracht ist. Sie zieht sich dann sehr schnell zurück. Ich mache der Klientin den Vorschlag mal ihre Mutter dazu zu holen und sie mit der Frau zu konfrontieren. Dabei stellt sich heraus, daß die Mutter sie ja nicht wollte, genauso wie sie ihre eigenen Kinder nicht wollte. Die Mutter mußte auch Spießrutenläufe machen. (Hier liegt der eigentliche Ursprung des Mutter-Kind-Konfliktes, der sich wohl von Generation zu Generation wiederholt.)
Die Klientin möchte sich mit ihrer Mutter nicht auseinander setzen. Im weiteren Verlauf stellt sich dann heraus, daß sie auch bei der Großmutter nicht willkommen war und sie sich ständig gegen sie wehren mußte und gegen die jüngste Schwester ihrer Mutter, die nur 11 Monate jünger ist wie die Klientin selbst.
Ich schlage vor, diese Tante mal auftauchen zu lassen.
Kli: Ja, du hast gar aus deinem Leben selber nichts gemacht. Schon als Kind warst du unsympathisch, konnte dich keiner leiden. Und jetzt meinst du immer, du müßtest den Pfarrer rauskehren. Schon alleine, wenn du mir einen Text vorliest, so einen religiösen, da krieg ich beinahe die Gicht.
Th: Ja.
Kli: Da könnt ich dir ein paar reinschlagen. So nervt mich das.
Th: Du kannst das in deiner Innenwelt tun, du kannst ihr mal eine geben. Ja, wenn du den Impuls dazu hast, dann tu es.
Kli: (lacht) Jetzt hab ich ihr eine geklatscht (freut sich). Einfach in die Schnauze, die sagt gar nichts.
Th: Ja, genau, jawohl. Genau darum gehts. Die soll dich endlich dein Leben leben lassen.
Kli: Ja, genau. Sag du mir nicht, was ich zu tun habe und was besser für mich wäre. Und sag du mir nicht, nehm doch endlich mal dein Kind auf den Arm. Du bist 41 und hast nicht mal einen Mann. Du warst noch nie verheiratet und hast keine Kinder. Und gar nichts und zu mir sagst du, nehm doch endlich mal dein Kind auf den Arm. Dabei schleppe ich den von morgens bis abends herum, daß es dem Bub gut geht. Und dann brauch ich mir von dir das auch nicht noch sagen zu lassen.
Th: Ja, genau. Reagiert sie darauf, wenn du ihr das so sagst und ihr eine gibst?
Kli: Die guckt mich ganz blöd an. Was guckst du jetzt so blöd? Ha, da brauchst du gar nicht so blöd zu gucken, das ist doch wahr. Die ganze Zeit muß ich mich mit dir auseinandersetzten, jetzt reicht's allmählich mal. Ich mag jetzt auch nicht mehr. Kommst zu mir zu Besuch und zuerst mußt du Dates ausmachen mit allen Leuten, mit denen du dich treffen mußt. Kommst du zu mir zu Besuch oder kommst du nur um hier zu übernachten? Und dann verlangst du auch noch, daß etwas zum Essen auf dem Tisch steht. Ich hab da aber keinen Bock zum Kochen. Ich bin dir ja dankbar, daß du für mich da warst beim Umzug, weil ich mal wieder krank war. Aber das heißt nicht, daß ich dich mein Leben lang ertragen muß.
Th: Ja, und dein Leben lang dankbar sein mußt.
Kli: Und dir dein Leben lang dankbar sein muß.
Th: Wie reagiert sie darauf?
Kli: Sie sagt, ich war schon immer gemein zu ihr. Du hast es auch verdient. Ich hab dich als Kind immer geärgert und ich hab dafür dann Schläge gekriegt, aber das war mir auch egal. Hauptsache ich konnte es ihr geben. Sie war ja der Liebling meiner Großmutter, sie war ja ihr jüngstes Kind und genau 11 Monate jünger wie ich. Und ich hab schon immer Ärger gehabt mit der.
Th: Ah, ja. Hat dich die Großmutter da immer hinten angestellt?
Kli: Ja, natürlich, oh je, da mußte ich mich immer wehren. Ich hab immer Schläge gekriegt, wenn meine Tante in den Bach gefallen ist, oder wenn sie von der Mauer gefallen ist. Weil sie immer gesagt hat, ich hätte sie runter geschmißen. Die hat mich auch immer verpetzt. Die war halt eine Petze. Die ist halt auch krank, aber die ist anders krank als ich.
Ich mache der Klientin jetzt deutlich, daß sie nun einen recht großen Überblick bekommen hat, über die Themen, die zu bearbeiten sind. Wobei es im Schwerpunkt um ihre Mutter und Großmutter geht. Die Klientin bestätigt, daß sie denkt, daß sie vor allem mit der Großmutter einiges zu klären hat. Ich schlage ihr vor, mit der Großmutter eine Vereinbarung zu treffen, was die Klientin dann auch sofort tut. Mit ihrer Mutter trifft sie ebenfalls eine Vereinbarung, sie ist auch nicht bereit, ihrer Mutter die Verantwortung abzunehmen. Die Klientin macht ihrer Mutter klar, daß sie noch einiges mit ihr zu klären hat.
Nachdem die Klientin die Sitzung als rund empfindet, bitte ich sie, noch mal in das Eingangsbild zu gehen.
Die Türen sind schon noch da. Die Tür, in die sie rein gegangen ist, ist nicht mehr da. Die Türen haben jetzt Türklinken. Der Kellerraum hat jetzt ein Fenster und da scheint die Sonne rein.
Auf Grund dieser Sitzung sagt die Klientin den 2. Operationstermin ab und kommt zu weiteren Sitzungen.



Synergetik Therapie Institut
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Zuletzt aktualisiert am: 18-Dez-2002 14:18
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