Praxislizenz Renate Eymann

2. Sitzung

Gleich zu Beginn des Entspannungstextes steigt die Klientin direkt in ihre Bilder ein.
Es lauert ein Tier in ihrer Brust, das Sie dort beißen will. Es will den ganzen Dreck, der sich dort angesammelt hat weg fressen. Sie fürchtet sich, verhandelt jedoch mit dem Tier. Es stellt sich heraus, daß das Tier wie ein Hund aussieht und daß er ihr helfen will. Nach einigem Zögern gestattet sie ihm das zu fressen. Er schleckt den ganzen Dreck und den Eiter weg, der da noch in der Wunde sitzt. Er macht alles blitzsauber. Als sie ihm das erlaubt und sich dem aussetzt, wird er ganz dick und zutraulich. Die Klientin freut sich sehr darüber, daß die Stelle in ihrer Brust jetzt wirklich blitzblank ist. Der Hund ist ganz zufrieden und sie ist ihm ganz dankbar. Sie möchte ihn jetzt sogar streicheln. Dadurch wird der Hund ganz zutraulich und schmiegt sich an sie. Er hat sich jetzt auch verändert und wird zu ihrem Helfer.
Sie wollen zusammen einen Spaziergang machen.
Plötzlich fängt ihr ganzer Körper an zu zittern. Ich schlage ihr vor das Zittern mal anzusprechen, und wenn es möglich ist, es Gestalt annehmen zu lassen.
Ein Riese taucht auf. Der Hund knurrt. Die Klientin möchte einfach weitergehen. Ich bitte die Klientin, doch mit dem Riesen in Kontakt zu gehen, da er ja mit dem Zittern wohl in Verbindung steht.
Sie geht mit dem Hund auf den Riesen zu, daraufhin verschwindet der Riese. Der Riese ist feige. Die Klientin sagt ihm, daß sie keine Angst vor ihm hat, daraufhin taucht er wieder auf. Er sagt ihr, daß sie nicht vor Angst zittert, sondern vor Kälte. Der Klientin ist jedoch überhaupt nicht kalt. Der Riese gibt ihr keine klare Antwort. Er sagt nur, die Kälte kommt von innen. Die Klientin versteht jedoch nicht, was er damit meint, möchte es aber verstehen. Der Riese schweigt, das macht sie ziemlich wütend.

Kli: Mann, jetzt laß dich doch nicht 10x bitten. Jetzt tu doch endlich mal was. Ganz ehrlich, das ist ja doof, wie du da rum stehst. Steht rum und läßt die Arme hängen. Ja brauchst du einen Tritt in den Hintern oder wie? Ja, komm, ich hab nicht ewig Zeit. Jetzt beeil dich doch, was soll denn das. Da tauchst du hier auf und dann sagst du nichts. Also ehrlich, das finde ich saublöd von dir, dann bleib doch gleich fort, Menschenskinder. (sehr ärgerlich)
Th: Jawohl, super. Wie reagiert er darauf?
Kli: Er läßt die Arme hängen und guckt von unten rauf mich an. Er ist auch schon viel kleiner geworden. Er ist nur noch ein Schatten seiner Selbst. Er hat nur noch einen riesigen Kopf.
Th: Ja, sag's ihm direkt. (Direkte Ansprache – dadurch kommt es zur Konfrontation mit dem Energiebild)
Kli: Ja, du hast einen riesigen Kopf. Guck mal wie du aussiehst. Guck mal wie so ein Hush-Puppie, und deine Arme sind viel zu lang für deinen Körper, die schleifen am Boden. Und guck mich doch nicht immer von unten rauf an. Kannst du mich denn nicht direkt angucken, so direkt ins Gesicht? Ich tu dir schon nichts. Sag einfach was du zu sagen hast.
Der Riese tut ihr immer mehr leid und er wird immer kleiner. Sie nimmt den Riesen in den Arm und drückt ihn an sich. Jetzt hat er keinen Grund mehr zu zittern. Die Klientin versteht jedoch immer noch nicht, was das zu bedeuten hat. Er soll es ihr erklären. Der Riese wollte sie erschrecken, was ihm auch gelungen ist. Er sagt ihr jedoch einfach nicht um was es geht.
Auf die Frage der Klientin wofür er steht bekommt sie keine klare Antwort. Daraufhin wir die Klientin wütend und schüttelt den Riese.
Kli: Ich kann alles leiden, aber so was verstocktes. So verstockt, so was verstocktes.
Th: Kennst du diesen Satz aus deinem Leben? So was verstocktes, hast du eine Verbindung dazu? (Verbindung schaffen zwischen Symbolebene und Realebene)
Kli: Ich war auch so verstockt wie ich ein Teenager war. Genau da war das immer so, da hat meine Mutter immer zu mir gesagt: Ich könnt dir eine reinhauen, ich tue alles für dich und trotzdem läßt du dich so hängen. Genauso bist du.
Th: Sei mal in der Situation jetzt. Laß deine Mutter jetzt dasein und du kannst diesen verkümmerten Riesen mitnehmen. (Auf die Prägungsebene gehen)
Kli: Guck mal Mutter, da steht er vor dir, bitte guck dir den an. Jetzt kannst du dein Sprüchlein sagen. Jetzt kannst du sagen, wie du verstockt bist. Ja, so jetzt, ja. So sind sie. In die Disco. Ich wollte auf Disco und meine Mutter hat gesagt, ich kauf dir alles was du dir nur wünscht, aber du kannst nicht auf die Disco. Und warum, weil meine Großmutter sagt, die kommt mir nicht auf die Disco. Die hat jetzt ihre Periode und die kommt mir nicht mehr aus dem Haus. Die schleppt mir nochmal so ein Kind an. Jawohl. Und der Riese ist einfach stocksauer. Der ist stocksauer. Der ist beleidigt und den kotzt das an, dieses Leben und als Teenager und dann muß man Rücksicht nehmen. Und was denkt der sich? Ich weiß ganz genau was du jetzt denkst, und genau das hab ich auch gemacht. Ich bin einfach heimlich abgehauen. Ich bin rausgeklettert und heimlich auf Disco gegangen. Genau das denkst du, und deswegen guckst du von unten rauf. Deshalb kannst du mir nicht in die Augen gucken, weil du ganz was anderes vor hast.
Th: Magst du den Riesen mal fragen, ob er in dieser Situation entstanden ist, ob er dort seinen Ursprung hat. Er kann mit dem Kopf schütteln oder nicken. Guck mal was er tut.
Kli: Bist du da entstanden? Nee.
Th: Aber er hat mit der Situation zu tun, oder?
Kli: Der hat mit der Situation zu tun, der ist das. Das weiß ich genau, das der das ist.
Th: Hol doch mal deine Mutter und deine Großmutter dazu, zeig doch mal was du da für einen Kerl in dir hast. (Konfrontieren der Energiebilder der Realebene und der Symbolebene untereinander – dadurch entsteht Chaos, das sich dann per Selbstorganisation zu einer neuen Ordnungsstruktur organisiert)
Kli: Guckt euch das mal an. Jetzt guckt euch den mal an. Jetzt hockt der da neben mir und ich zitter auch noch. Und jetzt, wie werde ich mit dem jetzt fertig? Was denkt ihr zwei jetzt, was soll ich mit dem machen? (Pause)
Sie gucken sich beide ganz blöd den Kerl an. Meine Großmutter fängt an zu schimpfen, der macht immer Schwierigkeiten, zu dem kannst du doch sagen was du willst, der folgt überhaupt nicht. Der tut immer nur das, was er will. Da hast du mir so was ins Haus gebracht. Und meine Mutter sagt, die versucht dann auf ihn einzuwirken. Jetzt seh es doch ein, das geht nun mal nicht anders. Ich kann doch nicht dauernd von so weit hierher fahren sagt sie. Die kommt sowieso bloß, wenn ich Schwierigkeiten mache, sonst kommt sie ja gar nicht.
Th: Sag's ihr mal in deiner Innenwelt. (direkte Ansprache)
Kli: Du kommst doch sowieso nur wenn ich Schwierigkeiten mache. Und da kannst du fortbleiben. Ich mache ja nur vermeintlich Schwierigkeiten. Meiner Großmutter paßt es nicht, die will immer, daß du kommst. Und dann kommst du. Und dann wenn sie am Telefon soviel Druck macht, dann kommst du. Und sonst kommst du ja gar nicht. Und dann sind immer nur diese Situationen und ich werde bloß geschimpft. Dann bleib doch fort. Da brauch ich dich doch nicht dazu.
Th: Spür mal hin, ob du dir diese Situationen kreierst, damit deine Mama zu dir kommt? Guck mal, ob es so etwas ist. Vielleicht steht der damit auch in Verbindung, dieser Anteil, daß der dich dann so sein läßt.
Kli: Eigentlich will ich aber nicht, daß sie kommt. Da heul ich tagelang, wenn ich weiß, daß sie kommt.
Th: Sag's ihr mal.
Kli: Weißt du, daß ich tagelang heule, wenn ich weiß, daß du kommst. Weil da gibt es nur Ärger. Dann gibt's wirklich nur Ärger. Ja, sie sagt mir, daß meine Großmutter sie immer anruft und sagt sie muß kommen, daß ich wieder dies oder jenes angestellt hätte. Wieso kommst du eigentlich nicht einmal, wenn ich mal was positives gemacht habe?
Th: Ja, genau.
Kli: Wie wäre es, wenn du gekommen wärst an meinem 1. Schultag?
Weißt du was, ich bin mit meiner Schultüte, bin ich ganz alleine da durch's Dorf gelaufen. Wenn die Mutter von meiner Freundin mich nicht mitgenommen hätte, dann wäre ich an meinem allerersten Schultag nämlich alleine dagehockt, weißt du das. Weißt du wie man sich da fühlt als Kind? (Weiteres Fraktal des Mutter-Kind-Konfliktes. Die Mutter war nie für Sie da.)
Th: Ja, zeig's ihr, ganz genau. Ja.
Kli: Das kannst du dir überhaupt nicht vorstellen. Bei jedem Schulfest, bei nichts, gar nichts hab ich eine Mama dabei gehabt.
Th: ja, genau.
Kli: Bei nichts, gar nichts. Ich, ich, hey, weißt du wie einsam das ist.
Th: Ja. Wie reagiert sie darauf, deine Mama?
Kli: (Pause) Ja, sie kann da auch nichts mehr ändern. Ah, ja jetzt kannst du natürlich nichts mehr ändern, aber damals hättest du vielleicht was ändern können, oder hättest, was weiß denn ich, irgend was gemacht. Heute verstehe ich das. Heute kann ich natürlich sagen ja ok, das war halt damals so. Aber damals hab ich es einfach nicht verstanden.
Th: Du kannst ihr aber jetzt mal zeigen, wie das noch wirkt in dir. Sie ist ja jetzt in dir und du kannst ihr mal zeigen wie das in dir wirkt und daß dich das letztlich auch mit krank macht. Zeig ihr das doch einfach mal. (Das verursachende Energiebild mit den Auswirkungen konfrontieren, damit es zur Veränderung kommen kann. Durch die Verbindung der Vergangenheit und der Gegenwart wird wieder Chaos im Gehirn erzeugt.)
Kli: Guck mich doch an, jetzt. Guck diesen verstockten Kerl da an. Der steht da und hängt den Kopf und jetzt wird er auch noch geschimpft, dabei kann er einem im Prinzip bloß leid tun. Jetzt guck dir ihn doch mal an. Ja, sie weiß auch nicht, was sie da machen soll. Und jetzt guckst du mich an, guckst mich an. Jetzt bin ich krank, jetzt bin ich wirklich krank.
Und jetzt soll ich mich da aus der Situation befreien. Ich soll wieder gesund werden. Wie, wie stellst du dir das denn vor. Wie soll ich denn jetzt wieder gesund werden?
Th: Ja. Wie reagiert sie drauf?
Kli: Du schaffst das schon, sagt sie. Aber sie sagt das genau. Du sagst, du schaffst das schon, genau. Das heißt, Hauptsache, du mußt dich nicht darum kümmern. Ich mach das schon. Ja, klar, mach ich das (sehr bestimmt). Und was ist mit dir? Da kannst du dich aus der Affäre ziehen.
Th: Ja, genau, ganz genau.
Kli: Weil ich das schon mache. Ja klar.
Th: Siehst du, sie läßt dich schon wieder hängen. Siehst du das? (Hier liegt der ursprüngliche Konflikt für Ihren Brustkrebs, von Ihrer Mutter als Kind nicht angenommen zu sein. Es zeigt sich ein weiterer fraktaler Ausdruck.)
Kli: Ja.
Th: Sag's ihr. Zeig's ihr mal.
Kli: Du läßt mich schon wieder hängen. Dir ist im Prinzip alles andere wichtiger (betroffen). Ich bin doch gar nicht wichtig für dich. Du brauchst mich doch bloß für dein schlechtes Gewissen. Dazu brauchst du mich, stell dir das mal vor (empört). Ich bin dein wandelndes schlechtes Gewissen. Wenn du mich anguckst, dann hast du bloß ein schlechtes Gewissen. Und das sagst du mir auch ständig.
Daß du ein schlechtes Gewissen hast, wenn du zu mir kommst, hast ein schlechtes Gewissen deinem Mann gegenüber und wenn du bei deinem Mann bist hast du ein schlechtes Gewissen mir gegenüber. Und ansonsten hast du immer ein schlechtes Gewissen der Großmutter gegenüber. Wann hast du eigentlich mal kein schlechtes Gewissen? Kannst du mir das mal sagen?
Th: Ganz toll, ja.
Kli: (lauter) Also, alles an dir ist schlechtes Gewissen und mir drückst du es rein. Und was tu ich Dumme, ich nehm's an. Ich nehm's einfach an und sag einfach "ach Mama" und tröste dich auch noch. Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben. Ich bin gern bei meiner Großmutter aufgewachsen. Das war mir noch lieber wie bei dir und deinem Mann, bei deinem blöden . Das war mir noch lieber und mein Großvater der war wirklich lieb zu mir. Aber du, aber du, ich mein das auch so. Ich bin froh, daß ich nicht bei dir aufgewachsen bin. Aber hör doch endlich auf mir ein schlechtes Gewissen zu machen.
Th: Jawohl, genau.
Kli: Deine Reaktion, deine Reaktion, wie ich dir gesagt hab, ich hab einen Knoten in der Brust. Den einzigen Satz, den du zu mir gesagt hast war, ich kann aber jetzt nicht schon wieder kommen. Ha, dann bleib doch fort. Hab ich dich eingeladen? Hab ich gesagt, du sollst kommen?
Th: Ja, genau.
Kli: Ich hab mit keinem Wort gesagt, du sollst kommen. Aber ganz gewiß nicht. Du, ich hab noch nie gesagt, du sollst kommen. Ich hab dich noch nie wirklich um Hilfe gebeten. Und jedesmal, wenn du kommst, dann drückst du mir das rein, daß du nicht lange bleiben kannst, weil du wieder gehen mußt. Wä.. (Streckt die Zunge raus). Ich hab's so langsam satt, eigentlich hab ich gar keinen Bock mehr. Bleib am besten fort. Ich entscheide nicht, ob du nach Amerika fliegst oder nicht. Ich entscheide das nicht für dich. Von mir aus. Von mir wirst du nicht hören, ich brauch dich. Ich brauch dich sowieso nicht. Wenn, dann könntest du auf meinen Sohn aufpassen, für mich brauch ich dich nicht. Für mich persönlich brauch ich dich wirklich nicht. (Konfrontation, des Energiebildes "Mutter" mit der in Verbindung stehenden abgespeicherten Wut. Dadurch kommt es zur Entladung. Handlungskompetenz der Klientin wird dadurch gefördert – sich endlich mal wehren dürfen und alles raus lassen. Dabei ist die direkte Konfrontation unbedingt notwendig, sonst wird nur Energie raus gelassen, Veränderung kann jedoch nur in der direkten Konfrontation passieren.)
Th: Ja. Wie reagiert sie drauf, wenn du ihr jetzt alles um die Ohren haust?
Kli: Ja. Macht mich nur vollends fertig, sagt sie.
Th: Ja. Spürst du wieder die Schuldgefühle? Kannst du die wahrnehmen, die Schuldgefühle, die Sie dir da wieder rüber schickt zu dir?
Kli: Ihre Schuldgefühle?
Th: Ja, wenn sie sagt, ihr macht mich fertig, kannst du die spüren? (Der Klientin klar machen, daß die Mutter Ihr Schuldgefühle macht um von Ihrer eigenen Unfähigkeit abzulenken. Als Unterstützung für die weitere Auseinandersetzung mit dem Energiebild.)
Kli: Sie probiert's. Sie probiert es, ja. Sie probiert's. Sie kommt zu mir. Du kommst zu mir (ziemlich ärgerlich) und als erstes bist du krank. Du kommst die letzte Zeit, du bist kaum bei mir, am nächsten Tag bist du krank. Und wer ist schuld? Ich! Weil ich in so einem kalten Schlafzimmer, und du mußt mit mir in diesem kalten Schlafzimmer schlafen. Ich bin schuld, daß du krank bist, wenn du zu mir kommst. Ich hab schon ein schlechtes Gewissen. Ich hab schon ein schlechtes Gewissen. Ja, du machst mir das doch!
Th: Ja, ganz genau, jawohl, sag's ihr.
Kli: Du machst mir ein schlechtes Gewissen wegen dir. Wegen mir ist dein Leben Scheiße. Wegen mir, wegen mir, ist dein Leben von vorne bis hinten nur schlecht. Wegen mir hast du müssen schon den Mann heiraten. Da hat es schon angefangen.
Th: Bist du da verantwortlich dafür?
Kli: Ich bin verantwortlich, weil ein uneheliches Kind hat sie ja schon gehabt. Da, wo.. Oh, wie du mich abgelehnt hast. Schon nach der Geburt, das hab ich richtig gemerkt. Das merk ich heute noch. Das weiß ich, wie du mich in diesem Krankenhaus, da hast du mich bä.. (streckt die Zunge raus) da wolltest du mich nicht. Du hast mich abgelehnt und das hab ich gemerkt. Dann hast du mich abgeschoben zu meinen Großeltern, weil du gesagt hast, ok, du mußt arbeiten. Alles klar, wunderbar. Dann bist du wieder schwanger geworden, du blöde Nuß. Wenn mir das einmal passiert, dann ist ja gut, aber ein zweites Mal, du bist ja so was von blöd. Wenn du schon so geil bist, dann guck doch, daß du dafür was tust. Und bums nicht in der Gegend rum und krieg Kinder, und ich muß es nachher ausbaden. Und jetzt mußtest du arme Frau, du arme Frau, wo du ja wirklich nichts dafür kannst diesen blöden Mann heiraten. Und mußtest dann, damit du nicht noch ein uneheliches Kind hast. Ja, bravo, ja ganz Klasse, und dann sagt der zu dir auch noch, dich und das Kind nehm ich, aber das andere Kind das nehm ich nicht. Und du hast gesagt, ja mein Lieber, ja ich bin dir ja so dankbar, daß du mich heiratest. Ach, fall doch vollends vor ihm auf die Knie. Ach, du Scheiße! (Auch hier wird wieder als Fraktal deutlich, wie tief die Verletzung durch die Mutter sitzt, nicht geliebt und angenommen zu sein.)
Th: Laß den auch mal da sein, den Mann von deiner Mama.
Kli: Ja, du , du Oberfurz. Der Oberfurz, der Oberfurz mit seinen, mit seinen Prinzipien, weißt du, das ist ja wirklich das Allerletzte.
Th: Sag's ihm direkt.
Kli: Ja, du bist das Allerletzte. Weißt du, was du für ein Arschloch bist? Du bist so ein Arschloch, es gibt kein größeres auf Gottes Erdboden.
Th: Ja, ganz genau.
Kli: Nein das gibt es gar nicht. Weil so wie du dich benimmst. Also du, weißt du was? Also lieber sauf ich aus der Kloschüssel, bevor ich aus diesen silbernen Karaffen sauf, wie du. Und so krank bin im Hirn, das kann ich dir sagen. Aber (lacht) der ist so was, du bist so was von krank, guck dir das mal an. Wen juckt denn das, ob die Bleistifte so rum oder so rum oder so rum liegen. Wieso müssen die alle in eine Richtung liegen? Und das tust du meiner Mutter auch noch aufdrücken, und die dumme Nuß läßt sich's noch machen. Die muß einen Plan haben für 4 Wochen, was sie an jedem einzelnen Tag tut, damit du keine Anfälle kriegst. Jesus Gott, und die zieht sich den Schuh noch an und dann oh, ja, natürlich, klar, und ich bin die Schuldige, weil ich tät euren Plan... Du, ich. Ich hab mir erlaubt, bei Euch zu klingeln, wie ich mal zufällig in eurer Nähe war, ohne mich anzumelden. Ja, und was heißt, ja wieso kannst du nicht anrufen? Ja, habt ihr sie noch alle?
Th: Ganz genau, jawohl.
Kli: Ja seid denn ihr wirklich noch zu retten? Eh, ich glaub's einfach nicht.
Th: Super.
Kli: Und ihr macht euch gegenseitig so fertig. Und nur der eine ist schuld und der andere ist schuld. Und guck dich doch an, wie du aussiehst. Du mußt Medikamente fressen, Psychopharmaka, weil du dich selber nicht mehr ertragen kannst. Weil du selber mit dir nicht mehr fertig wirst. Und tust nichts und das werfe ich euch vor. Nicht, daß ihr krank seid und was habt, sondern, daß ihr immer alles auf andere Leute schiebt.
Th: Super, jawohl.
Kli: Und selber seid ihr die Saubermänner, die Armen, die krank sind, weil ah, immer die anderen schuld sind. Und ich bin die Oberschuldige. Ich, weil ich existiere, habt ihr euch nur noch in den Haaren. Nur noch. Ihr macht euch fertig.
Th: Ja, verhalten sich so Eltern? Sind so wirklich Eltern? (Provokation, damit die aufgestaute Wut ausgedrückt werden kann, zur Unterstützung der Klientin.)
Kli: (ganz aufgebracht) Eltern, das sind doch keine Eltern. Du bist meine Mutter, das hat man mir gelernt. Du bist meine Mutter, obwohl du mir, wie ich 3 Jahre war, hast du zu mir gesagt, ich brauch dich nicht Mutter nennen, ich soll dich ruhig beim Vornamen ansprechen. Weißt du wie mich das getroffen hat, als 3-Jährige? Wo ich so stolz war auf meine Mama. Ich war so stolz, wenn du mich vom Kindergarten abgeholt hast. Das war so toll. Da bin ich so stolz zur Tür rausgelaufen, wenn du mich einmal im Jahr vom Kindergarten abgeholt hast. Das war für mich das aller schärfste. Und da hab ich mich so gefreut und so wohl gefühlt. Aber das was ihr jetzt abzieht ist doch wirklich der Gipfel.
Th: Super, genau, jawohl.
Kli: Ich kann's einfach nicht fassen. Es ist. Ich darf ja auch keinen Respekt mehr haben und ich will auch kein Verständnis mehr haben.
Th: Ja, ganz genau, jawohl.
Kli: Ich will das einfach nicht. Du kannst dich nicht von deinem Mann trennen, weil du 60 Jahre alt bist, und weil du dann kein Geld mehr hast. Du, ich scheiß da drauf, und dann sei doch von mir aus krank bis in die Steinzeit.
Th: Jawohl.
Kli: Was du zu mir gesagt hast, wie ich gesagt habe, ich bin schwanger. Um Gottes Willen, das läßt du aber abtreiben. Das hast du gesagt. Das war das erste, was du gesagt hast. Du hast zu mir .. Weißt du, da hast du mich wirklich geschafft. Da hast du mir so zugesetzt, daß ich eine Lungenentzündung gekriegt habe und sterben wollte. Ich bin 6 Wochen mit meiner Schwangerschaft im Krankenhaus gelegen und hab gedacht, ich muß jetzt sterben, und weiß überhaupt nicht warum. Ich hab so eine schlimme Lungenentzündung gehabt. Und ich weiß jetzt warum, weil du mich so fertig gemacht hast. Du hast mir gesagt, laß das abtreiben und es passiert. Und es war wieder meine Schuld. Du hast gesagt, das wiederholt sich alles. Ich tät jetzt auch ein uneheliches Kind kriegen, so wie du, und du hast mir wieder ein schlechtes Gewissen gemacht. Und ich bin 40 Jahre und kann nicht entscheiden, daß ich ein Kind krieg, ohne daß du mich fertig machst, stell dir das mal vor (total aufgebracht) (Musik Vangalis Nr. 18 zur Unterstützung des Prozesses.) (Weiteres Fraktal des Mutter-Kind-Konfliktes. Die Lungenent-zündung zeigt auch, daß sie nicht mehr Leben will, dies wird hier für die Klientin selbst sehr deutlich.)
Th: Und das will eine Mama sein?
Kli: Und das ist doch keine Mama. Das ist. Ach, was, eine Mama hab ich so gesehen noch nie gehabt. Ich hab noch nie eine Mama gehabt (erschüttert und aufgebracht)
Ich weiß nicht, wie sich eine Mama verhält. Meine Großmutter hat mich auch bloß als Übel betrachtet. Mich als Psychoterror bezeichnet. Ich bin der Psychoterror in der Familie, sonst nichts und meine Mutter ist nur gekommen, wenn sie mich fertigmachen wollte. Immer nur dann. Wahrscheinlich hast du immer nur deinen Frust an mir ausgelassen, bist deswegen gekommen.
Th: Toll, ja, ganz genau.
Kli: Es ist wirklich unglaublich. Ich, ich krieg das alles ab, heute noch. Heute noch, und was tu ich, ich halt auch noch zu dir. Ich tröste dich, ich, ich tu alles damit es dir gut geht. Ich will dir immer nur helfen.
Th: Weil du ja auch eine Mama verdient hättest und eine Mama gebraucht hättest.
Kli: Genau. Ich hab auch eine Mama wollen. Ich hab immer eine Mama wollen (weinerlich).
Th: Sag's ihr.
Kli: Ich hab eine Mama wollen, einfach eine Mama, einfach jemand, der Mama für mich ist. (Hier wird der ganze Konflikt deutlich und für die Klientin erkennbar.)
Th: die dich in den Arm nimmt, die dich tröstet.
Kli: Ja, die mich in Arm nimmt. Meinst du, wenn du mich alle Schaltjahr mal in den Arm nimmst und meinst du vielleicht damit ist es getan? Und mir sagst du, weißt du ich hab damals nicht anders handeln können. Ich hab vollstes Verständnis dafür, aber doch, hör doch endlich auf mir Schuldgefühle zu machen (wütend, lauter). Was soll denn das noch bringen?
Th: Toll, ja, ganz genau. Guck mal, das ist es was dich krank macht letztlich.
Kli: Guck mich doch an. Guck, wie ich aussehe. Guck, was aus mir worden ist, ein Häufchen Elend. Mit jetzt auch noch Krebs. Dabei möchte wenigstens ich, ich möchte Mama sein für meinen Sohn. Ich möchte Mama sein.
Th: Laß deinen Sohn jetzt dasein und sag ihm das.
Kli: Ja, mein Sohn ich möchte für dich dasein, ganz, ganz bestimmt. Du bist der Mensch, für den ich dasein möchte und für sonst niemand. Ich bin für dich da, egal was passiert. Ich schaff das, du wirst sehen und ich bin dir eine gute Mutter, so gut ich nur kann. Ich nehm dich auch jetzt in Arm (weinerlich) und ich nehm dich auch in den Arm, wenn du Scheiße baust, das schwör ich dir. Und du bist das letzte in meinem Leben, was ich hergebe. Alles andere, aber dich nicht. Du bleibst bei mir an meiner Seite und ich stehle mich nicht davon, ich bleib hier und ich zieh mich auch nicht aus der Verantwortung. Und dieser Krebs, der macht mich nur wütend. Eigentlich bin ich dankbar, daß ich den jetzt hab, weil nur der hat mir den Tritt in Arsch verpaßt, den ich endlich mal brauch, damit ich endlich mal aufwache, verflixt noch mal. Damit das endlich mal gesagt wird. Weißt du jetzt muß ich dir das endlich mal sagen, jetzt hast du mir wieder ein schlechtes Gewissen gemacht, weil der Bub nicht getauft war. Und was tu ich blöde Kuh (klatscht in die Hände) ich tret in die Kirche wieder ein (wütend), wo ich doch schon ausgetreten war. Und hab damals schon mit mir gekämpft und hab mir müssen zugestehen, daß ich das Recht hab auszutreten. Jetzt tret ich wieder ein, und warum? Weil du das willst, weil du mir das auf gezwungen hast, weil sich das so gehört. Pah, und da soll ich nicht zittern, mein Gott, da zittere ich und wie ich da zittere. Da zitter ich vor lauter Zorn. (Handlungskompetenz und Eigenverantwortung der Klientin wird sichtbar, und der Wille zum Weiterleben.)
Th: Ja, ganz genau. Laß den Zorn dasein. Super.
Kli: Vor lauter Wut zittere ich da, mein Gott.
Th: Guck mal. Sie ist überhaupt nicht für dich da und dann will sie, daß du machst was sie will.
Kli: Was sie will, und immer mir ein schlechtes Gewissen.
Th: Genau, mit ihrem schlechten Gewissen schafft sie es nämlich.
Kli: Immer, immer, immer.
Th: Willst du das noch?
Kli: Nein
Th: Sag's ihr.
Kli: Du, ich will dieses schlechte Gewissen nicht mehr aushalten. Du mußt mir das nicht mehr aufhalsen. Ganz bestimmt nicht. Das laß ich einfach nicht mehr zu. Von mir aus kannst schlechtes Gewissen machen, wem du willst, aber mir nicht mehr. Bitte laß mich in Ruh, flieg nach Amerika, geh, dreh dich nicht mehr um. Geh einfach und genieße alles was dir in den Weg kommt, aber bitte mach mir kein schlechtes Gewissen mehr. Mit mir nicht mehr, Schluß, aus.
Th: Schluß, aus mit lieb sein.
Kli: Ja, aus, fertig. Es ist fertig. Will ich nicht mehr. Und du kannst mir schenken, was du willst, das kannst du irgendwo hinschmieren. Das hat für mich noch nie einen Wert gehabt.
Noch nicht ein Stück, was du mir geschenkt hast hat einen Wert gehabt. Das hat noch nie, stell dir mal vor, alles was du mir bisher geschenkt hast, war mir's nicht wert. Ich hab alles immer wieder weggegeben auf irgend eine Art und Weise.
Th: Weil das was du gebraucht hättest, ist kein Geschenk gewesen, sondern die Liebe und Zuwendung von deiner Mama hättest du gebraucht.
Kli: Die hätte ich gebraucht. Du hättest einmal für mich dasein sollen. Einmal, weißt du einfach mit mir ein Gespräch führen, so, von mir aus so von Frau zu Frau. Einfach mir mal zuhören und einfach mir mal, aber du hast mir immer nur Vorwürfe gemacht. Du hast mir immer nur Vorwürfe gemacht, ich hab nicht die richtigen Männer gehabt, die taugen sowieso nichts, die Männer, die ich hatte. Und was hab ich zu dir gesagt, bevor ich, das hab ich mal zu ihr gesagt, bevor ich so einen Mann nehm wie du einen hast, dann nehm ich mir lieber einen Ausländer. Aber das Schlimme ist, das Schlimme, ist, daß ich das gemacht habe. Ich hab mir einen Türken genommen. Dieser Mensch, und ich hab das damals gesagt und hab's tatsächlich gemacht. Das ist das schlimme an der ganzen Sache, daß ich das dann auch tatsächlich getan habe. Und mir, wollt mir beweisen, ah, daß das noch ein besserer Mensch ist. Das ist meiner Meinung nach, der war auch ein besserer Mensch, wie deiner. Weil deiner, das ist der Allerletzte, der ist so was von unterste Kategorie und da kann der hunderttausend mal Ingenieur (sehr langgezogen und betont) sein, ach, du, steck dir den doch irgendwo hin, dein Ingenieur, den blöden Hund.
Th: Ja, genau.
Kli: Nein. Und ich hab auch keine Lust mehr irgend was zu tun, um mir dem seine Freundschaft zu erkaufen, das muß ich dir jetzt auch mal sagen. Mein Lieber, ob du mich leiden kannst oder nicht, das geht mir grad am Arsch vorbei. In Zukunft, am besten läßt du dich bei mir gar nicht mehr blicken, bleibst wo der Pfeffer wächst und ob du, wenn du kommst, auf der Straße schläfst oder sonst irgendwo, das ist mir auch egal. Weil, egal was für ein Zimmer ich dir bis jetzt besorgt hab, es war nie recht, nie. Immer hast du was auzusetzen gehabt. Entweder es war zu laut, oder es hat nach Pommes Frites gestunken oder was weiß denn ich. Leck mich doch am Arsch, stirb am Besten, dann hast du deine Ruhe. Stirbst? Ja, stirb, kratz doch ab, meinetwegen, von mir aus, aber laß mir meine Ruhe.
Für mich existierst du in Zukunft gar nicht mehr. Mit mir nicht mehr.
Th: Wie reagiert denn deine Mama und er, wenn du es ihnen so um die Ohren haust?
Kli: Die ist ganz baff, die ist baff. Jetzt heult sie auch noch. Sie hat alles für mich getan. Was? (ganz empört) Was hast du?
Th: Zeig ihr mal was sie für dich getan hat.
Kli: Da, guck, guck, meine Lungenentzündung, daß ich jetzt noch Probleme hab mit der Lunge, jawohl, da bist du mir ans Leben gegangen. Du bist mir ans Leben gegangen. Du hast mich so gehaßt, daß du mir ans Leben gegangen bist, stell dir mal vor (wütend). Du bist mir an die Substanz gegangen, du ehrlich, nein, ich weiß gar nicht mehr was ich dir sagen soll. Du bist echt das Letzte, tut mir leid. Tut mir leid, wenn ich das zu meiner Mutter sagen muß, du bist echt das Letzte.
Th: Ja, das ist in Ordnung. Sag's ihr. Weil eine Mutter ist für ein Kind da, eine Mutter ist da, wenn das Kind sie braucht. Und für dich war sie nie da, die war nicht da.
Kli: Du warst nicht da, nie, nie. Immer nur, und jetzt bin ich eigentlich auch nur Anlaufstation, wenn du kommst. Und dann tust du doch sowieso nur, was weiß denn ich, im Dorf rum springen, andere Leute besuchen, ich bin doch eigentlich nur das Hotel, wo man übernachtet. Ach, ich weiß auch nicht, ich bin immer nur das nötige Übel und jetzt hab ich keinen Bock mehr, nötiges Übel zu sein. Bleibt doch alle wo der Pfeffer wächst. Mach doch was du willst und laßt mich in Ruh. Ich will auch nicht, daß du kommst und auf meinen Sohn aufpaßt, weil du deine schlechte Stimmung nur auf mein Kind überträgst, und das hat er nicht verdient. Für den bist du nämlich genauso wenig da, spielst geliebte Oma, das ist wirklich gespielt, das bist du nämlich nicht. Weil, wenn du ihn nämlich auf dem Arm hast, dann bist nämlich nicht bei ihm, sondern dann tust du hunderttausend andere Sachen und wunderst dich warum der Bub nicht zu dir will. Der will nicht zu dir, weil ich auch nicht mehr zu dir will. Überhaupt wollen wir dich nicht mehr, geht doch zum Teufel, von mir aus. Flieg nach Amerika, und am besten bleibst du drüben.
Th: Wie fühlst du dich jetzt?
Kli: Ach (atmet tief ein und aus) so ja
Th: Besser?
Kli: Ja genau.
Th: Wie reagiert sie, heult sie noch die Mama oder was tut die Mama in deiner Innenwelt jetzt?
Kli: Sie weiß nicht so recht wie sie sich orientieren soll, sie guckt immer nach links und guckt nach rechts. Da drüben steht er, dein Alter, das steht er. Jetzt! Hey, hey, du läufts in die falsche Richtung. Die läuft so rüber (zeigt mit dem Arm in welche Richtung die Mutter geht).
Hey, da steht er dein Alter.
Th: Frag sie doch mal.
Kli: Warum läufst du denn jetzt da rum? Du verläßt ihn, was? (ganz erstaunt und überrascht)
Du verläßt ihn, also dann muß ich jetzt den Hut vor dir ziehen (lacht), weil wenn du das fertig bringst, dann hast aber, wirklich muß ich sagen, dann muß ich dich loben (Klientin ist sichtlich überrascht). Dann, dann bist du gar nicht so übel, wie ich gedacht habe. (Hier kippt die alte Struktur – das Energiebild "Mutter" beginnt sich in der Innenwelt zu verändern, die Klientin ist sichtlich erstaunt)
Th: Guck mal, sie tut es in deiner Innenwelt, das ist wichtig.
Kli: (kann es kaum fassen) die verläßt ihn.
Th: In deiner Innenwelt verläßt deine Mutter ihren Mann?
Kli: Die geht weg (erstaunt). Die geht weg und sie läuft in diese Richtung. Und ihr Kopf geht langsam nach oben und sie läuft aufrecht jetzt, da vorne läuft sie jetzt.
Th: Hol sie noch mal zurück, sie soll mal dableiben.
Kli: Hey, warte mal Mama, wo gehst du hin? Ich bau mir jetzt ein neues Leben auf. Hey, das ist aber wunderbar, da bin ich aber wirklich, das finde ich aber gut, das muß ich wirklich sagen. Und daß du den Mut hast, das zu machen. Echt toll, das finde ich echt schön. Und weißt du was, da würden wir sogar eine neue Basis finden.
Th: Wäre sie dazu bereit?
Kli: Oh, ja, da, das wäre schön. Sie nickt.
Th: Ist das für dich echt, kannst du das so annehmen?
Kli: Ja, ja. Das kann ich so annehmen. Also, wenn du das machst, und das tatsächlich fertig bringst und nicht mehr nur noch ans Geld denkst und Mama, dein Geld reicht dir doch. Du brauchst dir da wirklich keine Sorgen machen. Du wirst sehen. (Hier beginnt sich nun der Mutter-Kind-Konflikt zu lösen, die per Selbstorganisation entstandene neue Struktur wird sichtbar und für die Klientin erlebbar.)
Th: Ja, ja.
Kli: Also das finde ich jetzt toll, find ich super und weißt du was, und dann kann ich dich auch mal besuchen. Hey, stell dir vor, ich kann dich besuchen (ganz erfreut). Ich konnte dich nie besuchen, als kleines Kind vielleicht einmal, in den Ferien, zwangsläufig. Aber ansonsten konnt ich dich nie besuchen. Erst hat er diesen Türken nicht toleriert, der kommt ihm nicht ins Haus, den wollte er nicht. Und, und mit meinem Exmann, den wollte er auch nicht, weil der hat immer so eine große Klappe gehabt. Da konnte man ihn auch nicht besuchen. Dann mit einem Kind kann man sowieso überhaupt gar nicht zu Besuch kommen. Das Kind stört, das macht ja Krach und das stört ihn. Stell dir das mal vor, jetzt kannst du ein normales Leben führen, hey, Mama stell dir mal vor, du kannst ein normales Leben führen. Wenn es dir jetzt einfällt, fortzugehen, dann kannst du jetzt gehen und mußt nicht planen, was hab ich in 3 Wochen vor. Das muß doch zauberhaft sein, und ich kann dich besuchen, ich besuch dich, jawohl, find ich gut. Und dann brauchst du mir auch kein schlechtes Gewissen mehr machen.
Im weiteren Verlauf ist die Mutter bereit sie zu unterstützen und die Klientin ist auch bereit die Hilfe ihrer Mutter anzunehmen. Bei der weiteren Klärung mit der Mutter stellt sich heraus, daß der Mutter während der Schwangerschaft mit ihr, Liebe und Zuwendung gefehlt hat. Der leibliche Vater der Klientin hätte ihr diese Liebe geben können. Die Klientin klärt mit ihrem Vater, weshalb er die Mutter damals verlassen hat. Er wollt sein eigenes Leben leben. Im weiteren Verlauf der Sitzung stellt sich heraus, daß sich der Vater umgebracht hat, weil er sich so einsam gefühlt hat. Die Klientin klärt mit ihrem Vater weshalb er sie und die Mutter hat sitzen lassen. Die Klientin zeigt dem Vater wie es ihr ergangen ist. Seine Eltern dagegen haben sie als Enkelkind akzeptiert. Es zeigt sich, daß der Vater noch in der Ausbildung war, weil er auch Ingenieur werden wollte. Seine Eltern haben sie angenommen und haben sie geliebt. Sie durfte als kleines Kind ab und zu, zu ihren Großeltern in Ferien. Einmal haben sie sogar den Vater besucht. Diese Begegnung war für sie etwas besonderes, da sie ja wußte, daß er ihr Vater ist. Im Laufe der weiteren Konfrontation zeigt sie dem Vater, wie sehr sie auch unter seiner Ablehnung gelitten hat und schließlich selbst nicht mehr leben wollte und jetzt Krebs hat. Sie zeigt ihm, daß sie sich ihr ganzes Leben ungeliebt und ungeduldet gefühlt hat. Dabei gibt der Vater zu, daß er so viele Fehler gemacht hat. Sie macht ihm klar, daß sie sterben wird, wenn er ihr jetzt nicht hilft.
Kli: Er fragt, was er jetzt für mich tun kann.
Th: Hast du eine Idee, was er jetzt tun kann, dann sag's ihm.
Kli: Sei da für mich.
Th: Geht das in deiner Innenwelt, daß er jetzt für dich da ist?
Kli: Könntest du denn für mich da sein, jetzt wenigstens? Ja, er versucht es.
Th: Wie ist das für dich?
Kli: Das ist gut, das ist ok. Das ist schön, ich bin mir sicher, wir kommen uns näher.
Th: Ist er damit einverstanden?
Kli: Ja, er möchte mich kennenlernen. Er ist neugierig auf mich. (Auch das Energiebild "Vater" ist gekippt und durch die Konfrontation mit Ihm, ist eine neue Struktur entstanden)
Th: Super, toll. Wäre er damals der Mann gewesen, der deiner Mutter hätte helfen können?
Kli: Ja, meine Mutter guckt ihn ganz stolz an. Ich glaub die ist, du bist immer noch verliebt in den? Na ja.
Th: Ja, schau was passiert mit den beiden, in deiner Innenwelt ist alles möglich.
Kli: Ja, klar (freut sich), und mein Vater würde sie auch noch mögen. Geht doch mal einen Kaffee trinken miteinander, das wäre doch eine Sache (fröhlich).
Th: Tolle Idee.
Kli: Menschenskinder, das wäre doch ganz super, ja, dann könnt ihr euch auch mal unterhalten. Und dann könnt ihr mich vielleicht mal miteinander besuchen, das wäre schön.
Wow, das wäre dann so als hätte ich einen Papa und eine Mama, alles beide gleichzeitig.
(kann es kaum fassen)
Th: Du kannst jetzt mal, wenn du willst, in der Innenwelt ist ja alles möglich, mal auf der Zeitachse vorwärts gehen oder sie mal in dein heutiges Leben mitnehmen und mal gucken, wie das wäre, wenn sie zu dir zum Kaffee trinken kämen. (Testen der gekippten Struktur)
Kli: Das wäre genial, das wäre ganz toll (sichtlich erfreut). Ha, da würde ich den Tisch ganz toll decken. Ja, das wäre toll, und diese Harmonie. Ach diese Harmonie, ja das wäre einfach schön. Und wir sitzen am Tisch und unterhalten uns und trinken ein Glas Wein. (Song of Lamp zum Ankern der neuen Struktur.) Und wir sprechen, und wir haben uns so viel zu erzählen und es gibt soviel zum Lachen und zum. Hey, das ist so was von schön. Ja, und der ist ganz stolz auf seinen Enkel.
Th: Ja, ja.
Kli: Das wäre so schön (weint). Jetzt muß ich auch noch weinen.
Th: Ja, laß alles dasein, laß es raus. Es ist vollkommen in Ordnung. Nicht zurückhalten.
Laß den Schmerz dasein, du hast den Schmerz so lange zurück gehalten.
Die Klientin weint und drückt den Schmerz aus. Ich fordere Sie auf ihren Eltern den ganzen Schmerz zu zeigen. Dabei wird ihr klar, wie sehr sie sich immer nach so einer heilen Familie gesehnt hat. So gerne würde sie mal spüren wie es ist, die Eltern in den Arm zu nehmen.
Th: Zeig's deinen Inneren Eltern, wie wichtig das wäre, daß sie dich mal in den Arm nehmen.
Kli: Das wäre sehr wichtig, ganz arg wichtig.
Th: Zeig ihnen deine Tränen.
Kli: (weint) ich möchte sie beide in den Arm nehmen. Ich möchte sie beide einmal drücken.
Th: Ja, tu es in deiner Innenwelt.
Kli: Ja, das tu ich auch. Sehr schön.
Th: Ja, in deiner Innenwelt geht es, du kannst immer mit ihnen in Verbindung gehen in deiner Innenwelt, so wie du es jetzt wahrnimmst.
Kli: Ja, es ist einfach nur schön. (weint)
Th: Ja. Schluck die Tränen nicht runter, den Schmerz, laß ihn dasein. Die verstehen's.
Kli: Ja, die verstehen es. Mein Sohn hat soviel Spaß, da ist endlich ein Mann mit dem er , ein Mann der sich mit Ihm beschäftigt. Der kennt gar keine Männer. Und das wäre für ihn so wichtig.
Th: In der Innenwelt kennt er jetzt einen.
Kli: Ja.
Th: Bleib einfach noch ein bisschen in dieser Situation, genieße das, damit das Bild in dir ganz kräftig wird, laß sich das Gefühl ausdehnen in deinem ganzen Körper. Diese Gefühl, das Geborgensein, das Angenommensein, dieses Getragensein. Laß es sich ausbreiten in dir, in jede Zelle hinein. (Song of lamb zum Ankern der neuen Struktur. Gebe der Klientin genügend Raum zum Nachspüren und ganz tiefem Erleben Ihrer neuen Eltern.)
Die Klientin kann das wundervolle Gefühl der Harmonie und das vollkommene Einverständnis zwischen Ihren leiblichen Eltern ganz deutlich spüren. Sie erlebt wie es ist, eine Familie zu sein. Auch für Ihren Sohn erlebt sie das in ihrer Innenwelt. Sie erlebt eine wunderschöne Einheit mit ihrer ganzen Familie. Ich mache die Klientin darauf aufmerksam, daß diese Familie jetzt in ihr ist, und sie jederzeit mit ihnen in Kontakt gehen kann.
Kli: Es ist so ein Gefühl, wie wenn du mit einem Flugzeug fliegst und auf einer Wolke liegst und da wirst du getragen und hast keine Angst daß du runterfällst, obwohl es ganz weich ist.
Th: Ja.
Kli: Meine Mutter und mein Vater, Allmächtiger. Wie gibt's denn so was?
Th: Ja, in deiner Innenwelt ist alles möglich. Und das ist ganz wichtig, daß du in deiner Innenwelt eine richtige Mama und einen richtigen Papa hast. Richtige Eltern, du hast jetzt in dir wirkliche Eltern, die für dich da sind. Egal wie die im Außen sind, egal wie es im Außen ist. Die in dir sind da für dich und das ist das Wichtige. Und mit denen kannst du jederzeit in Kontakt treten, immer.
Kli: So liebevoll und verständnisvoll, das ist soo schön (atmet ganz tief).
Ich fordere die Klientin auf es ihren Eltern direkt zu sagen und sie genießt die ganze Szene mit ihrem Sohn zusammen. Die Klientin ist ganz überwältigt und spürt einen tiefen Frieden.
Die Klientin möchte diese tiefe Erlebnis einfach so mitnehmen und die Sitzung für heute beenden. Ich bitte sie noch mal in das Eingangsbild zu gehen. Sie soll noch mal nachschauen ob diese beiden Monster noch da sind. Der große Kerl der kleiner geworden ist, hat sich in eine Gartenfigur verwandelt, er ist zu einer Statue geworden und der Hund sitzt am Straßenrand und ist auch so eine Statue. Ich bitte die Klientin die beiden Figuren anzusprechen und mit Ihnen zu klären, ob sie noch wichtig für sie sind, und ob sie ihre evtl. auch in anderen Sitzungen wieder helfen wollen. Der Hund sagt ja. Die Statue sagt, sie brauche die Klientin nun nicht mehr. Die Statue hat einen erhobenen Zeigefinger und kommt wieder, wenn sie anfängt sich wieder aufzugeben. Die Statue bleibt in ihrem Garten. Der Hund ist so was wie ein Jagdhund der alles aufspürt, was in ihr nicht in Ordnung ist. Ich mache den Vorschlag für den Hund in ihrem Körper einen Platz zu suchen, wo sie ihn jederzeit aufsuchen kann. Der Hund hat seinen Platz in der Brust. Sobald da irgend etwas auftaucht schleckt er es weg.
Der paßt auf, daß es da sauber bleibt. Er ist ausschließlich für ihre Brust zuständig.Die Klientin möchte die Sitzung so beenden und einfach noch ein bischen mit Ihrer neuen Familie zusammensein.
Ich gebe der Klientin viel Raum zum Nachspüren und gebe Ihr als "Hausaufgabe" so oft wie möglich mit Ihrer neuen Innenweltfamilie in Kontakt zu gehen. Dadurch stabilisiert sich die neue Struktur. Die neuen neuronalen Verbindungen werden durch das ständige Aktivieren (in Kontakt gehen mit den neuen Bildern und den neuen Gefühlen) gefestigt.
Die Klientin bucht gleich eine weitere Sitzung.



Synergetik Therapie Institut
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Zuletzt aktualisiert am: 18-Dez-2002 14:19
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