7. Sitzung: Im Mutterleib
In das Vorgespräch zur 7. Sitzung kommt die Klientin strahlend und froh gestimmt.
„Ich glaube, mit der letzten Sitzung habe ich den absoluten Durchbruch erreicht.
Es scheint mir nichts mehr unmöglich zu sein. Je schrecklicher die Erlebnisse
sind, denen ich in meinen Innenweltreisen begegne, desto energievoller gehe ich
daraus hervor. Meine Familie und meine Freunde sprechen mich auch schon auf meine
Veränderung an. Ich hätte so viel Power und soviel Positives. Meine
Freundin fragte mich, ob ich verliebt sei. Ja, in mich!, habe ich geantwortet.
Beim Abhören der Tonbandkassette der letzten Sitzung habe ich mich erinnert,
dass ich in Erinnerung an den Landarbeiter immer ein mulmiges Gefühl hatte,
aber keine Bilder dazu. Er hat Gott-sei-Dank nur einen kurzen Einsatz auf dem
Hof meiner Grossmutter gehabt. Ich war ca. 5 Jahre alt.
Viel erstaunlicher fand ich – und das hat mich viel stärker berührt
- , wie ich in die Offensive gegangen bin und dann diese Mega-Offenbarung meiner
freilaufenden Körpererfahrung hatte. Da bin ich, glaub´ ich, von Grund
auf erneuert worden. Was dem Ganzen dann die Krone aufgesetzt hat, war, wie diese
lichte Gestalt sich dann ganz deutlich als ein Teil von mir zu erkennen gab. Ich
sehe jetzt noch diese lichtvollen Augen und spüre diese spirituelle Kraft
– einmalig!“
Einstiegsbild:
Kl.: „Alles ist merkwürdig gedämpft, es ist dämmrig. Ich
habe einen merkwürdigen Druck auf den Ohren, ich höre alles weit entfernt,
wie in einem Tonstudio. Oh, ich glaub´, ich bin im Mutterleib!“
Der Therapeut lässt sie weiter Kontakt aufnehmen, die Klientin spürt
in der Folge sehr intensiv ihrem Körperempfinden nach. Sie kommt unvermittelt
in starke Schmerzempfindungen. Sie richtet sich auf, kniet sich hin und rollt
sich zusammen, um im nächsten Moment den Kopf nach vorne zu schieben.
Kl.: „Das ist wie Wehen!“
Sie schreit laut und geht voll in ihr Körpergeschehen hinein. Die Therapeutin
legt zur Unterstützung die Hand auf den Rücken und fordert sie mit lauter
Stimme auf, dran zu bleiben.
Die Klientin geht durch heftige Wehen mit lauten, anhaltenden Schmerzschreien,
bis sie unvermittelt nach Luft ringt …
Kl.: „Ich krieg´ keine Luft.“
… und komplett eingerollt und regungslos da liegt. Auf die Frage der Therapeutin
…
Th.: „Was nimmst du jetzt wahr? Wo bist du jetzt?“
… kommt erst keine Reaktion. Dann …
Kl.: „Ich fühle mich ganz friedlich. Hier ist es schön, so unendlich
geborgen. – Pause – Ich glaub´, ich bin tot.“
- lange Pause –
Th.: „Du hast dich auf den Weg gemacht. Spür mal nach, was du jetzt
willst und was weiter geschieht.“
Die Klientin kommt ruckartig in ihre nach vorn gebeugte Haltung und ruft mit gepresster
Stimme:
Kl.: „Ist das eng hier, ich will hier raus!“
Die Therapeutin unterstützt sie durch Druck auf Kopf und Rücken und
verbaler Aufforderung zu atmen und weiter zu gehen. Nach kurzer, vehementer Austreibungsphase
wird das Kind geboren. Sie wimmert und schreit wie ein Neugeborenes. Babyschreie
werden gleichzeitig eingespielt. Die Therapeutin nimmt die Klientin in den Arm
und hält sie dort lange, während ruhige Musik eingespielt wird.
Kl.: „Das war grandios, ich hab´s geschafft, ich will leben! Wenn
ich das geschafft habe, dann kann ich alles schaffen!“