8. Sitzung: Neugeburt
Zum Vorgespräch kommt die Klientin sichtlich angestrengt und mitgenommen. Sie habe kaum geschlafen und die ganze Nacht in einem extrem unruhigem Zustand mit angespanntem Bauch und Kontraktionen im Unterleib verbracht. Sie hätte sich am Vortag nochmals die „Geburtskassette“ angehört und sei auch jetzt wieder in dem Gefühl wie kurz vor einer Entbindung.
Kl.: „Es war, als hätte ich Wehen, und die spüre ich auch jetzt in Ansätzen wieder.“
In dieser Session erlebt sie sich als Gebärende. Sie geht durch einen körperlich ähnlich intensiven, nur wesentlich verkürzten (eine gute halbe Stunde) Geburtsvorgang (siehe 7. Sitzung) – ohne Unterbrechung. Sie agiert sehr zielstrebig und entschlossen.
Kl.: „Komm jetzt endlich!“
“Jetzt ist Schluss!“
“Ich will Leben!“
Erschöpft und selig nimmt sie ihr Kind in Empfang.
Kl.: „Schön, dass du da bist. Alles ist gut. Ich passe gut auf dich auf, ich lasse dich nie mehr allein. Es ist, als würde ich mich selber im Arm halten.“
Th.: „Ja, du bist in deinem Inneren Kind angekommen. Es ist ein wichtiger Teil von dir. Spür mal, wie es sich anfühlt. Schaut es dich an?“
Kl.: „Ja, es hat schöne braune Augen und ist wunderschön, so warm und lebendig. Ich nehme dich jetzt mit in mein Leben. Ich achte darauf, dass es dir immer gut geht. – Das ist genial, ich habe mich selbst geboren, ich habe so einen grossen Schatz in mir. Ich könnte die ganze Welt umarmen.“
Th.: „Möchtest du dein Kind jemandem zeigen?“
Kl.: „Ja, meinem Mann und den Kindern!“
Th.: „Und, sind sie gekommen?“
Kl.: „Ja – sie freuen sich alle.“
Erschöpft und selig hält sie ihr Kind – in Form einer grossen weichen Puppe – in den Armen und geniesst eine lange Erholungsphase.
In dieser Zeit hat das neue Bild Zeit sich auf neuronaler Ebene zu etablieren.
Im Nachgespräch zeigt sich eine sichtlich glückliche, erstarkte und sehr zuversichtliche Klientin.
Kl.: „Das so was möglich ist! Ich fühle mich wie neugeboren! So rein und frisch, und da ist so viel Lust auf Neugier und Leben. Das geniale ist, das ich gleich loslegen kann. Es war wichtig für mich und die Kinder, dass ich ihnen hoffentlich optimale Startbedingungen für ein glückliches Leben gegeben habe. Meinem Mann habe ich den Rücken frei gehalten für sein Karriereaufbau. Nur jetzt ist es höchste Zeit, dass ich mit der Nesthockerei und mit dem Kreisen um Fremdbedürfnisse Schluss mache. Ich habe mich ja schon „freigesetzt“. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.“