I. Sitzungsverlauf im Überblick

1. Sitzung (Probesitzung)
In dieser Sitzung wird das tiefe Bedürfnis der Klientin nach Erleuchtung (dem Ankommen bei sich selbst und in der Welt) und Freude deutlich und wie weit sie von diesem Ziel entfernt ist:
Ihr hohes Angstpotential blockiert sie physisch und psychisch.
Dass sie ihre spirituelle Anbindung in Ansätzen schon etabliert hat, zeigt sich im schnellen Auftauchen in einer „lichten Gestalt“, die ihr auch in den folgenden Sitzungen zur Seite stehen will.

2. Sitzung:
Im Verlauf der 2. Sitzung spürt die Klientin ihrem Lebensgefühl, der gebremsten Lebensenergie und der dahinter liegenden Angst nach.
Sie begegnet als ca. 3-jähriges Kind ihrem Vater. In der unmittelbaren Konfrontation mit dem Vater verwandelt sich das anfängliche Angstgefühl in Mitgefühl. Sie spürt seine Unsicherheit, die tiefe Traurigkeit und Resignation und erlebt seinen Zusammenbruch vor ihren Augen.
Mit dem Auftauchen den Grossmutter und ihrer Tante begegnet sie weiteren Hauptbezugspersonen, die ihrem Bedürfnis nach Liebe und Geborgenheit nicht nachkommen können.
Sie lässt ansatzweise die Wut und Erregung auf die psychische Starre ihrer Bezugspersonen raus und unternimmt erste Annäherungs- und Bemutterungsversuche ihrem Inneren Kind gegenüber.

3. Sitzung:
Im Verlauf der 3. Sitzung lässt sich die Klientin tiefer und intensiver in ihre Seelenbilder ein. Während sie in der vorangegangenen Sitzung ihre Depression noch auf ihren „Inneren Vater“ projeziert, lässt sie sich nach dem Wahrnehmen und dem bewussten Ansprechen der eigenen Hilflosigkeit und Angst in ihre innere Tiefe fallen. Sie erlebt den frühkindlichen Alptraum eines im dunklen, kalten Keller für lange Zeit und wiederholt eingesperrten Kindes. Sie spürt den tiefen Schmerz des Alleinseins, der sie an den Rand der Ohnmacht führt. Auf die Frage, ob sie sich in diesem Gefühl noch heute wieder findet, kommt die Klientin aus ihrer Lethargie. Die aufgestauten Emotionen der Wut und Aggressionen finden ihren Ausbruch. Aktive Veränderungsarbeit ihrer Verhaltensmatrix kann stattfinden: Sie verlässt ihre Opferrolle und setzt sich zielgerichtet für ihre Bedürfnisse ein.
Die Belohnung folgt prompt: Die Gefühlskanäle öffnen sich und die seit Jahren angestauten Tränen und Energien dürfen endlich fliessen. Ihr Körper reagiert synchron: Entspannung breitet sich aus, freier Atem durchpulst ihren Körper. Die Verhärtungen in Hals und Herz lösen sich komplett auf, Wärme macht sich breit.
Es gelingt der Klientin ohne Mühe und mit viel Einfühlung ein klärendes und für alle Beteiligten entlastendes Gespräch zu führen. Sie erfährt ihre eigene Handlungskompetenz.
Die Abschlusssequenz steht ganz unter der Spürung von Nähe und Geborgenheit, Leichtigkeit und Freude, die sie dauerhaft erleben will. So formuliert sie gleichzeitig die Zielvorgaben für ihre weiteren Sitzungen.

4. Sitzung:
In der 4. Sitzung erlebt die Klientin die grosse Intensität der archaischen Angst, bedingt durch die völlige Hilflosigkeit des Kleinkindes allein im Kinderbett. Ihre ohnmächtige Angst findet ihre Entladung in intervallartigem Schreien, gefolgt von Strampeln und Um-sich-Schlagen. Danach fühlt sie sich entlastet und kommt in Kontakt mit ihrer Traurigkeit und tiefen Sehnsucht nach ihrer Mutter. Die herbeigerufene Mutter zeigt die komplette Hilflosigkeit und Überforderung ihrer frühen Mutterschaft (mit 17 Jahren).
Durch die therapeutische Massnahme des Farbe-Einfliessen-Lassens bei der Klientin, ihrer Mutter, der Grossmutter und Tante erfüllen sich ihre Bedürfnisse nach Liebe, Geborgenheit und Verständnis. Diese Bedürfnisse kann sie anschliessend in der Begegnung mit ihren Verwandten auch verbalisieren und einfordern.

5. Sitzung:
Die Klientin erlebt am Vortag der 5. Sitzung bei der Geburtstagsfeier ihres Vaters, wie sie „abrutscht“ in das Gefühl von Schuld und Scham, das sie aus ihrer Kinderzeit noch so gut kennt. Sie konfrontiert ihren Vater daraufhin erregt mit seinen permanenten Verhaltensvorschriften - die in dem Ausspruch gipfeln: „Am liebsten hättest du mich weggeschlossen!“ - und entlädt dabei ihre gespeicherten Aggressionen. Nach dem Abreagieren ihrer Wut fliessen die Tränen und sie taucht ein in ihre frühe Kindheit. Sie erlebt ihre Ohnmacht und Starre angesichts der Situation mit am Bett fest gebundenen Beinen zu liegen. Sie zeigt Handlungskompetenz, indem sie sich bei ihrem Vater durchsetzt und sich von ihm aus der Situation befreien lässt.
In der Abschlussszene entlässt sie ein freundlicher Vater aus dem Haus. Sie geniesst ihre Freiheit und lässt ihrem Bewegungsdrang freudig und lustvoll freien Lauf.
Mit dem Gespür ihrem Vater in Zukunft entschieden und ohne Verletzbarkeit begegnen zu können, endet die Sitzung.

6. Sitzung:
Über eine akute Unterleibserkrankung mit starken Schmerzen findet die Klientin relativ übergangslos den Einstieg in eine körperliche Missbrauchssituation in ihrer frühen Kindheit.
Sie wirft in dieses Geschehen nur ein kurzen Blick: Sie fühlt sich an den Beinen festgehalten und wird daran gehindert zu schreien. Im Raum ist es dunkel und sie meint vage den Landarbeiter erkennen zu können. Sie reagiert daraufhin mit einer entschiedenen Gegenwehr mit Schlagstockeinsatz und Stimmgewalt. Sie formuliert dabei für sich ganz neue Verhaltensmuster in Richtung Aufgabe ihrer Opferrolle zur selbstbestimmten und unabhängigen Lebensweise und verstärkt sie mit einem persönlichen Schwur. In der Folge entwickelt sich ein frei laufendes Heilungsritual, in dessen Verlauf helles Licht in sie einfliesst und sie bei der lichten Gestalt, die sich ihr nähert, ihre eigenen Gesichtszüge erkennt.

7. Sitzung:
In der 7. Sitzung lässt sich die Klientin auf den Urgrund ihres Erdendaseins fallen. Sie erlebt sich im Mutterleib kurz vor ihrer Entbindung. Über ihre Einstiegswahrnehmung einer gedämpften, dämmrigen Umgebung und den Druck auf ihren Ohren kommt sie nach kurzer Spürung in einen unausweichlichen „Sog“, in eine körperlichen und psychischen Ausnahmezustand. Das sich anschliessende Erleben der eigenen Geburt (über 2 Stunden) drückt sie auf der Körperebene sehr intensiv aus, mit dem Mitgehen in Geburtskörperhaltungen und dem Ausagieren der extremen Schmerzempfindungen. Die Klientin ist kaum zu verbalen Äusserungen fähig, so intensiv ist sie im Geburtsgeschehen. Kurz vor der Austreibungsphase gerät sie in akute Atemnot und fällt in eine komplette Bewegungslosigkeit. So verharrt sie für ca. 2 Minuten ohne irgendeine Reaktion, um dann mit entspannter Stimme ganz selig von ihrem Gefühl von Frieden und tiefer Geborgenheit und ihrer Annahme, „sie sei tot“, zu sprechen. Auf Ansprache der Therapeutin kommt sie in das weitere Geburtsgeschehen und beendet unter dem Eindruck einer extremen Enge und einer kurzen, intensiven Austreibungsphase ihre Geburt. Sie schreit prompt und wie ein Säugling und lässt sich erschöpft und sichtlich zufrieden in den Armen ihrer Therapeutin halten.

8. Sitzung:
Zu Beginn dieser Sitzung spürt sie ihrem Erleben in der Nacht nach, die von extremer Unruhe und leicht wehenartiger Kontraktionen im Unterleib bestimmt war. In der Folge erlebt sie sich als Gebärende. Sie geht durch eine körperlich ähnlich intensives Geburtsgeschehen wie in der vorangegangenen Sitzung, nur wesentlich verkürzt (ca. eine halbe Stunde) und ohne Unterbrechung. Sie wirkt sehr zielstrebig und entschlossen. Erschöpft und selig hält sie ihr Inneres Kind in den Armen. Sie nimmt ganz bewusst wahr, dass sie sich neu geboren hat und entdeckt ihren grossen Wert. Sie zeigt ihren mütterlichen Stolz und Fürsorge und freut sich über ihr neues Leben gemeinsam mit ihrem herbeigerufenen Ehemann und ihren Kindern.

9. Sitzung:
Die 9. Sitzung steht ganz unter dem Zeichen der beruflichen Orientierung.
Hierzu bietet das synergetische Mentaltraining ein gutes Instrument.
Anknüpfend an das positive Lebensgefühl zu Beginn ihres Tiermedizinstudiums lässt die Therapeutin ihr Studium im Zeitraffer durchlaufen, sie in einem Katalog von verwandten Berufsbildern blättern und schliesslich die Anmeldeformulare zur Tierheilpraktikerin ausfüllen. Hierbei wird deutlich, dass sie hoch motiviert und entschlossen ist, diese Ausbildung zu machen, auch wenn im familiären Umfeld sich abzeichnende neue Dynamiken entwickeln. Sie freut sich auf die neuen Herausforderungen auf allen Ebenen.
Ein Blick in die Zukunft zeigt sie etabliert in einem Praxisteam.