Erste Sitzung „OMA“
Klientin fühlt sich nach vorlesen des Entspannungstextes mit leiser Musik
im Hintergrund sehr gut und entspannt. Sie bekommt als Vorgabe, sich eine Treppe
vorzustellen, die nach unten führt. Sie erwartet, das eine Treppe erscheint,
aber es tut sich nichts.
Klientin soll sich absichtlich eine Treppe visualisieren und diese einmal beschreiben.
Sie hat eine Treppe ohne Ende und Anfang ohne Geländer im Dunkeln und sieht
dieses Bild in ihrer Vorstellung, sich selbst aber noch nicht.
Sie bekommt die Frage nach ihrem Gefühl, bezüglich des „nicht
in Kontakt seins“ mit ihrer Treppe. Sie empfindet nichts, möchte aber
schon auf die Treppe gehen.
Sie bekommt mehrere Vorschläge um auf ihre Treppe zu kommen und entscheidet
sich für einen Sprung. Dann kann sie sich die Treppe nicht mehr vorstellen,
sieht sich nur noch auf der Unterlage liegen, empfindet das als bequem. Sie bekommt
den Vorschlag, ihrem Impuls zu folgen, aber es ist ihr nicht möglich, sich
diese Treppe, die sie kurz gesehen hatte, vorzustellen. Sie bekommt die freie
Entscheidung sich etwas vorzustellen und sieht eine Halbkugel. Es ist dunkel,
aber sie weiß genau das dort eine Kugel ist.
Sie bekommt erklärt, das sie alles in Ihr direkt ansprechen kann, sogar soll,
um von ihrer Innenwelt wahrgenommen zu werden und Antworten und Hinweise zu erhalten,
die für sie wichtig sind um Hintergründe für ihr individuelles
Problem herauszufinden.
Sie fragt die Kugel, was sie ihr zeigen will und bekommt als Antwort eine Seite
erhält. Die rechte bleibt dunkel. Die Kugel hingegen ist verschwunden. Sie
nimmt das ohne Emotionen an. Die Helligkeit verschiebt sich von rechts nach links
und wird als helle Spalte wahrgenommen die sich öffnet. Die Klientin wird
ermutigt mit dieser Erscheinung in Kontakt zu treten, näher zu gehen, zu
fühlen.
Sie empfindet die helle Spalte warm hat jedoch ein Gefühl der Leere, da sich
nicht bewegt oder verändert.
Immer wieder längere Pausen dazwischen, die erst durch auffordern zum Handeln
abgebrochen werden.
Therapeut
Wie geht es dir damit, das sich nichts verändert, nichts passiert?
Klient
Es fühlt sich noch gut an, vielleicht möchte ich zu sehr, das sich etwas
verändert.
T. Was möchtest du, das sich verändern soll. Lass doch einfach mal etwas
da sein.
K. Dann stell ich mir eine Tür vor. Eine große dunkle Tür, nicht
aus Holz, aus Metall. Kann ich da rein gehen?
T. Natürlich.
K. Da hinter ist ein leerer Raum. An der rechten Seite ist ein Fenster. Draußen
ist es hell.
T. Ja, kannst du sagen wo du bist, oben oder unten, was für ein Haus das
ist?
K. Nein kann ich nicht sagen. Ich seh nur das es draußen hell ist, aber
das Licht kommt irgendwie nicht so gut rein in den Raum. Das ist ein Raum, so
wie in einem Schloss.
T. Der Raum ist leer und hat nur ein Fenster? (Ja) Wie fühlst du dich dort,
wie geht es dir in dem Raum?
K. Es ist kalt und in der Nähe des Fensters ist es wärmer.
T. Magst du noch einmal zum Fenster gehen, vielleicht kannst du dort mehr und
besser Wahrnehmen.
K. Also mit dem Fenster kann ich das gar nicht so verbinden, ich würde sagen,
wenn man so rein geht in den Raum, er ist dunkel, da ist da weiter vorn so ein
Gang, der ist noch dunkler.
Die Klientin geht weiter in diesem schmalen dunklen Gang, dann nach links über
eine schmale Treppe im Zickzack nach unten. Sie fühlt sich etwas unsicher
ohne Geländer und spricht die Treppe an.“.
K. Treppe führe mich irgendwo hin das ich irgend etwas sehen kann
T. Kannst du Treppe konkret um etwas bitten, sie kann dir das bestimmt zeigen.
K. Ich möchte auf eine Wiese gehen. Die seh ich jetzt auch. Da ist nur Gras
und Blumen, die Sonne scheint. (Naturgeräusche werden eingespielt, Klientin
fühlt sich wohl)
Klientin empfindet es sehr angenehm auf der Wiese, im Hintergrund sind Berge.
Sie findet Wege auf denen sie spazieren geht. Kommt an ein Haus, das aussieht
wie ein kleines Schloss.
Sie schaut hinein, um zu sehen was da alles drin ist. Sie findet wieder einen
leeren Raum und identifiziert ihn als den gleichen dunklen, leeren Raum mit dem
schmalen Gang, in dem sie zu Anfang war. Sie spricht den Raum an, er soll sich
erhellen, damit sie sehen kann was darin ist. Sie kann nun Holzfußboden
erkennen und das er sehr hoch ist. Sie bekommt ein Gefühl, als ob sie runterfällt,
so wie in einem schnellen Fahrstuhl. Sie fährt sehr lange und schnell nach
unten. Sie möchte nicht weiter nach unten fahren, sie möchte aussteigen.
Der Fahrstuhl fährt langsamer, aber immer noch weiter. Sie sieht sich in
dem Fahrstuhl und gleichzeitig, sich wie in einem Raumschiff fliegen. Empfindet
es aber als Fahrt nach unten. Dann ist sie nicht mehr in dem Raum und findet sich
zu ihrem eigenen Erstaunen auf der Wiese wieder. (Naturgeräusche) Dort fühlt
sie sich wohl und kann entspannen. Sie fühlt sich frei und es ist gut für
sie alleine zu sein.
“Hier bin ich allein, da kann ich machen was ich will, einfach abschalten“.
Sie beginnt mit der Wiese zu kommunizieren, aber sie antwortet nicht. Sie weiß
aber, die Wiese ist frei, die fühlt sich so gut wie ich. Sie entdeckt Häuser,
eine Stadt, einen Wald. Sie geht in den Wald. Sie fühlt sich allein, empfindet
das aber dort als kein gutes Gefühl. Sie möchte das ihr Bruder bei ihr
ist. Sie begrüßt ihn, „gut das du gekommen bist, ich fühlte
mich allein“. Sie steht mit ihrem Bruder an einem Wasserfall im Wald. (Naturgeräusche,
Wasserfall) Sie hat sich mit ihrem Bruder sehr gut verstanden, sieht ihn nur noch
selten. Sie unterhält sich mit ihm in ihrer Innenwelt. Sie würde ihn
gern öfters sehen und sie würde sich freuen, wenn er sich auch sichtlich
freuen würde wenn er sie sieht. Daraufhin ist ihr Bruder nicht mehr da, aber
sie fühlt sich nicht mehr einsam im Wald. Sie trifft auf eine alte Frau an
einer Mühle, ein altes Holzhaus. Sie erkennt ihre Oma die schon lange gestorben
ist und spricht mit ihr. Sie möchte ihre Tränen zurückhalten und
wird aber ermutigt alles da sein zu lassen, sich zu entspannen, zu atmen und die
Tränen fließen zu lassen.
Die Oma lebte mit ihren beiden Brüdern zusammen, die getrunken haben und
gewalttätig waren und mit denen sie sehr viel mitgemacht hat. Klientin weint.
Die Oma hat die Mutter im Krieg aufgenommen, dafür hat sie die Oma sehr geliebt.
Sie lässt die Brüder (Söhne der Oma) da sein und spricht sich mit
den Brüdern aus.
K. Da kommt der eine, den ich gar nicht so mochte, der hat nie ein Wort mit mir
gesprochen. Den nehm ich an die Hand und geh in das Zimmer von dem andern. Ihr
sollt aufhören euch zu streiten. Ihr habt nur euch, ihr müsst euch lieb
haben.
T. Was machen die jetzt
K. Nichts, die müssen sich das erst durch den Kopf gehen lassen.
T. Lass einfach mal etwas Zeit vergehen und schau mal was später mit den
beiden ist.
K. Die sind älter geworden und trinken immer noch. Aber die haben sich versöhnt,
die haben sich besser verstehen können
T. Wie ist das für dich, das die sich besser verstehen und weiter trinken.
Ist das OK für dich.
K. Ne, das ist nicht OK für mich, aber ich finde das Gut das die sich besser
verstehen. Die haben sich früher doch gehasst.
T. Möchtest du das die damit aufhören, da bei dir?
K. Möchte ich schon, die machen doch ihr Leben kaputt.
T. Schau mal wie du das machen kannst. Die trinken da noch in deiner Erinnerung,
es arbeitet heute noch in dir.
K. Also mir würde es gut gehen wenn die beiden an einen Tisch sitzen und
nicht trinken.
T. Ja OK, sag es ihnen mal direkt, was du willst, es ist deine Innenwelt, da sollen
die das machen was du willst, womit es dir gut geht. Erklär es denen so,
das die das auch machen.
K. Ich möchte das du aufhörst zu trinken. Guck dir doch mal dein Bein
an. Und du, du musst dir doch mal überlegen das du das ganze Geld für
Alkohol ausgibst und dir deine Schwester Schuhe kaufen muss, weil du dafür
kein Geld hast. Ich möchte das ihr beide darüber nachdenkt die Finger
von dem Alkohol zu lassen. Ich möchte das ihr euch an einen Tisch setzt und
euch klar macht, das ihr nur euch beide habt. Ihr sollt euch lieb haben und ab
und zu auf den Friedhof gehen um eure Mutter zu besuchen. So die sitzen jetzt
an einem Tisch und sehen irgendwie zufrieden aus.
T. Wie ist das für dich?
K. Besser spät als gar nicht. Nur schade das die Oma das nicht mehr erleben
konnte.
T. Du kannst die Oma ja noch mal da sein lassen, sie noch mal her holen von der
Mühle, wo du sie getroffen hast. Geht das?
K. Ich geh an die Mühle. Oma komm mal mit, ich möchte dir etwas zeigen
was dich glücklich macht. Wir sind schon in ihrem Haus, wo die Brüder
sind. Wir sehen das Zimmer von dem einen, das ist aufgeräumt. Die beiden
sitzen an einem Tisch und die Oma ist glücklich. Ich freue mich, das ich
etwas gutes getan habe.
T. Ja spür das mal, wie das ist. Etwas gutes getan zu haben. Spür mal
wie glücklich die Oma ist.
K. Das ist ein gutes Gefühl, weil ich weiß, das die Oma jetzt in Ruhe
gehen kann. Das sie sich keine sorgen um ihre Söhne machen muss.
T. Magst du der Oma einmal deine Haut zeigen, mit den roten Stellen und sie mal
fragen was sie dazu sagt?
K. Oma guck mich jetzt an, meine Arme und mein Hals. Jetzt sieht es noch gut aus,
aber manchmal fühlt sich das ganz furchtbar an. Sie schaut sich das an, aber
sie weiß nicht ob si mir helfen kann.
T. Ja, vielleicht hat sie einen Rat für dich, irgendeinen Hinweis, etwas
was dir weiterhilft.
K. Sie weiß nicht ob sie etwas tun kann, sie möchte jetzt lieber gehen.
Die Klientin macht eine Vereinbarung mit ihrer Oma. Sie soll sich wieder melden
wenn sie eine Idee hat, die bei ihrem Hautproblem helfen könnte. Klientin
lässt ihre Oma gehen, ist aber traurig, weil sie, sie sehr geliebt hat und
das immer noch empfindet. Sie kann sie aber gehen lassen weil sie sagt, ihre Oma
ist schon vor Jahren gestorben aber jetzt erst dort hingegangen wo sie hingehört.
Sie beendet ihre erste Sitzung mit einem zufriedenem Gefühl.