Therapieverlauf Neurodermitis
Klientin M.K.37 hat auf einem Vortrag von der Synergetik Therapie erfahren und vereinbart daraufhin einen Termin für eine erste Sitzung.
Sie erzählt das bei ihr im Sommer 2002 Neurodermitis aufgetreten ist und sich nun nach einem Jahr ihr Zustand trotz Behandlung mit kortisonhaltigen Salben nicht verbessert, eher weiter verschlechtert hat. Hautprobleme zeigen sich besonders am Hals und an den Armen. Sie kann von umfangreichen familiären Problemen berichten. Die Mutter behandelt sie heute noch wie ein Kind. Sie ist mit Sätzen aufgewachsen, wie „Das schaffst du nicht. Das kannst du nicht.“ Sie hat oft ein unsicheres, ängstliches Gefühl, fühlt sich schwach. Minderwertigkeitsgefühl verfolgt mich heute noch. Sie entschließt sich, gleich mit der Sitzung zu beginnen und auch eventuell gleich einen Prozess zuzulassen.
Klientin hat anfangs Schwierigkeiten etwas zu visualisieren, sich absichtlich etwas vorzustellen. Wird aber bald aktiv, als sie merkt, wie innere Bilder von selbst entstehen.
Klientin lässt jeweils einige Zeit verstreichen bevor sie etwas tut oder sich mitteilt. Teilweise mit längeren Pausen, was in der ersten Sitzung nicht ungewöhnlich ist.
Sie sieht ihren Bruder, setzt sich aber in ihrer ersten Sitzung hauptsächlich mit ihrer Oma und deren beider Söhne auseinander. Sie hat ihre verstorbene Oma sehr geliebt, weil sie ihre Mutter im Krieg als ihr eigenes Kind angenommen hat und immer sehr gut zu ihr war. Die leiblichen Söhne der Oma stritten und tranken ständig, was sie als Kind miterlebt hat.
Sie spricht sich mit den Brüdern aus und versöhnt sie miteinander, was ihre Oma sehr glücklich macht. Sie spricht auch mit ihrer Oma über ihr Hautproblem und spürt immer noch eine tiefe Verbindung zur Oma und deren Verlust macht sie heute noch traurig. Sie kann ihre Oma doch gehen lassen, weil sie nun das Gefühl hat, obwohl ihre Oma schon vor Jahren verstorben ist, ist sie jetzt erst dort hingegangen ist wo sie hingehört.
In den zwei Wochen zwischen der ersten und der Zweiten Sitzung verschlimmert sich ihr Hautbild ein wenig, verbessert sich aber rasch wieder.
In der zweiten Sitzung wird ihr das Thema Beziehung, besonders die Situation zu ihrem Mann bewusst. Der Freund des Mannes taucht auf, der auch eine Rolle in ihrem Leben gespielt hat.
Sie spricht sich mit ihm aus, entscheidet sich dann für ihre Kinder und für die Auseinandersetzung mit ihrem Mann. Sie bekommt einen Hinweis von ihrem Spiegelbild, das genauso Krank ist wie sie, der die zu einem Kind führt, das ihre Mutter ist. Sie findet heraus, das die Liebe ihrer Mutter, die sie nicht als ausreichend empfand, schon zu wenig bei der Oma vorhanden war, da sie nicht die leibliche Mutter ihrer Mutter war. Die Beziehung zwischen Oma, Mutter und Tochter wird klarer, vertieft sich dadurch. Farbe einlaufen lassen, lässt ein Gefühl von Liebe zwischen allen Drei Frauen entstehen.
Die zweite Sitzung verlief flüssiger als die erste, jedoch sind die Pausen teilweise noch sehr lang.
8 Tage später berichtet die Klientin, ihr Hautbild habe sich erst sehr verschlimmert, so das sie einen Arzt aufsuchen wollte, sie aber mit salben diese Situation überstanden hat. Nach ein paar Tagen hatte sich ihr Hautbild sehr verbessert. Jetzt vor der dritten Sitzung sei sie fast beschwerdefrei. Auch das Verhältnis zu ihrer Mutter hat sich verbessert, sie können sich jetzt viel besser unterhalten. Auch sonst ist ihr auftreten sicherer geworden, was ihr an ihrem Arbeitsplatz bestätigt wurde. Nur ihrem Mann hat sie noch nicht genau erklärt was sie gerade macht, „der würde das nicht verstehen.“ Sie will es ihm später erklären, wenn ihre Neurodermitis nicht mehr zu sehen ist.
In der dritten Sitzung bearbeitet sie die Beziehung zu ihrem Ehemann. Sie ist nicht sehr glücklich und hat keine Verbindung zu ihm, empfindet seine Nähe als unangenehm. Sie sieht sich in einem Grab liegen, aber immer noch keine Reaktion von ihrem Mann. Die entstehende Traurigkeit darüber, lässt sie die Situation mit ihrem Mann immer mehr klären, so das sich herausstellt, dieser „innere“ Mann steht Symbolisch für ihre Krankheit. Danach kann sie die Verbindung zu ihrem Ehemann wieder herstellen, als dieser sie umarmt. Sie fühlt sich in diesem Moment geliebt und sagt ihm den Wunsch, das sich diese Momente öfter wiederholen sollen. Sie empfindet die Nähe ihres Mannes als angenehm und sie genießen beide, das sie zusammen sind.
Nach drei Wochen kommt die Klientin zur vierten Sitzung und berichtet das sich ihre Neurodermitis zwar weiter gebessert hat aber ein anderes Hautproblem sich nun hervortut, in Form von kleinen juckenden Pusteln an den Händen. Es wird deutlich das, das Leben in anderen Bahnen verläuft und sehr viel in Bewegung gekommen ist.
Sie hat den Verdacht die Erscheinung an ihren Händen könne mit den gelegentlichen Besuchen zu Hause bei ihren Schwiegereltern zu tun haben. Sie erlebt in dieser Sitzung eine Veränderung der Schwiegermutter, als sie sich mit ihr auseinandersetzt.
K. Also ich staune, das sie so, ja das sie sich so geändert hat, das sie anders sein kann als sonst. Das ist OK, so müsste das immer sein.
Auch ihr Schwiegervater und Mann spielen eine Rolle, die sie erkennt. Sie fühlt sich nicht mehr so „klein“, gesteht sich ihr eigenes Leben zu, hat mehr Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, „Handlungskompetenz“, (handeln, Hände).
Sie berichtet danach von einer weiteren Besserung ihres Hautproblems, mit der sie sehr gut Leben kann, möchte jedoch in dem für sie richtigen Moment die nächste Sitzung haben.