Vierte Sitzung „Mut“
In der vierten Sitzung begegnet ihr ein Mann, der liegt und eine Spinne auf seiner Schulter hat. Der Mann ist nackt und weiß das er eine Spinne auf seiner Schulter hat, ist ihr aber nicht bekannt. Sie schätzt in groß ein und auf 40 Jahre. Sie versucht herauszufinden, was der Mann mit der Spinne zu bedeuten hat. Sie glaubt, das er ihr zeigen will, vor irgendetwas keine Angst zu haben, weiß aber nicht vor was. Sie weiß, das der Mann sie kennt und er sagt ihr, das sie selbst herausfinden soll wovor sie Angst hat. Sie versucht über die Spinne etwas herauszufinden, was ihr ein unangenehmes Gefühl macht. Sie entdeckt das die Spinne ihr Minderwertigkeitsgefühl symbolisiert. Sie spricht mit der Spinne und hat dabei einige Minuten lang das Gefühl als ob sie sinkt. Gleich darauf fühlt sie sich größer und stärker und sie wächst weiter. Sie fühlt sich wie ein Luftballon und kann alles von oben sehen. (sanfte Musik) Sie genießt das Gefühl das ihr hier keiner etwas anhaben kann. Sie macht sich wieder kleiner, weil sie sich noch mit der Spinne unterhalten will. Sie will wissen ob sie etwas machen kann um dieses Minderwertigkeitsgefühl loszuwerden und ob es etwas mit ihrer Krankheit zu tun hat. Der wahre Grund wäre ihre Angst wieder nach Hause zu fahren. (Klientin kommt aus Polen) Angst vor der Wohnung der Schwiegermutter. Sie geht dorthin, trifft aber nur ihren Schwiegervater an. Der kann nicht verstehen das sie Angst vor einer Wohnung hat, da sie selbst in solch einer aufgewachsen ist. Die Klientin weiß es selbst nicht, nur das sie sehr schlecht dort schlafen kann. Sie glaubt das ihre Schwiegermutter sie nicht mag und ihre Freundlichkeit falsch ist, diese sagt aber das stimmt nicht. Doch die Klientin glaubt das sie ihr nicht verzeihen kann, das sie ihren einzigen Sohn geheiratet hat und mit ihm nach Deutschland gegangen ist. Es stellt sich weiter heraus, es sind nicht die 400 km sondern die Grenze die uns trennt. Die Grenze und das andere Land mit einer anderen Sprache die sie nicht versteht. Der Krieg den sie miterlebt hat. Die Klientin sagt ihrer Schwiegermutter, das sie sich nicht von ihr geliebt fühlt und die Schuld dafür bekommt das ihr Sohn so weit weg ist. Sie freuen sich wenn der Sohn mit den Kindern zu Besuch kommt und sie fühlt sich dabei als fünftes Rad am Wagen. Auch wird der Schwiegervater unterdrückt und hat nicht viel zu sagen. Die Schwiegermutter stimmt zu, sie musste nach dem Schlaganfall vom Schwiegervater so handeln, zu seinem Besten.
K. Warum meinst du das du alles weißt, was für deinen Mann am besten ist. Das du Ärztin bist, heißt nicht das du alles weiß, es gibt auch Dinge die er machen will. Und ich finde er soll auch machen was er will, er ist schließlich ein erwachsener Mann. Oh, sie ist empört, das ich so mit ihr spreche, aber mir geht es gut, Ich sage das was ich denke.
Ich möchte sie noch etwas fragen. Gibt es eine Möglichkeit das du deinem Sohn verzeihen kannst, das er so weit von dir weg ist? Sie kann sich damit nicht abfinden, das sie fremde Hilfe braucht weil ihr Sohn nicht da ist. Kann das sein das du noch nicht losgelassen hast? Mir scheint das so, dein Sohn ist doch erwachsen und er muss wissen was er tut, er muss doch seinen Weg gehen. Ja sie weiß was ich damit meine, aber sie liebt ihren Sohn so, das sie traurig ist, weil er nicht da ist. Und sie ist der Meinung das er für seine Eltern sorgen muss, so wie sie für ihn gesorgt haben als er klein war.
T. Wie ist das für deinen Mann?
K. Mein Mann stimmt mir zu. Und ich will das du weißt, das die Sohn immer traurig ist wenn du ihm solche Vorwürfe machst. Er liebt euch sehr, aber er hat das Recht seinen eigenen Weg zu gehen. Du weißt das es mir schlecht geht mit meiner Haut und ich will nicht, das du mir etwas über Kortison erzählst und ich will nicht, das du auf irgendeine Art und Weise versuchst mich zu behandeln. Ich finde deine Behandlungsmethoden nicht gut. Ich habe schon selbst etwas für mich gefunden.
T. Wie reagiert sie darauf?
K. Sie ist entsetzt. Aber sie sagt, ja wenn du meinst.
T. Möchtest du ihr noch etwas dazu sagen, oder erklären.
K. Nein, das ist in Ordnung so. Sie soll ruhig wissen was ich von ihr denke. Es gibt noch eine Sache die ich nicht in Ordnung finde. So wie du deinen Sohn immer behandelst wenn er krank ist. Du bist Ärztin und musst doch wissen wie man Antibiotika nimmt, wenn man anfängt dann muss man das zuende nehmen. Und du gibst ihm zwei und am nächsten noch mal zwei und sagst er ist gesund. Und weil ich das unsinnig finde und blöd, des wegen verachte ich deine Behandlungsmethoden. Das müsstest du wissen als Ärztin.
T. Was sagt die dazu?
K. Es gefällt ihr überhaupt nicht wie ich mit ihr spreche.
T. Was macht dein Mann?
K. Also, das Letzte hat ihm auch nicht so gefallen, weil er das gut findet wie seine Mutter ihn behandelt hat. Einen Tag und er ist wieder auf den Beinen und so macht die das bis jetzt mit ihm.
Die Familie ist in der kleinen Wohnung und die Klientin steht noch mit der Schwiegermutter im Flur und ihr ist es egal was die anderen denken. Ihr ist wichtig das sie sagen kann was sie denkt und sie ist sehr froh, das sie das getan hat. Es geht ihr sehr gut damit, auch in der kleinen Wohnung fühlt sie sich wohl.
Klientin geht nun an dien Stelle zurück an der sie bei den Schwiegereltern angekommen sind um zu sehen ob sich etwas verändert hat.
Sie kommen an und die Schwiegermutter und Schwiegervater verhalten sich wie immer, können ihre Freude nicht zeigen. Klientin erklärt dem Schwiegervater worüber sie sich freuen würde (Lachen wird eingespielt) und merkt das die Schwiegermutter in nicht seine Gefühle zeigen lässt. Daraufhin geht der Schwiegervater Wodka holen um mit seinem Sohn einen zu Begrüßung zu trinken. Klientin wundert sich über die Schwiegermutter, die das sonst verboten hat, weil das nicht gut für sein Herz ist und sieht das als positive Veränderung. Vater und Sohn trinken zusammen. (lachen wird eingespielt) Alle sitzen im Wohnzimmer zusammen und reden miteinander.
K. Also die ist ganz anders jetzt, die freut sich richtig, die ist ganz normal, so ganz locker.
T. Was macht das mit dir?
K. Also ich staune, das sie so, ja das sie sich so geändert hat, das sie anders sein kann als sonst. Das ist OK, so müsste das immer sein.
T. Wie geht es dir jetzt bei deinen Schwiegereltern in der kleinen Wohnung?
K. Es geht mir gut und ich freue mich, das wir gekommen sind, weil ich sehe das sie sich freuen das wir da sind. Also es ist so wie es sein soll, für mich jedenfalls.
T. Und für die anderen, was hast du da für einen Eindruck?
K. Ja das sie ehrlich sind, das sie sich freuen und das zeigen.
T. Was machen deine Kinder?
K. Sind nicht mitgekommen.
T. Magst du noch mal bei dem Mann mit der Spinne gucken?
K. Also der liegt immer noch da mit der Spinne auf der Schulter. Spinne hab ich das richtig erkannt mit der Angst, das ich keine Angst haben muss mich zu öffnen und so sein kann wie ich Lust habe und das sagen kann was ich meine. Ja ---- Sie hat mich angelächelt weil sie das gut findet.
T. Kannst du den Mann erkennen und wieso er da eine Spinne hat?
K. Nein
T. Magst du die Spinne mal fragen, was das für eine Bewandtnis hat, ob sie dir sagen kann wer der Mann ist.
K. Also das soll heißen, die Spinne gehört zu diesem Mann und das heißt aber nicht das sie nichts zu sagen hat, sie hat auch ihren Verstand und sie ist auch sie selbst. Sie hat ihr eigenes Leben auch wenn sie auf dem Mann sitzt. Das ist nicht so das die Spinne klein ist und der Mann groß, sondern der Mann liegt und sie sitzt auf ihm. Sie hat genauso viel zu sagen wie der Mann.
T. Hat sie noch einen Rat für dich, bezogen auf deine Schwiegereltern.
K. Gibt es etwas was ich machen kann bei den Schwiegereltern, das ich nicht so viel Angst habe dahin zu fahren, das ich da nicht so ungern hinfahre. Also sie meinte, das ich einfach offen sein muss und das machen was ich meine und keine Angst haben. Es wird nichts passieren, wenn man etwas sagt was man meint. Jeder hat ein Recht dazu. Sie meint es wird alles gut.
T. Kannst du das auch an deinem Selbstwertgefühl spüren, wie das ist?
K. Ja
T. Was du da spürst, spürst du auch das, das für deine Haut gut ist?
K. Ja
T. Weiß die Spinne einen Rat was du mit deiner Haut machen kannst, oder ist das OK so?
K. Also sie meint das, das alles zusammen hängt und wenn ich mich mehr öffne und einfach ich selbst werde, ja dann wird alles besser, ja weil das alles zusammen hängt.
Klientin ist zufrieden an der Stelle und bekommt auch die Bestätigung von der Spinne, die für sie da war und nicht für die anderen, das es gut wird.