Zweite Sitzung LIEBE
Vor der zweiten Sitzung (ca. 14 Tage nach der ersten) berichtet die Klientin über eine leichte Verschlimmerung des Hautbildes. Im allgemeinen fühlt sie sich wohl und ist neugierig was in der nächsten Sitzung passiert.
Klientin entscheidet sich für einen anderen Entspannungstext der am Meer beginnt. (Meeresrauschen wird eingespielt)
Sie sieht ein Pärchen am Strand das sie nicht kennt. Sie geht auf sie zu, aber kann sie nicht erkennen. Das Pärchen nimmt sie nicht war und entfernt sich wieder, was von der Klientin als nicht OK empfunden wird. Sie spricht das Pärchen an, aber die reagieren nicht. Sie möchte das, das Pärchen sie wahrnimmt. Das Pärchen bleibt stehen. Klientin kann nur den Mann sehen, die Frau ist nicht da. Sie erkennt in ihm den Freund ihres Mannes, der mit seiner Tochter da ist. Sie ist nicht erstaunt, das der Freund ihres Mannes mit seiner Tochter auftaucht, will aber von ihm wissen, warum er dort auftaucht. Er antwortet jedoch nicht auf ihre Fragen. Sie wundert sich das er seine Tochter bei sich hat, die normalerweise bei ihrer Mutter ist. Sie steht bei dem Mann der seine Tochter an der Hand hält. Sie fühlt sich wohl, weil sie die beiden früher schon gern gehabt hat und jetzt immer noch. Sie spricht die beiden an und fragt die Tochter des Mannes, warum er nicht mit ihr sprechen will. Auch die zuckt nur mit den Schultern. Klientin weiß nicht warum er da ist und hat Schwierigkeiten mit ihm Kontakt aufzunehmen.
K. Vielleicht möchte er mir zeigen das seine Tochter bei ihm ist, die kann er nämlich nur sehr selten sehen. Kann deine Tochter jetzt für immer bei dir bleiben?
Noch nicht, aber das hat er mir nicht gesagt.
T. Wer hat dir das gesagt?
K. Ich weiß es nicht.
T. Vielleicht sagt er doch etwas und du kannst es nicht sehen. Also das es eine Übertragung auf diese Weise zwischen euch möglich ist. Magst du in mal Fragen ob das so ist. Er könnte ja mit dem Kopf nicken, wenn ja.
K. Zeig mir bitte mit deinem Kopfnicken ob deine Tochter bei dir bleiben kann.
Er schüttelt den Kopf
Sie folgt nun einem Weg aus hellen Steinen, der Freund mit seiner Tochter sind bei ihr.
Auf dem Weg fährt eine Karre in der jemand sitzt. Sie wünscht sich, es wäre ihre Mutter. Sie geht hin öffnet die Tür und schaut hinein. Da ist eine kleine, alte Frau die sich nicht kennt. Sie bemerkt, das sie mit dem Freund und seiner Tochter zusammengehört. Sie spricht die alte Frau an, die sehr klein ist und die sie nicht erkennen kann, aber sie reagiert nicht. Sie hat das Gefühl, die wollen was von mir antworten aber nicht. Sie nehmen mich mit auf diesem Weg, weiter weg vom Strand. Es ist ein heller, warmer Sommertag und sie fühlt sich gut, weil sie nicht allein ist. Es ist aber auch spannend, weil ich nicht weiß wo es hin geht. Am Himmel erscheint eine dunkle Kugel, die sehr warm ist, was am Luftflimmern zu erkennen ist. Die alte Frau und der Freund ihres Mannes mit seiner Tochter haben sie dorthin geführt. Sie möchte wissen, was die Kugel mit ihr zu tun hat, die Antwort bleibt aus. Klientin sagt sie ist geduldig und wartet auf das was da kommen soll, obwohl sie sonst eigentlich ungeduldig ist. Auch die Kugel antwortet nicht.
Im Kopf möchte sie geduldig warten, aber ihr Gefühl möchte wissen was das alles bedeutet.
Sie empfindet diese Gegensätze und fordert, „es soll endlich etwas kommen“. Doch alles geht sehr langsam mit langen Pausen. „Worauf wartet ihr noch, ihr wartet hier so geduldig mit mir, habt ihr so viel Zeit, habt ihr nichts anderes zu tun?“.
„Wollen wir das zum Ende bringen, was ihr mit mir angefangen habt?“.
Sie wendet sich wieder an die Kugel, die inzwischen abgekühlt ist. Die Kugel teilt sich in drei Teile, eine hälfte und zwei viertel, „aber was das soll“ kann sie nicht verstehen.
Die drei Teile liegen vor ihr auf dem Boden. Die zwei kleinen Teile sind nun zwei kleine Hunde, mit denen sie Ball spielt. Die beiden Hunde springen in einen Bach und werden vom Wasser weggespült. Beide Hunde können sich retten, sind aber an verschiedenen Ufern. „Wie Geschwister...“. Klientin bringt die Hunde wieder zusammen, die aber durch diese Trennung nicht mehr so glücklich sind wie vorher. „Die hatten Angst das sie immer getrennt bleiben müssen“. Klientin beruhigt die Hunde, „....das sie immer zusammenbleiben können, wenn sie wollen.“ Der Freund ihres Mannes ist wieder allein, ohne seine Tochter. Klientin spürt die Traurigkeit des Mannes, ist aber froh das er bei ihr geblieben ist. Sie wird von ihm in den Arm genommen und die Hunde sind wieder glücklich wie zuvor.
Sie spricht sich mit dem Mann aus, mit dem sie früher zusammen sein wollte, sie sich aber gemeinsam entschieden haben, bei ihren Partnern zu bleiben, um niemanden unglücklich zu machen. Sie liebt ihre Kinder und schätzt ihren Mann und der Mann hat auch wieder eine neue Freundin. Sie setzt sich gemeinsam mit allen Beteiligten auseinander, spürt die Enttäuschung der Freundin des Mannes und der ihres Mannes. Am Ende umarmen sich der Freund ihres Mannes und seine Freundin und gehen gemeinsam fort. Klientin umarmt ihren Mann und die Kinder. Sie empfindet das als gute Entscheidung, „...so ist alles OK.“
Die Hälfte der Kugel ist verschwunden, ebenso die alte Frau. Die beiden Hunde sind noch da und machen einen glücklichen Eindruck. Sie wird aufgefordert etwas zu suchen in dem sie ihr Spiegelbild sehen kann und sieht sich im Wasserspiegel als ältere Frau. Sie kann ihre Haut am Hals erkennen, die sehr krank aussieht. Sie spricht mit Ihrem Spiegelbild.
K. Spiegelbild, weißt du etwas womit die Krankheit weg geht, vielleicht weißt du was ich tun kann? Also, das Bild weiß nichts. Aber das Bild ist genauso krank wie ich und das leidet genauso wie ich.
T. Schau mal dein Spiegelbild weiß sicher die Ursache dafür, wo das herkommt.
K. Kannst du mir sagen, woher diese Krankheit kommt? Das Bild weiß das. Ja, dann sag mir woher das kommt. (Pause)
Also das Bild hat mir ein Kind gezeigt, auf einer Schaukel.
T. Kannst du das Kind erkennen?
K. Das ist ein Mädchen. Hat das Kind irgend etwas mit meiner Krankheit zu tun?
Das Kind sieht aus wie meine Mutter.
T. Das Kind sieht aus wie deine Mutter, magst du es einfach mal ansprechen?
K. Bist du meine Mutter? Das Kind schämt sich. Ich kann es nicht als meine Mutter erkennen. Das Kind ist ziemlich schüchtern. Warum willst du nicht mit mir reden, komm einfach zu mir in meinen Arm. Das Kind kommt zu mir, ich umarme es. (leise Musik) Woher kommst du, Kind wo sind deine Eltern? Ich seh ein Haus, ein weißes Haus, eine Treppe zu dem Haus, eine Garage.
T. Das Kind ist noch bei dir?
K. Ja, die Garage ist offen und vor der Garage steht ein dunkles Auto. Ich dachte erst von dem Freund, aber das ist es nicht. Ich kenne das Haus nicht.
T. Wie geht es dir da mit dem Mädchen?
K. Gut, das Mädchen nimmt mich an die Hand, wir bleiben vor dem Haus stehen. Aus dem Haus kommt eine Frau zu uns die Treppe runter. Das ist die Mutter von dem Kind. Es ist eine gut aussehende, gekleidete Frau, die reich ist. (Pause)
Die Frau weiß, das ich ihr das Kind gebracht habe, aber so glücklich sieht sie nicht aus.
T. Magst du sie mal ansprechen, wieso sie so unglücklich aussieht?
K. Freut dich das nicht, das ich dir dein Kind gebracht habe?
Also, das Kind ist nicht so beliebt bei der Mutter.
T. Wie ist das für dich?
K. Es ist nicht gut, jedes Kind braucht Liebe und dieses Kind bekommt das nicht von der Mutter.
T. Magst du es ihr mal direkt sagen?
K. Siehst du nicht, das dein Kind dich braucht, das es mehr Liebe von dir braucht?
Die Mutter nimmt das Kind auf den Arm. Das Kind fühlt sich gut bei der Mutter.
T. Wie empfindest du das?
K. Also ich freue mich für das Kind, weil das Kind glücklich ist bei der Mutter, jetzt jedenfalls. Aber die Mutter, die kann dem Kind nicht genug Liebe geben. „Liebst du dein Kind nicht?“ Doch sie liebt ihr Kind. „Wenn du dein Kind liebst, musst du das dem Kind auch zeigen, das Kind braucht doch deine Liebe.“
T. Was macht die Mutter jetzt?
K. Sie hält das Kind auf dem Arm.
T. Ist das so OK für dich, wie sie das Kind hält?
K. Ja, aber sie kann sich nicht so richtig öffnen dem Kind gegenüber, sie kann dem Kind nicht so richtig zeigen, das sie es liebt.
T. Kannst du herausfinden, was der Mutter fehlt?
(lange Pause)
Ja, schau mal ob du herausfinden kannst, was der Mutter fehlt, das sie ihr Kind lieb haben kann.
K. Ich weiß nicht was sie daran hindert dem Kind Liebe zu geben, aber ich glaube das ist meine Mutter und das Kind bin ich.
T. Magst du deiner Mutter mal sagen wie es dir geht.
(lange Pause)
Kannst du es ihr sagen?
K. Das Kind, das du auf dem Arm hälst, das bin ich, als ich klein war. Du hast mich geliebt, das weiß ich, ja weil du eine Mutter bist die ein Kind hat, eine Tochter hat, aber das war zu oberflächlich. Also eine wirkliche Liebe habe ich nie gespürt.
T. Wie reagiert deine Mutter darauf?
K. Sie ist traurig, das sie mir das angetan hat. Sie hatte, sie hat einen Sohn und den hat sie immer mehr geliebt als mich. Das war für mich immer klar das du meinen Bruder mehr geliebt hast als mich. Das hat mich nicht gestört, weil mein Vater mich mehr geliebt hat als meinen Bruder. Und vielleicht habe ich deswegen immer gern, wenn Besuch zu uns nach Haus gekommen ....., also weil ich zu wenig Liebe zu Hause bekommen habe, hab ich das auch woanders gesucht. Und als Besuch zu uns nach Haus gekommen ist, hab ich immer gern mit den Leuten so gekuschelt. Und du hast dich immer gewundert, warum ich zu dem Onkel, ja meistens waren das Männer, zu den Onkeln hingehe, du warst der Meinung das ich zu Hause genug Liebe gekriegt habe. Aber anscheinend war das nicht der Fall. Sie ist jetzt überrascht, das mir die Liebe gefehlt hat. Aber jetzt wo sie da Kind auf dem Arm hält, gibt sie zu, das sie das Kind nicht so richtig lieben kann.
T. kannst du sie einfach mal fragen, was ihr dazu gefehlt hat?
K. Was hat dir eigentlich gefehlt, warum konntest du mir nicht so viel Liebe geben wie ich gebraucht habe? (Pause) Ja, das hat wieder mit ihrem zu Hause zu tun, bei der Oma mit den beiden Brüdern, die getrunken haben.
T. Magst du da noch einmal hingehen. Der Oma mal erzählen und den Brüdern, wie es deiner Mutter ergangen ist, wie es dir damit geht?
K. Wir sind da. Oma, ich glaube schon, das du meiner Mutter genug Liebe gegeben hast. Ich konnte das nie verstehen, als du meine Mutter zu dir genommen hast als sie zwei Jahre alt war, hast du gewusst, das sie ihre richtige Mutter haben muss und du hast nie etwas getan um ihre richtige Mutter zu finden. Du hast es zugegeben das meine Mutter ein gefundenes Kind ist, als dir klar wurde das sie es schon von einem Nachbarn weiß. Und da war sie achtzehn. Solange hast du ein Geheimnis daraus gemacht. Heute bedaure ich, das ich nie mit dir darüber gesprochen habe. Und bei euch beiden, da hat meine Mutter nie eine richtige Liebe gesehen. Ihr habt euch beide nie geliebt und das hat sie vielleicht irgendwie gestört.
T. Hm, wie reagieren die darauf, wenn du denen das so erzählst?
K. Also die hassen sich nicht so, so wie ich das kenne, die sind jetzt friedlich, so wie am Ende der letzten Sitzung, wo die beiden an einem Tisch gesessen haben.
T. Wie ist das für dich?
K. Das ist gut, ich freu mich das, das immer noch anhält. Aber wie gesagt, meine Mutter ist traurig, das sie mir die Liebe nie geben konnte. Und früher, als wir noch zu Hause gewohnt haben, da haben wir uns nie verstanden. Und seit dem wir jetzt hier sind hat sich alles verändert. Wir können uns jetzt sehr gut verstehen. Und ich glaube jetzt will sie das einfach alles gut machen. Meine Mutter umarmt jetzt mich und die Oma, also wir alle drei. (leise Musik) Es ist gut meine Mutter so zu spüren.
Auf den Vorschlag hin Farbe einlaufen zu lassen, wünscht sich Klientin rote Farbe für die Liebe die ihnen gefehlt hat und lässt sich die rote Farbe einlaufen. Sie empfindet es als angenehm, wie sich alle drei mit roter Farbe anfüllen. „So ein warmes Gefühl, so kuschelig, so wie Liebe. Wir sind alle glücklich, das wir zusammen sind und die zwei Brüder gucken uns zu und die sind auch glücklich.“ (Lange Pause) Klientin spürt Mutter und Oma und die Liebe die sie verbindet